Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Die Kommission zur Verhütung von Folter

Titel (englisch)


The Commission for the Prevention of Torture

Autor/Autorin


Hungerbühler, Francine

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


17.06.1981

Geburtsort



Matrikelnummer


01651181

Schlagwörter (GND)


Antifolterkonvention : Fakultativprotokoll; Schweiz; Folter; Bekämpfung; Rechtsvergleich

DDC (Dewey Decimal Classification)


Recht - 340

Freie Stichwörter (deutsch)


Fakultativprotokoll; Kommission

Freie Stichwörter (englisch)


Switzerland; United Nations Convention against Torture and Other Cruel; Inhuman or Degrading Treatment or Punishment (CAT); Torture; Optional Protocol; Commission

Kurzfassung


In der Arbeit "Die Kommission zur Verhütung von Folter" analysiert Francine Hungerbühler den schweizerischen nationalen Präventionsmechanismus nach den Vorgaben des Fakultativprotokolls zum UN-Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (OPCAT) anhand der völkerrechtlichen Vorgaben, der Praxis der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF) sowie eines Rechtsvergleichs mit Deutschland und Liechtenstein.

Die Vertragsstaaten des OPCAT verpflichten sich, Folter und anderen Formen von Misshandlungen vorzubeugen. Es sieht vor, dass nationale und ein internationaler Präventionsmechanismus regelmässig Besuche an allen Orten durchführen, an denen Personen die Freiheit entzogen ist oder sein könnte. Spätestens ein Jahr nach der Ratifikation müssen die Vertragsstaaten einen oder mehrere nationale Präventionsmechanismen (NPM) eingesetzt haben. Diese müssen ihren Auftrag als unabhängige Institution und mit kompetentem Personal ausführen. Unter den Mitgliedern der NPM sollten die Geschlechter, ethnischen Gruppierungen und nationalen Minderheiten der Vertragsstaaten ausgewogen vertreten sein. Ihnen ist der Zugang zu allen Orten des Freiheitsentzugs, allen relevanten Informationen und allen Personen in Gewahrsam zu gewährleisten. Die Beobachtungen und Empfehlungen der NPM werden in Berichten den zuständigen Behörden übermittelt.

Die Schweiz ratifizierte das OPCAT am 24. September 2009 und setzte die NKVF als NPM ein. Gesamthaft betrachtet, entspricht die NKVF den Anforderungen des OPCAT. Kritisch zu hinterfragen sind aber die administrative sowie die örtliche bzw. optische Eingliederung der NKVF in die Bundesverwaltung. Diese Aspekte haben eine erhebliche Auswirkung auf die tatsächliche und die wahrgenommene Unabhängigkeit der NKVF. Darüber hinaus ist die Rechtsgrundlage der NKVF, das Bundesgesetz über die Kommission zur Verhütung
von Folter (BG NKVF), in seiner Gesamtheit relativ offen formuliert und interpretationsbedürftig. Dies hat zur Folge, dass gewisse Aspekte relativ weit ausgelegt
werden können und eine Anpassung an aktuelle Gegebenheiten zulassen. So konkretisiert die NKVF z.B. ihren Auftrag selbständig und setzt dort Prioritäten, wo sie die grösste Notwendigkeit ihrer Besuche sieht. Da die konkrete Ausgestaltung des BG NKVF aber nicht in einem rechtlich verbindlichen Erlass festgehalten ist, läuft die NKVF Gefahr, dass z.B. ihr Auftrag oder auch ihr Budget eingeschränkt werden könnten. Die Verfahren, Abläufe und auch die konkreten Vorgaben zu den Besuchen sollten daher unbedingt in einem verbindlichen Erlass verankert werden.

Kurzfassung (englisch)


Francine Hungerbühler analyses in her paper "Die Kommission zur Verhütung von Folter" (The Commission for the Prevention of Torture) the Swiss national mechanism of prevention according to the provisions of the optional protocol of the UN convention against torture and other cruel, inhuman or degrading treatment or punishment (OPCAT) on the basis of standards according to international law, the practice of the National Commission for the Prevention of Torture (NCPT) as well as on the basis of a comparison of law with Germany and Liechtenstein.

The contracting states are obliged to prevent torture and other forms of mistreatment. It requires that national prevention mechanisms and one international prevention mechanism regularly visit all locations at which freedom is or could be divested of people. The contracting states have to implement one or several national prevention mechanisms (NPM) no later than one year after the ratification. These have to execute their order as an independent institution and with competent staff. Sexes, ethnic groups and national minorities of the contracting states should be among the members of the NPM in a balanced number. Their access to all locations of deprivation of freedom, all relevant information and all persons in custody has to be ensured. The observations and recommendations of the NPM are to be summarized in reports that are conveyed to the responsible authorities.

Switzerland ratified OPCAT on September 24, 2009 and appointed the NCPT as NPM. On an overall basis, the NCPT meets the requirements of OPCAT. But the administrative as well as the local or optical integration of the NCPT in the Federal Administration has to be critically scrutinised. These aspects have substantial effects on the true and the perceived independence of NCPT. Furthermore, the legal basis of NCPT, the Federal Law on the Commission of Prevention of Torture (BG NCPT) is formulated relatively open in its entirety and requires interpretation. As a consequence, certain aspects can be interpreted broadly and allow an adaption to current situations. In doing so, NCPT, for example, specifies their order autonomously and sets priorities where they consider
their visits are needed the most. As the concrete arrangement of the BG NCPT has not been fixed within the framework of a legally binding decree, NCPT is at risk of the fact that their order or their budget could also be reduced. The processes, procedures and also the concrete provisions regarding the visits should therefore absolutely be enshrined in a binding decree.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Odendahl, Kerstin (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Ehrenzeller, Bernhard (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Rechtswissenschaft (DLS)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


16.09.2013

Erstellungsjahr (yyyy)


2013

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4158

Quelle



PDF-File


dis4158.pdf

Dokumentverknüpfung


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