Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Externe Demokratieförderung durch die EU - Eine Analyse an den Beispielen Slowenien und Serbien

Titel (englisch)


EU Democracy Promotion: a Comparative Analysis of Slovenia and Serbia

Autor/Autorin


Erny, Matthias

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


05.10.1980

Geburtsort


Zürich

Matrikelnummer


05606355

Schlagwörter (GND)


EU; Serbien; Slowenien; Demokratie; Förderung

DDC (Dewey Decimal Classification)


Politik - 320

Freie Stichwörter (deutsch)


Demokratieförderung; Externe Demokratieförderung; Kosovo; Westbalkan; EU-Integration; EU-Beitritt; Demokratieniveau; Transformation; Transformationstheorie; Transformationsländer; Beitrittskandidat; Integrationsrisiko; Südosteuropa; Westbalkanpolitik

Freie Stichwörter (englisch)


Democracy promotion; external democracy promotion; democracy; Serbia; Slovenia; Kosovo; Western Balkans; EU integration; EU accession; level of democracy; transformation; theory of transformation; transition countries; candidate country; integration risk; South East Europe; policy for the Western Balkans

Kurzfassung


Die vorliegende Dissertation befasst sich mit der externen Demokratieförderung durch die EU, wobei sich der Fokus dieser Untersuchung auf die Transformationsstaaten Slowenien und Serbien richtet. Die Auswahl dieser Staaten erweist sich aufgrund des unterschiedlich schnellen Transformationsverlaufes und der Varianz der Resultate als sinnvoll und gerechtfertigt.
Im Blickpunkt dieser Forschungsarbeit steht die Klärung zweier zentraler Fragen. Erstens: Welchen Einfluss hat die Perspektive einer EU-Mitgliedschaft auf den Transformationsprozess? Ausgehend von dieser feldbezogenen Frage wird das Wirkungsmodell entwickelt, das System-, Struktur-, Kultur- und Akteurstheorien inkorporiert und somit eine Theoriesynthese darstellt. Im Kern wird der Zusammenhang zwischen der externen Demokratieförderung als Teil der EU-Erweiterungspolitik und dem innerstaatlichen Demokratisierungsprozess abgebildet und durch relevante Kontextfaktoren ergänzt, um bessere Erklärungen für die Ursachen, Bedingungen und den Verlauf von Transformationsprozessen zu liefern.
Die zweite (fallbezogene) Forschungsfrage bildet die Grundlage für die empirische Untersuchung: Weshalb verlief der Transformationsprozess in Slowenien so rasant, während er in Serbien stockt? Dabei wurde die Analyse dieser Arbeit von der Hypothese geleitet, dass die EU aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen der Transformationsländer situationsangepasste Konditionalitäten anwandte, die in Slowenien wie ein Katalysator die Reformbemühungen beschleunigten und in Serbien aufgrund von divergierenden Reformvorstellungen zu internem Widerstand führten, was den Transformationsprozess verlangsamt hat.
Die Untersuchung hat gezeigt, dass das Einflusspotenzial der EU dann gross ist, wenn die innerstaatlichen strukturellen und akteursbezogenen Voraussetzungen vorteilhaft sind, eine Wertekongruenz zwischen externem Akteur und Zielland besteht (Makro- und Meso-Ebene) und der Systemumbau bei der Bevölkerung zu spürbaren Erfolgen führt, womit die Einflussnahme und der Transformationspfad legitimiert werden (Mikro-Ebene). Slowenien kann somit als Beispiel für die Katalysatoren-Funktion der EU-Demokratieförderung bezeichnet werden, was 2004 zur EU-Mitgliedschaft geführt hat. Ist die Ausgangslage erschwert, kann die EU mit situationsbezogener Anpassung des Anreiz-Druck-Systems die Transformation - insbesondere unter veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen - beschleunigen und die Stabilität fördern. Im Top-down-Ansatz können primär die Rede- und Handlungsmuster der politischen Elite beeinflusst werden. Wenn jedoch die Denkmuster konstant bleiben, besteht das Risiko der Herausbildung von «potemkinschen Demokratien», wie das Fallbeispiel Serbiens zeigt.
Ausgehend von den Erkenntnissen aus den Fallstudien wird im abschliessenden Teil dieser Arbeit über zukünftige Entwicklungspfade der EU und Serbien nachgedacht. Unter der Annahme dass sich die EU im Wandel befindet, wird die weitere EU-Integration Serbiens von bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Reformfortschritten abhängig sein.

Kurzfassung (englisch)


This thesis deals with EU democracy promotion with a particular focus on the transformations of Slovenia and Serbia. The selection of these two countries proves to be meaningful and justified because of their differing paces of transformation as well as variance in the results.
The main aspect of this thesis is the clarification of two research questions. First, what is the impact of the EU membership perspective on the transformation process? Based on this field-related question, an impact model was developed that incorporates systemic, structural, cultural and actor-related theories and thereby presents a theory synthesis. At its core, the interaction between external democracy promotion as part of the EU's enlargement policy and domestic democratisation is indicated and complemented by contextual factors in order to better explain the causes, conditions and paths of the transformation processes.
The second (case-related) question provides the basis for the empirical research. Why has Slovenia's transformation been so rapid while in Serbia it has resembled a stop-and-go process? Therefore, the analysis of this study is derived from the proposition that the EU applied situational-based conditionalities within its incentive/pressure system according to their different starting positions. In Slovenia, these acted as a catalyst for the already-existing reform efforts - and in Serbia - they led to internal resistance because of diverging perceptions regarding the reform path, which in turn slowed down transformation.
The study has revealed that the EU's leverage potential is high if the domestic structural and actor-related preconditions are advantageous, a value congruency exists between external actor and target country (macro and meso level), and the transformation leads to a noticeable impact at the level of the people that legitimises the intervention and the reform path (micro level). Slovenia, therefore, serves as an example for the catalyst impact of EU democracy promotion that led to EU membership in 2004. If the starting position is complicated, the EU can - notably under changed economic conditions - accelerate transformation and promote stability with the situational adaptation of the incentive/pressure system. In the top-down approach, patterns of rhetoric and action can primarily be influenced. However, given that patterns of thought remain constant, a risk exists that «Potemkin-style democracies» may evolve, as the example of Serbia has shown.
Based on the findings of the case studies, the final part of this thesis discusses future development paths of the EU and Serbia. Under the assumption that the EU is undergoing a continuous change, Serbia's further EU integration will depend significantly on the political and economic progress of reforms.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Moeckli, Silvano (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Schedler, Kuno (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Organisation und Kultur (DOK)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


22.02.2016

Erstellungsjahr (yyyy)


2016

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4455

Quelle



PDF-File


dis4455.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 01/11/2016 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]