Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Gender and Peacekeeping : A Process of Norm Adaptation in the United Nations Bureaucracy

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Baumgärtner, Ulrike

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


18.05.1979

Geburtsort


Wangen im Allgäu

Matrikelnummer


00347567

Schlagwörter (GND)


Vereinte Nationen; Friedenssichernde Maßnahme; Gleichstellung; Organisationsstruktur; Bürokratie

DDC (Dewey Decimal Classification)


Politik - 320

Freie Stichwörter (deutsch)


Normanpassungsprozess

Freie Stichwörter (englisch)


Gender; peacekeeping; norm adaptation

Kurzfassung


Die Bandbreite der Vorschläge, wie Geschlechtergleichstellung im Bereich der Friedenssicherung der Vereinten Nationen (VN) umgesetzt werden kann, ist groß. Es gibt weder standardisierte Regelungen, welcher Personenkreis für die Umsetzung der Norm verantwortlich ist, noch gibt es einheitliche Verfahren, welche die wesentlichen Aktivitäten festlegen. Das empirische Ergebnis dieser Arbeit kann mit bestehenden Theorieansätzen der Internationalen Beziehungen, die ein lineares Verständnis von Normentwicklung haben, nicht erklärt werden. Die Politikveränderungen des untersuchten Falls zeigen keine einheitliche Anpassung an die Norm.
Im Sinne eines konstruktivistischen Ansatzes geht diese Dissertation davon aus, dass die Kultur der uniformierten Einheiten und der Gleichstellungsabteilungen für die unterschiedliche Umsetzung der Norm verantwortlich ist. Die beiden Gruppen werden in dieser Dissertation als Organisationen begriffen, die als Untereinheiten der VN Verwaltung zur Friedenssicherung fungieren. Die jeweiligen Interpretationen und Rahmensetzungen (Framings) der Norm werden durch bestehende Wahrnehmungen bezüglich des zugrundeliegenden Sicherheitsproblems und Vorstellungen angemessenen Verhaltens zur Friedenssicherung geprägt.
Die Diskursanalyse von Interviewtranskripten, Dokumenten zur Einführung von Gendermainstreaming in der VN Friedenssicherung, allgemeinen Strategiepapieren sowie der Reporte über multi-dimensionale Friedensmissionen bestätigt die Anfangsvermutung über die entscheidende Wirkung der Organisationskultur. Eine Langzeitstudie über die ersten zehn Jahre der Gleichstellungsnorm im Bereich der VN Friedenssicherung macht deutlich, dass sich die Norminterpretationen und Framings in einem interaktiven Prozess angleichen.
Die Dissertation beleuchtet bislang vernachlässigte Normanpassungsprozesse innerhalb internationaler Bürokratien. Der Forschungsbeitrag besteht darin, eine alternative Dynamik zu dem bestehenden Framing-Argument entwickelt zu haben. Dieses geht davon aus, dass Normen im Sinne der relevanten Zielgruppe dargestellt werden. Tatsächlich gleichen sich hier allerdings die Vorstellungen der uniformierten Peacekeepers als relevante Zielgruppe und der Gleichstellungsbeauftragten als frühere Normadvokaten im gemeinsamen Arbeitsumfeld gegenseitig an.

Kurzfassung (englisch)


Proposals to realize gender equality in United Nations (UN) peacekeeping vary significantly. There is neither a coherent standard about the responsible persons for norm realization; nor does a common view exist about the prior gender-related activities in this context. This empirical result is puzzling for linear approaches on norm development in International Relations. They highlight an incremental adjustment of the policies towards norm consistent behavior.
Taking a constructivist perspective this dissertation assumes that the culture of the uniformed component and the gender units, which are considered as organizational subunits of the UN peacekeeping bureaucracy, accounts for this empirical finding. The respective norm interpretations and norm framings are shaped by pre-existing beliefs about underlying security problems and appropriate peacekeeping behavior to solve them.
The discourse analysis of interview transcripts, documents on introducing gender equality as emergent norm in UN peacekeeping, general UN peacekeeping strategy papers as well as reports on multi-dimensional field missions supports the basic assumption that organizational culture matters. This dissertation investigates the discourse on gender and UN peacekeeping in a long-term study that captures the first ten years of the norm's emergence in that context. It reveals an interactive process of converging norm interpretations and norm framings.
In doing so, this dissertation sheds light on a neglected research object: the internal process of norm adaptation in an international bureaucracy. It contributes to the literature on norm development by offering a different dynamic than the pre-dominant argument that successful framing resonates with the relevant audience group. Here, both the relevant audience group, namely the uniformed UN personnel, and the former norm entrepreneurs, namely the gender advisers, mutually adapt interpretations and framings of gender equality in their working context.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Lehmkuhl, Dirk (Prof. PhD)

Korreferent/Korreferentin


Nentwich, Julia (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee


Hänggi, Heiner (Prof. Dr.)

Fachgebiet


International Affairs and Political Economy (DIA)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


17.02.2014

Erstellungsjahr (yyyy)


2013

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4204

Quelle



PDF-File


dis4204.pdf

Dokumentverknüpfung


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