Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Umgang von Leitungspersonen mit Multirationalität in pluralistischen Organisationen. Fallbeispiel der Sonderschulen in einem Schweizer Kanton

Titel (englisch)


Managers' handling of multirationality in pluralistic organisations. Case study of special needs schools in a Swiss canton

Autor/Autorin


Bossard, Fridolin

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


11.08.1983

Geburtsort


Zug

Matrikelnummer


03604956

Schlagwörter (GND)


Organisation; Management; Rationalität

DDC (Dewey Decimal Classification)


Sozialwissenschaften - 300

Freie Stichwörter (deutsch)


Multirationalität; Pluralistische Organisation; Rationalitäten; Sonderschulwesen

Freie Stichwörter (englisch)



Kurzfassung


Leitungspersonen von pluralistischen Organisationen sehen sich grosser Komplexität ausgesetzt, da ihre Organisationen in unterschiedliche funktionale Systeme eingebunden sind. Dadurch sind sie mit unterschiedlichen Rationalitäten ihrer verschiedenen internen und externen Anspruchsgruppen konfrontiert, die sich in unterschiedlichen, teilweise konträren Erwartungen und Forderungen an ihre Organisationen zeigen. Das gleichzeitige Einwirken unterschiedlicher Rationalitäten auf eine Entscheidungssituation führt zu Multirationalität.

Sonderschulen sind typische Beispiele von pluralistischen Organisationen. Zum einen weisen sie ein fragmentiertes Netz von externen Anspruchsgruppen auf, die jeweils anderen Rationalitäten folgend unterschiedliche Erwartungen gegenüber diesen Organisationen hegen. Zum anderen sind sie im Innenverhältnis durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Fachkräfte geprägt, die jeweils von unterschiedlichen (Sub-) Rationalitäten angeleitet werden. Darüber hinaus sind die Sonderschulen durch die Änderung des Steuerungs- und Finanzierungssystems im Sonderschulwesen sowie den Paradigmenwechsel von der separativen hin zur integrativen Sonderschulung verstärkt mit Ansprüchen aus Funktionssystemen ausserhalb der traditionellen Sonderpädagogik und damit mit Multirationalität konfrontiert.

Mittels einer interpretativ-qualitativen Fallstudie basierend auf sechs Sonderschulen aus einem Schweizer Kanton wird ein "grounded-theory"-Modell zum Umgang von Sonderschulleitungspersonen mit Multirationalität entwickelt. Es werden vier im Kontext des Sonderschulwesens relevante Rationalitäten (sonderpädagogische, wirtschaftliche, bürokratische und Familien-Rationalität) identifiziert, wobei die erste in fünf Sub-Rationalitäten (heilpädagogische, sozialpädagogische, therapeutische, separative und integrative Rationalität) detailliert wird. Das Zusammentreffen dieser Rationalitäten führt zu unterschiedlichen Formen der Multirationalität im Innen- und Aussenverhältnis der Sonderschulen. Diese zeigen sich jedoch nicht nur als konfliktträchtige, sondern auch als bereichernde und indifferente Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Rationalitäten. Die Sonderschulleitungspersonen reagieren mit einer breiten Palette von Praktiken auf die unterschiedlichen Ausprägungsformen der Multirationalität. Gewisse Praktiken sind darauf ausgerichtet, aus der gleichzeitigen Präsenz multipler Rationalitäten Kapital zu schlagen. Andere Praktiken zielen darauf ab, allfällige Konflikte zwischen Rationalitäten zu reduzieren. Eine dritte Gruppe von Praktiken versucht die Indifferenzzone zwischen Rationalitäten auszudehnen. Die Mobilisierung dieser unterschiedlichen Praktiken wird von drei organisationalen Bedingungen beeinflusst: die Machtposition der Leitungspersonen im Innen- bzw. der Organisation im Aussenverhältnis, die intraorganisationalen Kapazitäten in Form von Know-how, Leistungsbereitschaft und zeitlichen Ressourcen sowie die Identität einer Sonderschule.

Kurzfassung (englisch)


Managers of pluralistic organisations are exposed to substantial complexity because their organisations are embedded in different functional systems. Thus they are confronted with the different rationalities of their various internal and external stakeholders that become manifest in different, partially contradictory expectations and demands on the organisation. The simultaneous influence of different rationalities on decisions lead to "multirationality".

Special needs schools are typical examples of pluralistic organisations. On the one hand, they have a fragmented net of external stakeholders which each entertain different expectations on the organisation reflecting their different rationalities. On the other hand, special needs schools are internally characterized by the coaction of different occupational groups which are each guided by different (sub-) rationalities. Furthermore, special needs schools are increasingly confronted with demands from functional systems outside the traditional remedial pedagogy due to the change in the steering- and financing-mechanism of the special needs education sector as well as due to the paradigm shift from the separative to the integrative special needs education.

In this dissertation a grounded-theory model on how managers of special needs schools handle multirationality is developed based on an interpretative-qualitative case study of six special needs schools in a Swiss canton. Four rationalities (special needs education, economic, bureaucratic, and family rationality) are identified in the context of special needs education. The former can be further broken down into five sub-rationalities (remedial pedagogic, social pedagogic, therapeutic, separative, and integrative rationality). The concurrence of these rationalities creates different forms of multirationality both internally and externally of the special needs schools. Multirationality shows itself not only as conflicting, but also as enriching and as indifferent relationships between the various rationalities. The managers of special needs schools respond with a broad range of practices to the various manifestations of multirationality. Some practices aim to capitalize on the coexistence of multiple rationalities. Other practices intend to reduce possible conflicts between rationalities. A third group of practices tries to enlarge the zone of indifference between rationalities. The mobilization of the various practices is influenced by three organisational conditions: the position of power of the managers internally or the organisation externally, the intra-organisational capacities in form of know-how, motivation as well as time resources, and the identity of a special needs school.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schedler, Kuno (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Rüegg-Stürm, Johannes (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee


Proeller, Isabella (Prof. Dr.)

Fachgebiet


International Affairs and Political Economy (DIA)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


22.02.2016

Erstellungsjahr (yyyy)


2015

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4449

Quelle



PDF-File


dis4449.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 01/04/2016 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]