Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Studienprogramme als didaktische Gestaltungs- und Untersuchungseinheit : Theoretische Grundlegung und empirische Analyse

Titel (englisch)


Designing and Analysing Study Programmes from a Didactical Perspective : Theoretical Foundations and Empirical Analysis

Autor/Autorin


Jenert, Tobias Johannes

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


29.04.1983

Geburtsort



Matrikelnummer


08607780

Schlagwörter (GND)


Universität Basel; Universität St. Gallen; Studienangebot; Curriculumevaluation; Curriculumentwicklung; Lernorganisation; Studienverhalten

DDC (Dewey Decimal Classification)


Erziehung - 370

Freie Stichwörter (deutsch)


Studenten; Hochschulentwicklung; Studienprogramme

Freie Stichwörter (englisch)


Study programme; Bologna-process; educational development; cultural psychology; higher education; curriculum development

Kurzfassung


Mit welchen Erwartungen und Anforderungen sehen sich Studierende im Hochschulalltag konfrontiert? Wie muss nach Ansicht der Studierenden gehandelt werden, um das Studium "erfolgreich" zu bewältigen? Wie laufen die Auswahl unterschiedlicher Lernaktivitäten im Studium sowie die Allokation von Ressourcen im Detail ab? Diese und weitere Fragen sind vor allem im Zusammenhang mit der Debatte um die Bologna-Reform stärker in den Mittelpunkt gerückt. Denn während modularisierte Curricula und Credit-Point-Systeme oft nach administrativ-organisatorischen Gesichtspunkten eingeführt wurden, hat die Gestaltung der Studienstrukturen auf Programmebene zwangsweise Auswirkungen auf das Studienhandeln - und damit auch auf das Lernen der Studierenden. Es gibt viele Vermutungen über die "Wirkungen" von Bologna auf das Studieren: Die Rede ist von Verschulung, Entwissenschaftlichung und Arbeitsüberlastung und Studierende stehen im Verdacht, ihren Studienpfad eher im Sinne einer Credit-Point-Jagd denn interessengeleitet zu gestalten. In der Regel bleibt es dabei jedoch bei anekdotischen Beobachtungen - es fehlt bislang an gesicherten Erkenntnissen über Zusammenhänge zwischen Bologna-konformen Studienkontexten und dem Handeln Studierender. Denn obschon Studierende seit langem Gegenstand der Forschung sind, ist bislang wenig darüber bekannt, wie sie den langfristigen Bildungsprozess eines ganzen Studiums gestalten. Stattdessen wurde vorwiegend das Lernen im engeren Sinne, das so genannte "Classroom Learning" untersucht.

Diejenigen, die Studienprogramme nach didaktischen Gesichtspunkten gestalten wollen müssen wissen, wie Studierende mit unterschiedlichen Studienstrukturen umgehen. Denn nur so ist eine planvolle Programmgestaltung im Sinne pädagogischer Zielsetzungen und didaktischer Prinzipien möglich. Die vorliegende Arbeit nimmt diese Problemstellung auf und untersucht, welche Zielvorstellungen und Handlungsstrategien Studierende bei der Bewältigung ihres Studienalltags in unterschiedlichen Bologna-konformen Studienprogrammen entwickeln. Im Einzelnen wird gefragt, (1) welche Vorstellungen, Wahrnehmungen und Handlungslogiken das Handeln Studierender in unterschiedlichen Studienprogrammen prägen und (2) welche programmspezifischen Kontextbedingungen die Herausbildung dieser handlungsleitenden Charakteristika beeinflussen. Ausgehend von diesen beiden Fragestellungen wird zunächst ein theoretisch fundierter Analyserahmen für Studienprogramme entwickelt. Darauf aufbauend werden verschiedene Studienprogramme empirisch untersucht, um schliesslich Design-Prinzipien für die Gestaltung von Studienprogrammen zu formulieren.

Es wird nicht davon ausgegangen, dass Studienstrukturen das Handeln Studierender im Sinne eines kausalen Wirkungszusammenhangs bestimmen. Vielmehr wird gefragt, was die Studierenden mit den Strukturen, auf die sie treffen, machen. Studienprogramme werden als kulturelle Einheiten verstanden, innerhalb derer sich spezifische handlungsleitende Vorstellungen und Normen entwickeln. Diese impliziten Regeln des Studienhandelns - das so genannte "Hidden Curriculum" - und vor allem auch die dahinterliegenden Konstruktionsprozesse aufzudecken, ist Ziel dieser Arbeit.

Kurzfassung (englisch)


Which expectations and demands do today's students meet in Higher Education? How do students conceive of "successful" ways of studying? How do they choose between various learning activities and allocate their resources for studying? These questions (and many more) have gained important in recent years, mostly as a consequence of the discussion about the effects of the Bologna-reforms. While modularised curricula and credit point systems have often been implemented primarily according to administrative and organisational aspects, the design of those structures on the level of study programmes naturally affects how students act, ultimately influencing how and what they learn.
Suspicions about the effects of Bologna on studying abound: Studying is said to become school-like, non-academic and overly stressful. Students are suspected of becoming credit-hunters rather than following their interests and aiming for intellectual growth. Reports on such developments, however, are mostly based on anecdotic observations rather than on empirical evidence. Up to now there are very few reliable findings on the relationship between Bologna-conforming study contexts and students' actions. While uncountable research studies have investigated student learning over the last century or so, little is known about how students in Higher Education manage long-term processes of studying. Research has mainly focused on classroom learning, i. e. relatively short and clearly delineated learning processes.
If study programmes are supposed to be designed according to educational (didactical) considerations rather than (solely) administrative ones, those responsible for programme design need to know how students respond to distinctive study structures. Only then, study programmes can be designed systematically with regard to pedagogical objectives and didactical principles. This study addresses these issues by investigating which subjective goals and action strategies students employ in different Bologna-conforming study programmes. The research focuses on (1) conceptions, perceptions, and subjective action theories influencing students' actions in different programmes. Furthermore it investigates (2) which design features of a programme foster the genesis of specific characteristics of the abovementioned constructs. Departing from these two research questions, a theoretically grounded framework for the analysis of study programmes is developed. This framework is then used for conducting empirical case studies in various programmes to finally deduct design principles for educationally oriented programme design.
Rather than assuming causal dependencies between study structures and student action, the study investigates how students interpret and enact the contexts they are confronted with. Study programmes are conceived as cultural entities in which conceptions and norms develop providing guidelines for students' actions. The study aims to uncover those implicit rules for managing one's study - the so-called "Hidden Curriculum" - as well as the socio-cultural processes leading to its construction.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Euler, Dieter (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Reinmann, Gabi (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Organisation und Kultur (DOK)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


20.02.2012

Erstellungsjahr (yyyy)


2011

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


3960

Quelle



PDF-File


dis3960.pdf

Dokumentverknüpfung


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