Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


Essays on Health Economics

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Gerritzen, Berit C.

Unter Mitarbeit von


Martínez, Isabel; Ramsden, Alma

Geburtsdatum


12.03.1984

Geburtsort


Visp VS

Matrikelnummer


03603990

Schlagwörter (GND)


Schweiz; Malawi; Gesundheitsökonomie; HIV; Geschlechterforschung; Föderalismus; Krankheitskosten; Finanzausgleich

DDC (Dewey Decimal Classification)


Sozialwissenschaften - 300

Freie Stichwörter (deutsch)


HIV Prävention; Verhandlungsmacht; fixe Effekte; Paneldaten; Prämienverbilligung; neuer Finanzausgleich

Freie Stichwörter (englisch)


HIV prevention; intra-household bargaining power; fixed effects; panel data; differences-in-differences; premium subsidies; new fiscal equalization mechanism

Kurzfassung


Diese Dissertation besteht aus drei Studien im Bereich der Gesundheitsökonomie, unter besonderer Berücksichtigung von Gender-Aspekten und öffentlichen Finanzen.
Die ersten beiden Papiere untersuchen den Zusammenhang zwischen der Verhandlungsposition von Frauen in Paarbeziehungen und HIV-Prävention im ländlichen Malawi. Laut UNAIDS gehören geschlechtsspezifische Ungleichheiten zu den wichtigsten Treibern der HIV/AIDS Epidemie. Ein besseres Verständnis der Präventionsentscheidungen in Paarbeziehungen ist somit wichtig, um dieser Epidemie Einhalt zu gebieten. Um den Beitrag verschiedener Elemente der Ermächtigung von Frauen (Women's Empowerment) für HIV-Prävention differenziert abbilden zu können, trägt die Analyse sowohl ökonomischen als auch sozialen Dimensionen von Empowerment Rechnung.
Die Analyse im ersten Kapitel basiert auf einem Paneldatenset von über 1'200 verheirateten Frauen aus dem ländlichen Malawi von 1998 bis 2008. Während dieses relativ langen Zeitraums ist einerseits die HIV-Prävalenz in der beobachteten Region gestiegen, andererseits fanden mehrere HIV-Präventionskampagnen statt. Die Panelstruktur der Daten erlaubt die Verwendung von fixen Effekten sowie regionen-spezifischen und nationalen Zeittrends. Dies ermöglicht es sowohl individuen-spezifische, unbeobachtbare Heterogenität als auch regionale Unterschiede in der HIV-Prävalenz und der Intensität der Kampagnen zu berücksichtigen. Das zweite Kapitel erweitert diese Analyse um eine systemische Perspektive mittels eines verlinkten Paneldatensets von über 500 verheirateten Paaren aus dem ländlichen Malawi über den Zeitraum von 2004 bis 2008. Alle Informationen wurden auf der Paarebene verlinkt, was es ermöglicht, den Effekt einer relativen Verbesserung der Verhandlungsposition von Frauen in Paarbeziehungen (Intra-Household Bargaining Power) auf die Einstellungen beider Partner in Bezug auf HIV-Prävention zu analysieren. Gleichzeitig kann in der Analyse für den HIV-Status beider Partner kontrolliert werden.
Insgesamt betrachtet zeigen die Resultate der ersten beiden Kapitel, dass adäquate Präventionsstrategien wie die Verwendung von Kondomen und die HIV-bezogene Kommunikation zwischen Ehepartnern besser akzeptiert und verbreitet sind, wenn sich die Verhandlungsposition von Frauen verbessert: beide Analysen finden einen signifikant positiven Effekt von eigenem Einkommen der Frau auf das Präventionsverhalten. Das erste Kapitel zeigt zudem, dass für Frauen das Bewusstsein über Optionen ausserhalb der Ehe sowie Kenntnisse anderer lokaler Sprachen ebenfalls eine relevante Rolle spielen. Die Resultate der Analyse im zweiten Kapitel deuten des Weiteren darauf hin, dass die vermehrte Teilnahme von Frauen an lokalen politischen Veranstaltungen die Akzeptanz von HIV-Präventionsstrategien erhöht.
Das dritte Kapitel dieser Dissertation (gemeinsam mit Isabel Martínez und Alma Ramsden) untersucht die Krankenkassen-Prämienverbilligung für Haushalte mit niedrigen Einkommen im Schweizerischen Gesundheitswesen. Die Analyse zielt auf ein besseres Verständnis der Ursachen für die ausgeprägten kantonalen Unterschiede in der Netto-Prämienbelastung ansonsten identischer Haushalte ab (d.h., der Anteil des verfügbaren Einkommens, welchen Haushalte nach Erhalt der Subvention für die Krankenkassenprämien aufwenden müssen).
In diesem Kontext sind wir insbesondere daran interessiert, inwiefern die Prämienbelastung der Haushalte mit der finanziellen Situation der Kantone zusammenhängt. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil die Prämienverbilligung das Ziel verfolgt, die Prämienbelastung für niedrige Einkommen zu verringern, und damit den universellen Zugang der Bevölkerung zu Gesundheitsversorgung zu tragbaren Kosten sicherzustellen. Eine unterschiedliche Prämienbelastung sollte somit das kantonsspezifische Niveau der Gesundheits- und Lebenshaltungskosten oder Unterschiede in den sozialpolitischen Präferenzen der Wählerinnen und Wähler reflektieren, nicht jedoch Schwankungen im Kantonshaushalt. Basierend auf kantonalen Vorschriften von 2004 bis 2012 entwickeln wir ein Berechnungsmodell für die Prämienverbilligung in den Schweizer Kantonen. Wir wenden dieses auf Haushalte im Schweizerischen Haushaltspanel an, um den Effekt von kantonaler Budgetknappheit auf die Prämienbelastung der Haushalte zu untersuchen. Für unsere Analyse verwenden wir Panelregressionsmethoden sowie ein Difference-in-differences-Modell, um unbeobachtete Heterogenität und Simultaneität der Entscheidungen zu berücksichtigen. Die Resultate weisen auf einen signifikanten und negativen Zusammenhang zwischen dem Kantonshaushalt und der Prämienbelastung der Haushalte hin. Mit anderen Worten, je besser die finanzielle Lage eines Kantons, umso besser gelingt es ihm, die Prämienbelastung der Haushalte abzuschwächen.

Kurzfassung (englisch)


This thesis consists of three essays on health economics, with particular consideration of aspects related to gender economics and public finance.
The first two chapters examine the impact of women's empowerment on attitudes towards HIV prevention in rural Malawi. This research is motivated by the fact that gender inequality has been identified by UNAIDS as a key driver of the HIV epidemic. In order to understand the contribution of different elements of women's empowerment to HIV prevention, I use a multidimensional definition of bargaining power, encompassing both economic and social variables. The analysis in the first chapter follows over 1,200 married women from 1998- 2008, a relatively long period of time during which HIV prevalence in the survey region has increased and several HIV campaigns have taken place. I exploit the panel nature of the data and employ a fixed effects linear probability model with national and region-specific time trends. This allows to capture both unobserved heterogeneity at the individual level as well as differences in HIV prevalence and intensity of HIV campaigns in the three regions that are studied. The second chapter adds a systemic perspective to the analysis by using a panel data set of over 500 married couples in rural Malawi from 2004-2008. All information has been matched at the couple level, which allows to directly assess the effect of a relative increase in bargaining power on both spouses' attitudes towards HIV prevention, while controlling for individual HIV status.
Overall, the results from the first two chapters indicate that an increase in women's bargaining power promotes adequate HIV prevention strategies, namely condom use within marriage and HIV-related spousal communication. Both analyses find that own earnings play a particularly important role in this regard. The first paper further detects a significant association between attitudes towards HIV prevention and women's awareness of options outside marriage and language skills, whereas the second paper suggests the relevance of political empowerment, measured by attendance of women at local political meetings.
The third chapter of this thesis (co-authored with Isabel Martinez and Alma Ramsden) studies health care premium subsidies for low- and middle-income groups in Switzerland, in order to understand the reasons behind the substantial cross-cantonal variation in households' premium load, i.e., the share of disposable income that is spent on health care premiums after the subsidy. Cantons' financial situation is of particular interest in this regard, because the premium subsidies aim at reducing the premium load for lower income groups in order to ensure universal access to health care at affordable costs. Thus, variation in premium load is meant to reflect underlying differences between cantons in health care and overall living costs, or different preferences of the electorate with regards to social policy, but not budgetary considerations of cantons. We develop a premium subsidy calculation model based on cantonal regulations which we apply to households in the Swiss Household Panel in order to assess the effect of cantonal budget tightness on households' premium load from 2004-2012. Our analysis is based on panel regression methods and a difference-in-differences model in order to take into account unobserved heterogeneity and simultaneity concerns. The results indicate that there is a significant and negative relationship between the budget of a canton and the premium load of households. In other words, the better a canton's financial situation, the more successful this canton is going to be in dampening the net premium load of households.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Kirchgässner, Gebhard (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Sousa-Poza, Alfonso (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Economics and Finance (PEF)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


15.09.2014

Erstellungsjahr (yyyy)


2014

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4320

Quelle



PDF-File


dis4320.pdf

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letzte Änderung: 03/10/2017 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]