Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


Essays on Insurance-Linked Capital Market Instruments, Solvency Measurement, and Insurance Pricing

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Braun, Alexander

Unter Mitarbeit von


Gatzert, Nadine (Prof. Dr.); Rymaszewski, Przemyslaw; Schmeiser, Hato (Prof. Dr.)

Geburtsdatum


13.04.1981

Geburtsort


Tuttlingen; Deutschland

Matrikelnummer


08617425

Schlagwörter (GND)


Lebensversicherung; Versicherungsfonds; Umweltschadenversicherung; Swap; Pensionskasse; Solvabilität; Versicherungsbetrieb; Rechtsform; Versicherungsprämie

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Pensionsfonds; Katastrophen-Swap; Naturkatastrophe; Versicherung; Aktiengesellschaft; Verein

Freie Stichwörter (englisch)


Life Settlements; Performance measurement; Catastrophe swaps; Contingent claims pricing model; Swiss occupational pension funds; Solvency test; Stock Insurers; Mutual Insurers; Insurance premium

Kurzfassung


Diese Dissertation besteht aus vier Teilen, die jeweils eine in sich geschlossene Forschungsarbeit enthalten. Kapitel eins und zwei sind in das Themenfeld der versicherungsgebundenen Kapitalmarktinstrumente einzuordnen. Die Arbeit "Performance and Risks of Open-End Life Settlements" stellt eine umfassende Analyse offener Fonds dar, die in am Zweitmarkt gehandelte US-amerikanische Lebensversicherungen, sogenannte Senior Life Settlements, investieren. Sie umfasst eine Erläuterung des Geschäftsmodells und der Funktionsweise offener Lebensversicherungsfonds, eine empirische Analyse ihrer Renditeverteilungen, eine Performancemessung sowie eine detaillierte Risikoanalyse. Obwohl die empirischen Ergebnisse darauf hindeuten, dass offene Lebensversicherungsfonds attraktive Renditen bei geringer Volatilität bieten und praktisch unkorreliert mit etablierten Anlageklassen sind, sollten sich Investoren latenter Risikofaktoren wie beispielsweise Liquiditäts-, Langlebigkeits und Bewertungsrisiken bewusst sein, welche sich grösstenteils nicht in den untersuchten historischen Daten widerspiegeln. Eine Berücksichtigung dieser Risiken ist jedoch erforderlich, um die Performance dieser Anlageklasse nicht zu überschätzen.

Im Mittelpunkt der zweiten Forschungsarbeit "Pricing Catastrophe Swaps: A Contingent Claims Approach" steht der Katastrophen-Swap, ein Finanzinstrument, welches eine Übertragung der Risiken von Naturkatastrophen zwischen Marktteilnehmern ermöglicht. Die Ausführungen beginnen mit einer Erläuterung der üblichen Vertragsgestaltung, der gegenwärtigen Marktlage sowie der wichtigsten Anwendungsgebiete. Darüber hinaus wird ein zweistufiger Bewertungsansatz vorgeschlagen, der zwischen den Hauptrisikotreibern ex-ante und während der Aktualisierung der zugrunde liegenden Verlustschätzungen unterscheidet. Das Auftreten von Katastrophen wird mit einem doppelt stochastischen Poisson-Prozess (Cox-Prozess) modelliert, dessen Intensität einem Ornstein-Uhlenbeck-Prozess folgt. Durch das Anpassen verschiedener parametrischer Verteilungsfunktionen an historische US-amerikanische Verlustdaten kann des Weiteren die endlastige Burr-Verteilung als angemessenste Repräsentation der Verlustschwere identifiziert werden. Anschliessend wird das Bewertungsmodell auf Marktpreise von Orkan- und Erdbebenkontrakten angewendet, um implizite Poisson-Intensitäten abzuleiten. Da ein autoregressiver Prozess erster Ordnung die resultierenden Zeitreihen gut abbildet, sollte sein zeitstetiges Äquivalent, der Ornstein-Uhlenbeck-Prozess, zur Darstellung der Dynamik der Poisson-Intensitäten in einem Bewertungsmodell für Katastrophen-Swaps gut geeignet sein.

Mit der Forschungsarbeit "A Traffic Light Approach to Solvency Measurement of Swiss Occupational Pension Funds" liegt der Fokus im dritten Teil der Dissertation auf der Solvenzmessung in der beruflichen Vorsorge. Es wird ein Solvenztest für Schweizer Vorsorgeeinrichtungen vorgeschlagen, welcher auf der Kombination eines stochastischen Pensionskassenmodells mit einem Ampelsignalansatz basiert. Im Sinne eines regulatorischen Standardmodells wird der Aufbau bewusst einfach gehalten. Zudem kann unter der Annahme normalverteilter Anlagerenditen eine geschlossene Lösung abgeleitet werden. Trotz der relativ geringen Komplexität deckt das System die wesentlichen in der aufsichtlichen Praxis erforderlichen Risikoquellen ab. Aufgrund der einfach durchzuführenden Kalibrierung ist es zusätzlich gut zur Anwendung im fragmentierten Markt für Schweizer Vorsorgeeinreichtungen geeignet und hält die Kosten der Solvenzregulierung so gering wie möglich. Zur Veranschaulichung der Anwendung des Modells wird es mittels einer kleinen Stichprobe von zehn Vorsorgeeinrichtungen kalibriert und umgesetzt. Darüber hinaus wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, um wichtige Einflussfaktoren der Unterschreitungswahrscheinlichkeiten für die Ampelbedingungen zu identifizieren.

Der vierte und letzte Teil der Dissertation schliesslich beinhaltet die Forschungsarbeit "Stock vs. Mutual Insurers: Who Does and Who Should Charge More?", welche eine empirische und theoretische Analyse des Zusammenhangs zwischen den Prämien von Versicherern in der Rechtsform der Aktiengesellschaft und des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit darstellt. Eine Auswertung von Paneldaten aus dem Bereich der deutschen Kfz-Haftpflichtversicherung liefert keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Versicherungsvereine signifikant höhere Prämien berechnen als Aktiengesellschaften. Im Anschluss wird ein umfassender Modellrahmen für die arbitragefreie Bewertung von Versicherungsverträgen eingesetzt, um Versicherer in Form von Aktiengesellschaften und Vereinen hinsichtlich der drei zentralen Grössen Prämienhöhe, Sicherheitsniveau und Eigenkapital zu vergleichen. Obwohl es aus normativer Sicht bestimmte Umstände gibt, in denen die Prämien einer Aktiengesellschaft und eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit gleich sein sollten, wäre es hierfür erforderlich, dass der Verein vergleichsweise weniger Kapital vorhält. Da dies den empirischen Ergebnissen widerspricht, scheinen die beobachteten Versicherungspreise nicht arbitragefrei zu sein.

Kurzfassung (englisch)


This dissertation consists of four parts, each of which comprises an individual research paper. The first two parts pertain to the field of insurance-linked capital market instruments. The paper "Performance and Risks of Open-End Life Settlements" is a comprehensive analysis of open-end funds, which exclusively invest in so-called senior life settlements, that is, U.S. life insurance policies traded in the secondary market. It comprises an explanation of the business model of open-end life settlement funds, an empirical analysis of their return distributions, a performance measurement, and an in-depth risk analysis. Although the empirical results suggest that life settlement funds offer attractive returns paired with low volatilities and are virtually uncorrelated with established asset classes, investors need to be aware of latent risk factors such as liquidity, longevity and valuation risks, which are largely not reflected by the examined historical data. Yet, these aspects should be taken into account in order not to overestimate the performance of this asset class.

The second research paper, "Pricing Catastrophe Swaps: A Contingent Claims Approach", centers around the catastrophe (cat) swap, a financial instrument through which natural disaster risks can be transferred between counterparties. It begins with a discussion of the typical contract design, the current state of the market, and major areas of application. In addition, a two-stage option-theoretic pricing approach is proposed, which distinguishes between the main risk drivers ex-ante and during the loss reestimation phase. Catastrophe occurrence is modeled as a doubly stochastic Poisson process (Cox process) with mean-reverting Ornstein-Uhlenbeck intensity. Moreover, by fitting various parametric distributions to historical loss data from the U.S., the heavy-tailed Burr distribution is found to be the most adequate representation for loss severities. The pricing model is then applied to market quotes for hurricane and earthquake contracts to derive implied Poisson intensities. Since a first order autoregressive process provides a good fit to the resulting time series, its continuous-time limit, the Ornstein-Uhlenbeck process should be well suited to represent the dynamics of the Poisson intensity in a cat swap pricing model.

With the research paper "Solvency Measurement of Swiss Occupational Pension Funds", the focus in the third part of the dissertation is on solvency measurement in the occupational pension system. Based on the combination of a stochastic pension fund model and a traffic light signal approach, a solvency test for occupational pension funds in Switzerland is proposed. Being designed as a regulatory standard model, the set-up is intentionally kept parsimonious and, assuming normally distributed asset returns, a closed-form solution can be derived. Despite its simplicity, the framework comprises the essential risk sources needed in supervisory practice. Due to its ease of calibration, it is additionally well suited for the fragmented Swiss market, keeping costs of solvency testing at a minimum. To illustrate its application, the model is calibrated and implemented for a small sample of ten Swiss pension funds. Moreover, a sensitivity analysis is conducted to identify important drivers of the shortfall probabilities for the traffic light conditions.

Finally, the fourth and last part of the dissertation contains the research paper "Stock vs. Mutual Insurers: Who Does and Who Should Charge More?", which is an empirical and theoretical analysis of the relationship between the premiums of insurers in the legal form of stock and mutual companies. An evaluation of panel data for the German motor liability insurance sector does not provide indications that mutuals charge significantly higher premiums than stock insurers. Subsequently, a comprehensive model framework for the arbitrage-free pricing of insurance contracts is employed to compare stock and mutual insurance companies with regard to the three central magnitudes premium size, safety level, and equity capital. Although, from a normative perspective, there are certain circumstances in which the premiums of stock and mutual insurers should be equal, these situations would generally require the mutual to hold comparatively less capital. This being inconsistent with the empirical results, it appears that the observed insurance prices are not arbitrage-free.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schmeiser, Hato (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Ammann, Manuel (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Betriebswirtschaftslehre (PMA)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


19.09.2011

Erstellungsjahr (yyyy)


2011

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


3870

Quelle



PDF-File


dis3870.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 05/12/2015 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]