Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


Essays on Insurance Economics and the Regulation of Financial Markets

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Rymaszewski, Przemyslaw Zbigniew

Unter Mitarbeit von


Braun, Alexander; Schmeiser, Hato (Prof. Dr.); Wagner, Joel (Prof. Dr.)

Geburtsdatum


13.03.1985

Geburtsort


Koszalin (Polen)

Matrikelnummer


09616020

Schlagwörter (GND)


Versicherungswirtschaft; Kreditmarkt; Regulierung; Aufsatzsammlung

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Solvenz; Versicherungsbranche; Insolvenzsicherung; Liquidität; Versicherung; Genossenschaftswesen; Zinsänderungsrisiko

Freie Stichwörter (englisch)


Insurance Guaranty Fund; Insolvency Protection; Diversification; Utility-Based Premiums; Occupational Pension Funds; Solvency Regulation; Traffic Light Approach; Integrated Insurance Safety Net; Orderly Run-Off; Stock Insurance Company; Mutual Insurance Company; Insurance Premium; Panel Data; Hausman-Taylor Estimator; Premium Decomposition; Recovery Option; Equity Participation; Risk Measurement; Cliquet-Style Interest Rate Guarantees; Participating Life Insurance; Term Structure Modeling

Kurzfassung


Die folgende Dissertation besteht aus fünf Teilen, die jeweils eine in sich geschlossene Forschungsarbeit enthalten. Die ersten zwei Kapitel setzen sich mit der Institution eines Insolvenzfonds in der Versicherungsbranche auseinander und stellen diese aus unterschiedlichen Perspektiven dar. In dem Arbeitspapier "Under What Conditions Is an Insurance Guaranty Fund Beneficial for Policyholders?" wird der Einfluss eines selbstragenden Insolvenzfonds in der Versicherungsindustrie auf die Vermögenssituation der Versicherungsnehmer auf unvollständigen Märkten analysiert. Innerhalb des untersuchten Rahmens stellen wir fest, dass die etwaigen Vorteile, die ein solcher Fonds mit sich bringen kann, generell nicht verursachungsgerecht auf die Versicherungsunternehmen und somit auf ihre Kunden alloziert werden können. Dies kann zu Nutzentransfers zwischen den teilnehmenden Unternehmen und deren Versicherungsnehmern führen. Als Lösung wird ein nutzenbasierter Ansatz zur Prämienbemessung vorgeschlagen.

Einen anderen Blickwinkel auf die unterschiedlichen Aspekte, die die Einführung eines Insolvenzfonds in der Versicherungsbranche mit sich bringen kann, liefert die Arbeit "Insurance Guaranty Funds and Their Relation to Solvency Regulation". Da ähnliche Institutionen in der Regel das Erreichen der übergeordneten Aufsichtsziele entweder unterstützen oder verhindern können, wird in dieser Forschungsarbeit die Notwendigkeit eines integrierten Ansatzes im Bereich der Solvenzregulierung hervorgehoben. Dieser sollte gegenüber den heutigen Aufsichtssystemen um die Fragen der institutionalisierten Lösungen im Bereich der Konkurssicherung erweitert werden. Es wird argumentiert, dass entsprechend ausgestaltete Insolvenzsfonds die Stabilität des Finanzsystems, die Vermeidung von Marktversagen, den Verbraucherschutz sowie den Wettbewerb in der Versicherungsindustrie fördern können.

Mit der Forschungsarbeit "A Traffic Light Approach to Solvency Measurement of Swiss Occupational Pension Funds" im dritten Teil der Dissertation liegt der Fokus auf der Solvenzmessung in der beruflichen Vorsorge. Es wird ein Solvenztest für Schweizerische Vorsorgeeinrichtungen vorgeschlagen, welcher auf der Kombination eines stochastischen Pensionskassenmodells und eines Ampelsignalansatzes basiert. Im Sinne eines regulatorischen Standardmodells wird der Aufbau bewusst einfach gehalten. Zudem kann unter der Annahme normalverteiler Anlagerenditen eine geschlossene Lösung abgeleitet werden. Trotz der relativ geringen Komplexität deckt das System die wesentlichen in der aufsichtlichen Praxis erforderlichen Risikoquellen ab. Aufgrund der einfach durchzuführenden Kalibrierung ist es zusätzlich gut zur Anwendung im fragmentierten Markt für Schweizerische Vorsorgeeinrichtungen geeignet und hält die Kosten der Solvenzregulierung so gering wie möglich. Zur Veranschaulichung der Anwendung des Modells wird es mittels einer kleinen Stichprobe von zehn Vorsorgeeinrichtungen kalibriert und umgesetzt. Darüber hinaus wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt, um wichtige Einflussfaktoren der Unterschreitungswahrscheinlichkeiten für die Ampelbedingungen zu identifizieren.

Der vierte Teil der Dissertation beinhaltet die Forschungsarbeit "Stock vs. Mutual Insurers: Who Does and Who Should Charge More?", welche eine empirische und theoretische Analyse des Zusammenhangs zwischen den Prämien von Versicherern in der Rechtsform der Aktiengesellschaft und des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit darstellt. Eine Auswertung von Paneldaten aus dem Bereich der deutschen Kfz-Haftpflichtversicherung liefert keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Versicherungsvereine signifikant höhere Prämien berechnen als Aktiengesellschaften. Im Anschluss wird ein umfassender Modellrahmen für die arbitragefreie Bewertung von Versicherungsverträgen eingesetzt, um Versicherer in Form von Aktiengesellschaften und Vereinen hinsichtlich der drei zentralen Grössen Prämienhöhe, Sicherheitsniveau und Eigenkapital zu vergleichen. Obwohl es aus normativer Sicht bestimmte Umstände gibt, in denen die Prämien einer Aktiengesellschaft und eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit gleich sein sollten, wäre es hierfür erforderlich, dass der Verein vergleichsweise weniger Kapital vorhält. Da dies mit den empirischen Ergebnissen nicht konsistent ist, scheinen die beobachteten Versicherungspreise nicht arbitragefrei zu sein.

Das fünfte und letzte Kapitel, "How Risky Are Interest Rate Guarantees Embedded in Participating Life Insurance Contracts? The German Case", setzt sich mit dem Risiko der Zinsgarantien auseinander, die den Versicherungsnehmern im Rahmen einer Kapitallebensversicherung üblicherweise gewährt werden. Da Lebensversicherungsunternehmen in der Regel einen erheblichen Teil ihres Asset-Portfolios in Anleihen investieren, beruht die Analyse auf der Modellierung eines Zinsstrukturmodells. Betrachtet wird ein Versicherungsunternehmen, das einfache Anlagestrategien in Staatsanleihen verfolgt. Mit Hilfe einer Monte-Carlo-Simulation, die mit empirischen Marktdaten für den deutschen Markt kalibriert wird, kann gezeigt werden, dass die Zinsgarantien auf dem deutschen Versicherungsmarkt mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit erwirtschaftet werden können. Somit kann das Risiko, das aus den Zinsgarantien resultiert, in bestimmten Konstellationen als eher gering eingestuft werden.

Kurzfassung (englisch)


This dissertation consists of five parts, each of which comprises an individual research paper. The first two parts analyze insurance guaranty funds from diverse perspectives. In the paper "Under What Conditions Is an Insurance Guaranty Fund Beneficial for Policyholders?", we investigate the conditions, under which the introduction of a self-supporting insurance guaranty fund is advantageous for policyholders. It is shown that in an imperfect market setting and given homogeneous firms all policyholders can potentially benefit from the existence of an insurance guaranty fund to the same extent if they have the same underlying risk preferences and are charged identical premiums. However, in a more realistic heterogeneous setting, an insurance guaranty fund is in general no longer beneficial for all insureds in the same manner. Thus, its introduction is likely to cause systematic utility transfers between the policyholders of different insurance companies. Subsequently, we propose a framework for utility-based fund charges as a possible solution to this problem.

The paper "Insurance Guaranty Funds and Their Relation to Solvency Regulation" brings insurance guaranty funds into a different focus. Since similar institutions might in general interfere with the fulfillment of the goals followed by prudential regulation and supervision, we underline the need for an enhanced regulatory approach extended by issues connected with existing institutionalized run-off solutions. We argue that, if appropriately designed, insurance guaranty funds might improve the stability of the financial system, help to avoid market failures, support consumer protection as well as increase the overall degree of competition.

The third part of the dissertation, the research paper "A Traffic Light Approach to Solvency Measurement of Swiss Occupational Pension Funds", deals with solvency measurement in the occupational pension sector. Based on the combination of a stochastic pension fund model and a traffic light signal approach, we propose a solvency test for occupational pension funds in Switzerland. Being designed as a regulatory standard model, the set-up is intentionally kept parsimonious and, assuming normally distributed asset returns, a closed-form solution can be derived. Despite its simplicity the framework comprises the essential risk sources needed in supervisory practice. Due to its ease of calibration, it is additionally well suited for the fragmented Swiss market, keeping costs of solvency testing at a minimum. To illustrate its application, the model is calibrated and implemented for a small sample of ten Swiss pension funds. Moreover, a sensitivity analysis is conducted to identify important drivers of the shortfall probabilities for the traffic light conditions.

The fourth part of the dissertation consists of the research paper "Stock vs. Mutual Insurers: Who Does and Who Should Charge More?", which is an empirical and theoretical examination of the relationship between the premia of insurers in the legal form of stock and mutual companies. An analysis of panel data for the German motor liability insurance sector does not indicate that mutuals charge significantly higher premiums than stock insurers. Subsequently, a comprehensive model framework for the arbitrage-free pricing of insurance contracts is employed to compare stock and mutual insurance companies with regard to the three central magnitudes premium size, safety level, and equity capital. Although, from a normative perspective, there are certain circumstances in which the premiums of stock and mutual insurers should be equal, these situations would generally require the mutual to hold comparatively less capital. As this is inconsistent with our empirical results, it seems that the observed insurance prices are not arbitrage-free.

The risks of interest rate guarantees embedded in participating life insurance contracts are analyzed in the fifth research paper, titled "How Risky Are Interest Rate Guarantees Embedded in Participating Life Insurance Contracts? The Case of Germany". As life insurance companies generally invest a significant part of their asset portfolio in bonds, we base our analysis on a term structure model. By means of a Monte Carlo simulation calibrated in line with empirical data for the German bond market, we are able to show that the interest rate guarantees offered in the German insurance market can be fulfilled to a very high probability using simple investment strategies based on investments in government bonds. Thus, we have reasons to believe that under certain conditions the risk resulting from interest rate guarantees is rather low.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schmeiser, Hato (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Eling, Martin (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Betriebswirtschaftslehre (PMA)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


19.09.2011

Erstellungsjahr (yyyy)


2011

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


3928

Quelle



PDF-File


dis3928.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 09/09/2015 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]