Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Das alltägliche Fremde : eine interdisziplinäre Analyse deutsch-chinesischer Arbeitswelten

Titel (englisch)


Ordinary Differences : An Interdisciplinary Analysis of German-Chinese Working Environments

Autor/Autorin


Schreiter, Anne

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


08.03.1984

Geburtsort



Matrikelnummer


09616129

Schlagwörter (GND)


Deutschland; China; Unternehmen; Arbeitswelt; Mitarbeiter; Führungskraft; Interaktion; Organisationssoziologie; Interkulturalität; Kultursoziologie; Management

DDC (Dewey Decimal Classification)


Sozialwissenschaften - 300

Freie Stichwörter (deutsch)


Interkulturelle Wirtschaftskommunikation; Qualitative Forschung

Freie Stichwörter (englisch)


Intercultural Business Communication; Qualitative Methods; Cross-Cultural Management

Kurzfassung


Alltägliche Arbeitsroutinen können im Rahmen ungewohnter Handlungsfelder in besonderem Maße zur Herausforderung werden. Das kann beispielsweise durch die Tätigkeit in einem anderen Land oder einem ausländischen Unternehmen geschehen. Solche Arbeitswelten sind auf der einen Seite und generell von Globalisierungsdynamiken und einer neoliberalen Wirtschaftsdoktrin geprägt, die auf der anderen Seite durch die Irritation von bekannten Handlungsoptionen an zusätzlichem Gewicht für die involvierten Wirtschaftakteure gewinnen. Manager und Mitarbeiter müssen also angesichts von Fremdem eine Balance zwischen Selbstoptimierung und Selbstbestimmung, zwischen ökonomischen Interessen und individuellen Lebensentwürfen herstellen.
Die vorliegende Arbeit interessiert sich im Allgemeinen dafür, wie die betroffenen Akteure mit der Gemengelage aus ökonomisch motivierten Vorgaben und wahrgenommenen Außeralltäglichkeiten umgehen. Im Besonderen geschieht das vor dem Hintergrund deutsch-chinesischer Arbeitskontexte, der sowohl Niederlassungen deutscher Firmen in China als auch Dependancen chinesischer Unternehmen in Deutschland umfasst. Die Auswahl dieses Forschungsfeldes lässt sich einerseits damit begründen, dass sich beide Länder nach wie vor gegenseitig als fremd wahrnehmen und mögliche Differenzen besonders konturiert hervortreten. Andererseits ist gerade der Bereich chinesischer Unternehmen in Deutschland sozialwissenschaftlich noch kaum bearbeitet.
Mit Hilfe leitfragengestützter Interviews mit deutschen und chinesischen Managern und Mitarbeitern geht die Arbeit der konkreten Frage nach, welche Handlungslogiken diese Akteure angesichts der genannten Herausforderungen im Arbeitsalltag anwenden. Dazu werden zunächst die Selbst- und Fremdbilder herausgearbeitet und damit auch, welche Differenzen die Akteure überhaupt wahrnehmen. Der daraus entstehende Rahmen beeinflusst wiederum intersubjektive und strukturelle Spannungsfelder, die anschließend näher betrachtet werden. Darauf folgt die Untersuchung, wie die Akteure mit diesen Spannungsfeldern umgehen und welche Rolle dabei interkulturelle Weiterbildungsmaßnahmen einnehmen. Da diese nur punktuell eingesetzt und als eher negativ bewertet werden, liegt die Verantwortung für kompetentes Handeln im Kontext des Forschungsfeldes in der Regel bei den Akteuren selbst, die intuitiv entscheiden und reagieren müssen. Kompetenz heißt in diesem Zusammenhang, dass die Akteure einerseits eine angemessene Arbeitsleistung vorweisen können, was andererseits miteinschließt, dass sie dazu fähig sind, Kommunikation in arbeitsweltlichen Interaktionen anschlussfähig zu gestalten. Das ist nach Erkenntnissen der Arbeit von unterschiedlichen Faktoren abhängig, die das Individuum selbst betreffen, also beispielsweise wie groß der Erfahrungsschatz ist und wie die persönliche Disposition aussieht. Zusätzlich wirken aber auch externe Aspekte, wie die hierarchische Position oder bestehende Unternehmensstrukturen. Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren und Aspekte lassen sich fünf Akteurstypiken ableiten. Bei jeder Typik wirken vier identifizierte Logiken in verschiedener Ausprägung und Intensität zusammen. Trotz dieser Variationen ist das übergeordnete Ziel stets, Anerkennung in sozialen Interaktionen zu erhalten und dafür auch weiterzugeben. Eng damit verknüpft ist dabei die Fähigkeit, Differenzen als solche bestehen lassen zu können.

Kurzfassung (englisch)


Daily working routines can turn into a profound challenge when facing unfamiliar conditions such as an occupation in a foreign country or company. These working environments are on the one hand increasingly affected by the dynamics of globalization and an omnipresent neoliberal doctrine. On the other hand, the irritations of familiar working habits add weight to these dynamics. The actors employed in this field therefore have to balance self-improvement and self-determination, economic interests and personal lifestyles while facing unfamiliar situations.
The thesis is generally interested in how these actors deal with these circumstances in their daily life. Specifically, this is examined in work-related German-Chinese contexts including German subsidiaries in China as well as Chinese subsidiaries in Germany. This particular framework was chosen because on the one hand both involved countries are still alien for each other. Therefore, perceived differences emerge rather prominently. On the other hand, it is especially the realm of Chinese companies in Germany that has yet to shift into focus of social science research.
The question of which logics of action the actors use when facing the mentioned challenges in their every day working life was analyzed by means of qualitative interviews with Chinese and German managers and employees.
For that purpose the thesis initially elaborates the self-perception and the perception of others and thereby which differences the actors actually observe and how they perceive them. In turn, this framework influences intersubjective and structural areas of conflict. After having delineated these areas the following part looks at how the actors deal with the outlined conflicts and to what extent this is influenced by cross-cultural education and training. Since the few experiences with such means and methods are not well perceived by the actors, the responsibility for capable actions generally falls back to the individual. Within this context, a capable actor is someone who simultaneously achieves required accomplishments and is able to keep up communication processes in working life interactions. In accordance with the findings of the thesis these abilities depend on a variety of factors regarding the individual, such as the amount of experiences or the personal disposition. Additionally, external factors including corporate structures or the hierarchical position have an impact on competent behaviour. The combination of these factors and circumstances enables the emergence of five types of actors. Each of these types acts by following a different set of logics with varying intensity. Despite these variations the greater goal in interactions is to receive and spend appreciation, which also means being able to sustain differences.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schultheis, Franz (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Bolten, Jürgen (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Organisation und Kultur (DOK)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


17.02.2014

Erstellungsjahr (yyyy)


2013

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4243

Quelle



PDF-File


dis4243.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 03/18/2014 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]