Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Whistleblowing als interne Risikokommunikation : Ausgestaltung eines unternehmensinternen Whistleblowing-Systems aus arbeits- und datenschutzrechtlicher Sicht

Titel (englisch)


Whistleblowing as internal risk communication : design of an internal whistleblowing system under labour law and data privacy law

Autor/Autorin


Rieder, Stefan

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


23.07.1983

Geburtsort


Oensingen (Solothurn)

Matrikelnummer


02605095

Schlagwörter (GND)


Schweiz; Whistleblowing; Compliance-System; Arbeitsrecht; Datenschutz

DDC (Dewey Decimal Classification)


Recht - 340

Freie Stichwörter (deutsch)


Whistleblowing-System; Risikokommunikation; Hinweisgeber; Whistleblower-Schutz; Risikomanagement; Corporate Governance

Freie Stichwörter (englisch)


Whistleblowing system; Compliance system; Risk Management; Risk communication; Whistleblower; Whistleblower protection

Kurzfassung


Das schweizerische Recht regelt Whistleblowing nicht explizit. Das Arbeits-, Datenschutz- und Strafrecht geben aber Leitlinien vor und setzen der Zulässigkeit von Whistleblowing rechtliche Schranken. Arbeitnehmer haben aufgrund der allgemeinen arbeitsrechtlichen Treuepflicht nicht nur ein Recht, der Arbeitgeberin mutmassliche Missstände zu melden, sondern sie müssen Missstände sogar melden, wenn die Arbeitgeberin geschädigt wird oder ein Schaden droht. Eine Meldung muss an das Whistleblowing-System oder bei Fehlen eines solchen Whistleblowing-Systems an eine geeignete interne Stelle gemeldet werden. Die Arbeitgeberin ist verpflichtet, die erhaltenen Meldungen unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bearbeitungsgrundsätze zu untersuchen. Die Fürsorgepflicht verlangt von der Arbeitgeberin, dass sie bei internem Whistleblowing sowohl meldende Arbeitnehmer als auch beschuldigte Arbeitnehmer in ihrer Persönlichkeit schützt. Whistleblower dürfen infolge einer berechtigten Meldung weder sanktioniert noch diskriminiert werden, weshalb ihre Identität vertraulich behandelt werden muss. Beschuldigte Arbeitnehmer müssen über eine erfolgte Meldung und deren Inhalt, nicht aber über die Identität des Whistleblowers informiert werden und Gelegenheit erhalten, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Externes Whistleblowing gegenüber Behörden oder der Öffentlichkeit ist aufgrund der allgemeinen Treuepflicht sowie der Geheimhaltungspflicht des Arbeitnehmers nur in Ausnahmefällen zulässig. Eine externe Offenlegung des Missstandes ist nur zulässig, wenn die Interessen des Arbeitnehmers oder der Öffentlichkeit die Interessen der Arbeitgeberin überwiegen und eine externe Meldung erforderlich und verhältnismässig ist. Weiter muss die Meldung zuerst erfolglos an die Arbeitgeberin erfolgt sein, bevor sie subsidiär an die zuständigen Behörden und in einem letzten Schritt ultima ratio an die Öffentlichkeit erfolgen darf. Arbeitnehmer, die aufgrund von rechtmässig erfolgtem Whistleblowing gekündigt oder anderweitig sanktioniert oder diskriminiert werden, sind durch den Schutz vor missbräuchlichen Kündigungen und der Fürsorgepflicht geschützt.

Kurzfassung (englisch)


Swiss law does not regulate whistleblowing explicitly. However, the labour law, data privacy law and criminal law provide guidelines and establish legal restrictions concerning the admissibility of Whistleblowing. Under Swiss labour law, employees have on account of the general duty of loyalty and confidentiality not only a right to report alleged grievances to the employer. In fact, they must report grievances if the employer is damaged or is threatened with a loss. A disclosure must be reported to the internal whistleblowing system or with the absence of such a whistleblowing system to an appropriate internal body. The employer is obliged to investigate the received reports considering the processing principles under data privacy law. The fiduciary duty of the employer requires with internal whistleblowing that the employer protects reporting employees, as well as accused employees, in the employee's personality rights. Whistleblower may be neither sanctioned as a result of an entitled disclosure nor be discriminated, which is why whistleblower's identity must be treated confidentially. Accused employees must be informed about a report and its content, but not about the identity of the reporting employee. Moreover, accused employees must be granted the opportunity to take a stand on the reproaches. External whistleblowing towards authorities or the general public is permitted under the general duty of loyalty and confidentiality of the employee only in exceptional cases. An external disclosure of the grievance is permitted only if the interests of the employee or the general public outbalance the interests of the employer and if an external disclosure is required and proportionate. Further, the report must first have disclosed unsuccessfully to the employer before the disclosure may occur secondarily to the responsible authorities, and in a final step of last resort (ultima ratio) to the public. Employees who are terminated due to legitimately successful whistleblowing or otherwise sanctioned or discriminated are protected by the protection against unfair dismissals and the fiduciary duty of the employer.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Geiser, Thomas (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Müller, Roland (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Rechtswissenschaft (DLS)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


18.02.2013

Erstellungsjahr (yyyy)


2013

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4107

Quelle


Recht in privaten und öffentlichen Unternehmen (RiU), Band 2, Dike Verlag, Zürich/St. Gallen 2013

PDF-File


dis4107.pdf

Dokumentverknüpfung


Link zu diesem Dokument







letzte Änderung: 02/17/2015 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]