Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


Essays on Systemic Risk and Financial Regulation

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Pankoke, David Antonius

Unter Mitarbeit von


Eling, Martin (Prof. Dr.)

Geburtsdatum


25.11.1985

Geburtsort


Bielefeld

Matrikelnummer


09603515

Schlagwörter (GND)


Versicherungswirtschaft; Regulierung; Risikomaß; Eigenkapitalgrundsätze

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Versicherungsregulierung; Systemische Risiken; Risikomasse

Freie Stichwörter (englisch)


Insurance Regulation; Systemic Risk; Risk Measures; Solvency II; Run-Off

Kurzfassung


Der erste Artikel mit dem Titel "Systemic Risk in the Insurance Sector: Review and Directions for Future Research" stammt von Martin Eling und David Pankoke. In diesem Artikel besprechen wir die vorhandene wissenschaftliche Literatur zu systemischen Risiken im Versicherungssektor und identifizieren offene Forschungsfragen. Wir fassen zusammen, klassifizieren und rezensieren 43 theoretische und empirische Forschungsarbeiten aus Wissenschaft und Praxis. Unser Review zeigt, dass die traditionellen Versicherungsfelder - Leben, Nicht-Leben und Rückversicherung - weder systemische Risiken erhöhen noch die Anfälligkeit von Versicherern gegenüber Krisen im Finanzbereich steigern. Nicht-traditionelle Versicherungsaktivitäten (z.B. CDS Underwriting) könnten jedoch die Krisenanfälligkeit der Versicherer erhöhen, insbesondere die der Lebensversicherer, da jene mit einem hohen Fremdkapitalverhältnis arbeiten. Ob diese nicht-traditionellen Aktivitäten auch das systemische Risiko eines Versicherers steigern, ist nicht abschliessend geklärt. In Frage kommen jedoch insbesondere der Handel mit Finanzderivaten, das Geben von Finanzgarantien und die Finanzierung über Schuldverschreibungen mit kurzer Laufzeit. Dieses Papier ist nicht nur von Interesse für Wissenschaftler, sondern auch von grosser Bedeutung für die Industrie, Regulierungsbehörden und politische Entscheidungsträger. Unser Artikel befindet sich derzeit in der dritten Runde des Review Prozesses des Risk Management and Insurance Review.
Der zweite Artikel wurde in Einzelarbeit von David Pankoke erstellt und trägt den Titel "Sophisticated vs. Simple Systemic Risk Measures". Diese Arbeit untersucht, ob anspruchsvolle Risikomasse oder einfache Indikatoren besser geeignet sind, um Institutionen zu identifizieren, welche in erheblichem Masse zu systemischen Risiken beitragen. Als anspruchsvolle Risikomasse wurden CoVaR, Marginal Expected Shortfall (MES), SRISK und Granger-Causality Networks gewählt. Als einfache Indikatoren dienen die Marktkapitalisierung, die Gesamtverschuldung, das Fremdkapitalverhältnis und die Aktienmarktrenditen einer Institution sowie die Korrelation zwischen Aktienmarktrenditen einer Institution und einem Referenzmarkt. Systemrelevanz der verschiedenen Institute wird durch den Erhalt von finanzieller Unterstützung während der Finanzkrise 2008 approximiert und der Einstufung als systemrelevantes Institut durch Aufsichtsbehörden. Die Analysen werden für alle Unternehmen im S&P 500 Composite Index durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass im Allgemeinen einfache Indikatoren mehr Aussagekraft als ausgefeilte Risikomasse besitzen. Insbesondere die Gesamtverschuldung ist der am besten geeignete Indikator nach Erklärungskraft und Modellanpassung zu urteilen, um die Systemrelevanz von Unternehmen zu ermitteln. Das am besten geeignete anspruchsvolle Risikomass ist SRISK. Die Arbeit wurde 2014 auf Versicherungskonferenzen in Moskau (APRIA), Seattle (ARIA) und St. Gallen (EGRIE) vorgestellt.
Die dritte Arbeit meiner Dissertation ist wiederum in Zusammenarbeit mit Martin Eling entstanden. Sie trägt den Titel "Basis Risk, Procyclicality, and Systemic Risk in the Solvency II Equity Risk Module". Dieser Aufsatz analysiert das Aktien-Risikomodul von Solvency II (neuer Rechtsrahmen für Versicherungsunternehmen in der Europäischen Union). Das Aktien-Risikomodul enthält einen symmetrischen Anpassungsmechanismus, um Prozyklizität der Kapitalanforderungen und damit das systemische Risiko im Versicherungssektor zu reduzieren. Wir evaluieren das Aktien-Risikomodul in drei Schritten: zunächst führen wir Sensitivitätsanalysen durch in Bezug auf die zugrunde liegenden Annahmen, dann erarbeiten wir das potenzielle Basisrisiko (d.h. Abweichungen zwischen dem tatsächlichen Risiko der Versicherer und dem angenommenen Risiko nach Solvency II) und schliesslich prüfen wir die Auswirkungen des symmetrischen Anpassungsmechanismus auf die Ziele von Solvency II. Wir stellen fest, dass das Aktien-Risikomodul auf die Vergangenheit fokussiert ist und besonders ein hohes Basisrisiko besteht, wenn die tatsächlichen Aktienportfolios der Versicherer sich von den Annahmen unter Solvency II unterscheiden. Beide Aspekte unterstreichen die Bedeutung des "Own Risk and Solvency Assessment" (ORSA) unter Solvency II. Darüber hinaus zeigen wir, dass der symmetrische Anpassungsmechanismus zu erheblichen Abweichungen von dem vorgeschlagenen 99,5% Konfidenzniveau führt und die Prozyklizität der Kapitalanforderungen verringert. Unsere Ergebnisse sind von Interesse einerseits für Wissenschaftler, die sich mit Regulierung und Risikomanagement auseinandersetzen und andererseits für Praktiker und Regulierungsbehörden, die sich mit der Implementierung solcher Modelle beschäftigen. Die Arbeit wurde 2012 in Minneapolis vorgestellt (ARIA) und 2013 in Berlin (DVfVW). Sie ist im Journal of Insurance Regulation veröffentlicht.
"Costs and Benefits of Financial Regulation - An Empirical Assessment for Insurance Companies" ist der Titel des vierten Artikels meiner Dissertation, welcher in Zusammenarbeit zwischen Martin Eling und David Pankoke entstanden ist. Wir analysieren empirisch die Kosten und Nutzen der Regulierung der Finanzmärkte auf der Grundlage einer Befragung von 76 Versicherern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Dies erlaubt uns, empirisch zu überprüfen, ob das Prinzip der Proportionalität der Regulierung von Aufsichtsbehörden umgesetzt wird: die Intensität der Regulierung sollte die firmenspezifischen Risiken nach Art, Ausmass und Komplexität reflektieren. Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Prinzip der Proportionalität nicht vollumfänglich umgesetzt wird; Regulierungskosten können z.B. nicht durch Unterschiede in der Komplexität des Geschäftsmodells erklärt werden. So ist eine wichtige Implikation unserer Resultate, dass die Umsetzung der Proportionalität durch Aufsichtsbehörden noch stärker fokussiert werden muss. Die Arbeit wurde 2014 auf Konferenzen in Moskau (APRIA) und Seattle (ARIA) vorgestellt.
Der letzte Artikel dieser Dissertation trägt den Titel "Discontinued Business in Non-Life Insurance-An Empirical Test of the Market Development in the German-Speaking Countries". Es handelt sich um eine Gemeinschaftsarbeit von Martin Eling und David Pankoke. Obwohl jedes Unternehmen Geschäftsbereiche besitzt in welchen die Zeichnung von Neugeschäft eingestellt wurde (Run-off, Discontinued Business), ist die aktive Steuerung dieser Bestände und deren versicherungstechnischer Rückstellungen ein relativ neues Thema in der Praxis und ein völlig neues Forschungsgebiet in der Wissenschaft. Basierend auf einer Befragung von 85 Nicht-Lebensversicherern aus Deutschland, Schweiz, Österreich und Luxemburg, testen wir empirisch die Marktentwicklung. Wir finden Hinweise darauf, dass die Schweizer Versicherer mehr Erfahrung mit dem aktiven Management des nicht fortgeführten Geschäfts haben als Versicherer in anderen Ländern. Wir erklären dieses Phänomen durch die Solvenz-Kapitalanforderungen der Schweiz, welche besser die Risiken von nicht fortgeführten Geschäftsbereichen abbilden. Wir folgern daraus, dass mit der Einführung von Solvency II ein aktives Management des nicht fortgeführten Geschäfts wichtiger wird, da die Versicherer mehr Eigenkapital für aufgegebene Geschäftsbereiche halten müssen. Wir illustrieren diese Tatsache in einem Zahlenbeispiel, welches zeigt, dass 23% der Solvency II Nicht-Leben-Prämien und das Reserverisiko auf nicht fortgeführte Geschäftsbereiche zurückgeführt werden kann. Der Artikel wurde im European Actuarial Journal in 2014 veröffentlicht.

Kurzfassung (englisch)


The first paper with the title "Systemic Risk in the Insurance Sector: Review and Directions for Future Research" is written by Martin Eling and David Pankoke. This paper reviews the extant research on systemic risk in the insurance sector and outlines new areas of research in this field. We summarize and classify 43 theoretical and empirical research papers from both academia and practitioner organizations. The survey reveals that traditional insurance activity in the life, non-life, and reinsurance sectors neither contributes to systemic risk, nor increases insurers' vulnerability to impairments of the financial system. However, non-traditional activities (e.g., CDS underwriting) might increase vulnerability and life insurers might be more vulnerable than non-life insurers due to higher leverage. Whether non-traditional activities also contribute to systemic risk is not entirely clear; however, the activities with the potential to contribute to systemic risk include underwriting financial derivatives, providing financial guarantees, and short-term funding. This paper is of interest not only to academics, but is also highly relevant for the industry, regulators, and policymakers. We submitted the paper to the Risk Management and Insurance Review where it is in the third round of the review process.
The second paper of this dissertation has the title "Sophisticated vs. Simple Systemic Risk Measures" and is single-authored. This paper evaluates whether sophisticated or simple systemic risk measures are more suitable to identify institutions which contribute to systemic risk. As sophisticated systemic risk measures I consider CoVaR, Marginal Expected Shortfall (MES), SRISK and Granger-Causality Networks. As simple systemic risk measures I consider the market capitalization, total debt, leverage and stock market returns of an institution as well as the correlation between stock market returns of an institution and the market. Systemic relevance is approximated by the receipt of financial support during the financial crisis and the classification as a systemically important institution by national or international regulators. The analyses are performed for all companies in the S&P 500 composite index. My findings indicate that in general, simple systemic risk measures have more explanatory power than sophisticated risk measures. In particular total debt is the most suitable indicator according to explanatory power and model fit to detect institutions which contribute to systemic risk. The most suitable sophisticated risk measure is SRISK. The paper was presented at the Asia-Pacific Risk and Insurance Association (APRIA) Annual Conference 2014 in Moscow, the American Risk and Insurance Association (ARIA) Annual Meeting 2014 in Seattle and the European Group of Risk and Insurance Economists (EGRIE) Annual Seminar 2014 in St. Gallen.
The third paper with the title "Basis Risk, Procyclicality, and Systemic Risk in the Solvency II Equity Risk Module" is written by Martin Eling and David Pankoke. This paper analyzes the equity risk module of Solvency II, the new regulatory framework for insurance companies in the European Union. The equity risk module contains a symmetric adjustment mechanism called equity dampener that is meant to reduce procyclicality of capital requirements and thus systemic risk in the insurance sector. We critique the equity risk module in three steps: we first analyze the sensitivities of the equity risk module with respect to the underlying technical basis, then work out potential basis risk (i.e., deviations of insurers' actual equity risk from the Solvency II equity risk), and -based on these results- measure the impact of the symmetric adjustment mechanism on the goals of Solvency II. The equity risk module is backward-looking in nature and a substantial degree of basis risk exists if realistic equity portfolios are considered. Both of these aspects underline the importance of the "Own Risk and Solvency Assessment" (ORSA) under Solvency II. Moreover, we show that the equity dampener leads to substantial deviations from the proposed 99.5% confidence level and thereby reduces procyclicality of capital requirements. Our results are of interest to academics who study regulation and risk management and of practical relevance to practitioners and regulators working on the implementation of such models. The paper was presented at the American Risk and Insurance Association (ARIA) Annual Meeting 2012 in Minneapolis as well as at the Annual Congress 2013 of the German Insurance Science Association in Berlin. The paper is published in the Journal of Insurance Regulation.
"Costs and Benefits of Financial Regulation - An Empirical Assessment for Insurance Companies" is the title of my fourth paper. It is co-authored by Martin Eling. We empirically analyze the costs and benefits of financial regulation based on a survey of 76 insurers from Austria, Germany and Switzerland. Our analysis includes both established and new empirical measures for regulatory costs and benefits. This is the first paper that takes costs and benefits combined into account using a latent class regression with covariates. Another feature of this paper is that it analyzes regulatory costs and benefits not only on an industry level, but also at the company level. This allows us to empirically test fundamental principles of financial regulation such as proportionality: the intensity of regulation should reflect the firm-specific amount and complexity of the risk taken. Our empirical findings do not support the proportionality principle; for example, regulatory costs cannot be explained by differences in business complexity. One potential policy implication is that the proportionality principle needs to be more carefully applied to financial regulation. The paper was presented at the Asia-Pacific Risk and Insurance Association (APRIA) Annual Conference 2014 in Moscow and the American Risk and Insurance Association (ARIA) Annual Meeting 2014 in Seattle.
The final paper of this dissertation has the title "Discontinued Business in Non-Life Insurance - An Empirical Test of the Market Development in the German-Speaking Countries". It is written together with Martin Eling as well. Although every company has discontinued business, its active management is a relatively new topic in practice and an entirely new field of study in academia. Based on a survey of 85 non-life insurers from Germany, Switzerland, Austria, and Luxembourg, we empirically test the market development and find indication that Swiss insurers seem to have more experience with the active management of discontinued business than insurers in other countries. We explain this phenomenon by that country's more advanced solvency capital requirements that better reflect the risk of discontinued business activities. We thus conclude that with the introduction of Solvency II, active management of discontinued business will become more important since insurers will have to hold higher equity capital for discontinued business portfolios. We illustrate this fact within a numerical example which shows that 23% of the Solvency II non-life premiums and reserve risk can be traced back to discontinued business. The paper is published in the European Actuarial Journal.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Eling, Martin (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Schmeiser, Hato (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Betriebswirtschaftslehre (PMA)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


14.09.2015

Erstellungsjahr (yyyy)


2015

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4417

Quelle



PDF-File


dis4417.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 02/16/2016 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]