Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


The Political Economy of Natural Disasters

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Mannino, Massimo

Unter Mitarbeit von


Bechtel, Michael (Prof. Dr.)

Geburtsdatum


16.12.1990

Geburtsort


Unterseen

Matrikelnummer


12601845

Schlagwörter (GND)


Politische Ökonomie; Naturkatastrophe; Verteilungspolitik; Wahlverhalten

DDC (Dewey Decimal Classification)


Sozialwissenschaften - 300

Freie Stichwörter (deutsch)


Naturkatastrophen; Naturkatastrophenhilfe; Verteilungspolitiken

Freie Stichwörter (englisch)


Political economy; Natural disasters; Disaster relief; Distributive politics; Voting behavior

Kurzfassung


Zu den wichtigsten Aufgaben einer Regierung gehört es, die Bevölkerung vor lebensbedrohlichen Ereignissen wie Naturkatastrophen zu schützen. Frühere Studien haben aufgezeigt, dass Wähler die amtierende Partei für nach einer Naturkatastrophe gesprochene Hilfsgelder belohnen, nicht aber für präventive Massnahmen. Dies verleitet Amtsinhaber dazu, zu viel in die Katastrophenhilfe zu investieren und die Katastrophenvorsorge zu vernachlässigen, obwohl letztere kosteneffizienter wäre. Es bedeutet auch, dass Naturkatastrophen für die amtierende Regierung eine einzigartige Chance darstellen, ihre Aussicht auf eine Wiederwahl zu verbessern, indem sie den Betroffenen Hilfsgelder zuspricht. Beruhend auf diesen Erkenntnissen zeigt die vorliegende Arbeit zunächst theoretisch und empirisch auf, welche politischen Überlegungen die Verteilung von Hilfsgeldern beeinflussen. Die Auswertung von US-amerikanischen Daten zu Naturkatastrophen und Katastrophenhilfe auf County-Ebene im Kontext der Präsidentschaftswahlen (1985-2008) ergeben, dass Präsidenten nach Naturkatastrophen Wahlbezirke mit loyaler Wählerschaft und hoher Wahlbeteiligung bei Katastrophenausgaben bevorteilen.

Anschliessend wird untersucht, welche Präferenzen die Bevölkerung für die Verteilung von Hilfsgeldern im Zusammenhang mit Naturkatastrophen hat und ob die tatsächliche Verteilung diese Präferenzen widerspiegelt. Beruhend auf Daten eines neuen, repräsentativen Umfrageexperiments in den USA wird gezeigt, dass die amerikanische Bevölkerung Hilfsgelder nach Betroffenheit und Bedarfshöhe verteilen will und politisch motivierte Katastrophenhilfe ablehnt. Daher stehen die Präferenzen der Bevölkerung teilweise im Konflikt mit präsidialen Wahlüberlegungen.

Der letzte Teil der Arbeit befasst sich mit individuellen Präferenzen bezüglich der staatlichen Katastrophenpolitik und mit der Frage, ob zusätzliches Wissen über die Vorteile von Präventionsmassnahmen die Unterstützung für diese beeinflusst. Zwei repräsentative Umfrageexperimente mit US-Staatsbürgern zeigen, dass sich die Zustimmung für präventive Ausgaben signifikant erhöht, wenn mehr Information über deren Effektivität und Effizienz bereitgestellt wird.

Die vorliegende Studie trägt zur wissenschaftlichen Debatte über die politischen Dimensionen von Naturkatastrophen bei. Sie haben wichtige Implikationen für die Literatur über politisch beeinflusste Umverteilungsmassnahmen sowie für die Ausgestaltung von für Katastrophenausgaben verantwortlichen Institutionen.

Kurzfassung (englisch)


One of the primary responsibilities of governments is to shield citizens from life threatening events such as natural disasters. Previous work has demonstrated that voters electorally reward incumbents for the provision of disaster relief but not for investing in disaster prevention, leading incumbents to over-invest in relief spending even though investing in preparedness would yield large efficiency gains. This suggests that natural disasters offer governments a unique opportunity to improve their re-election prospects by providing generous disaster relief. Building on these findings, the present thesis first theorizes about and empirically explores which types of electorally motivated strategies guide the allocation of disaster relief. Using county-level data on natural disasters and relief payments in the context of U.S. presidential elections (1985-2008) the thesis shows that presidents channel relief aid to high-turnout counties in which they enjoy strong electoral support even when controlling for disaster damage.

A subsequent analysis then investigates how citizens prefer policy benefits to be distributed among individuals experiencing natural disasters and to what extent presidents' distributive choices align with citizens' preferences. An exploration of data from a novel survey experiment with a representative sample of U.S. citizens suggests that citizens prefer allocations that reflect affectedness and need, but not electoral ties. Despite a notable degree of congruence between preferred and observed spending decisions, citizens' preferences do conflict with presidents' electoral considerations.

Finally, the third part studies individual disaster policy preferences and investigates whether providing additional information about the effectiveness and efficiency of preventive measures affects support for preparedness spending. Two novel survey experiments with a representative sample of U.S. citizens indicate that information related to effectiveness and efficiency significantly increases support for preparedness investments.

These findings advance the scholarly debate on the political dimensions of natural disasters and carry important implications for the literature on political biases in government redistribution and the design of institutions that manage public responses to natural disasters.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Bechtel, Michael (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Föllmi, Reto (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee


Hainmueller, Jens (Prof. PhD)

Fachgebiet


International Affairs and Political Economy (DIA)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


18.09.2017

Erstellungsjahr (yyyy)


2017

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4679

Quelle



PDF-File


dis4679.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 08/14/2017 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]