Metadaten







Promotionsordnung



Kumulative Dissertation



Titel


Krisenmanagement und Kommunikation im Wandel

Titel (englisch)


Change in Crisis Management und Communication

Autor/Autorin


Landert, Chantal

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


20.02.1968

Geburtsort


Rorbas, Schweiz

Matrikelnummer



Schlagwörter (GND)


Unternehmen : Kommunikation; Öffentlichkeitsarbeit : Unternehmen; Krisenmanagement

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Krisenmanagement und Kommunikation im Wandel; Betrachtung im Schnittstellenbereich der Betriebswirtschaftslehre und der Kommunikationswissenschaft

Freie Stichwörter (englisch)


Crisis Management; Communication

Kurzfassung


Veruntreuungen und Verunglimpfungen, Verstecktes und Ungereimtes, Katastrophen und Sabotagen, Verleumdungen und Fehler, mehr und mehr bewegt sich die moderne Presse auf eine Boulevardisierung hin. Ob das Individuum, eine Gruppe, eine Clique, eine Unternehmung oder eine ganze Ethnie im Mittelpunkt steht und ob zu Recht oder Unrecht damit behaftet oder darin involviert, die mediale Aufmerksamkeit ist ihnen gewiss. Gerade in "Krisenzeiten" ist ihnen die Aufmerksamkeit der Medien in einem solchen Masse sicher, wie "Schönes und Gutes" (50 Stellen geschaffen, Tigerpark aufgebaut, 1000 Kinder vor sicherem Hungertod gerettet) nicht mehr zu fesseln weiss. Handlungen, Vorgänge, Ereignisse, die durch die Medien zu wirklichen "Krisenereignissen" werden, bleiben als Schlagworte über kurz oder lang im Gedächtnis der Menschen: Ob national oder international Karriere machend (Schweizerhalle, Seveso, Bhopal, Tschernobyl), diese Ereignisse erweisen sich als "unauslöschlich". Ob rein im wirtschaftlich-juristischen Kontext (Enron/Arthur Andersen - WorldCom ­ Sulzer Medica: Hüft- & Kniegelenk-Implantate) oder mit Auswirkungen auf gesellschaftliche, ökologische Ebenen anzusiedeln (Apartheid- und Holocaustgelder/Nachrichtenlose-Konti; Uranmunition/Contraves), diese Ereignisse gelten als "heisse Eisen". Ob abstrakt (unfreundliche Übernahme bei der Firma X) oder konkret (Massenentlassungen bei ABB/Swissair-Crossairdebakel) formuliert, sie erfreuen das Gemüt nicht. Ob "Eintagsfliegen" (Halifax, Zug) und eher schnell wieder vergessen oder langsam sich auch für die Verdränger bemerkbar machend (Südafrikas Arbeiter sterben einem unter den Händen weg/Aids oder Creutzfeldt-Jakob gefällig?), dem Image sind sie indes nicht förderlich. Ob ihren Anfang im Privaten nehmend (Borer-Fielding) oder in öffentlichen Fehlleistungen (Blatter&Fifa), die Liste kann beliebig Ergänzung erfahren und immer wieder neu gruppiert werden. Eines haben diese Ereignisse gemeinsam: Sie sind der ins Visier genommenen Personen, oder Institutionen, nicht gerade förderlich. In unserer materialistischen Welt werden soft factors zu den wirklich starken Faktoren im Kampf ums Überleben in einer auf Wettbewerb gedrillten Welt. Interesse, Schadenfreude und Lüsternheit führen, ob gerechtfertigt oder nicht, ins Zwielicht. Gerade dadurch ist das Interesse der Öffentlichkeit an solchen Ereignissen gross. Die Mehrheit bestimmt durch "Nachfrage" nicht nur das Angebot, sie bestimmt eben auch das Bestehen des Einzelnen sowie das Bestehen der jeweiligen Unternehmung. Und somit hätte sich der Kreis wieder geschlossen ­ denn: Auch die Medien wollen selber im Endeffekt nur eines: Aufmerksamkeit erzeugen bzw. Überleben.

Das Interesse, das seitens der Öffentlichkeit Krisenereignissen entgegengebracht wird (inkl. um sich greifender "Boulevard-Stil"), und damit verbunden die Brisanz der Thematik, zeigen uns allen die verschiedenen Medienprodukte weltweit, tagtäglich, rund um die Uhr. So ist dies auch mit den live beobachtbaren und in der Folge immer wieder "medial-repetierten" Anschlägen auf die militärische (Pentagon/Washington) und die wirtschaftliche Macht (World Trade Center/New York) der Vereinigten Staaten von Amerika am 11. September 2001 geschehen. Diese Anschläge wurden in Form von Massenterroranschlägen geführt, die gezielt eine Stimmung der Ungewissheit und Unsicherheit in den Handlungen heraufbeschworen mit weitreichenden (Ketten)auswirkungen nicht nur auf einzelne Unternehmen oder auf ganze Branchen, ja sogar auf die ganze Weltgemeinschaft und ­wirtschaft. Laut Kommentatoren stellten diese Terrorakte insgesamt einen Wendepunkt in militärischer, strategischer, politischer und wirtschaftlicher Hinsicht dar und bedurften mindestens eines grossangelegten Katastrophen-/Krisenmanagements. Was nun die Öffentlichkeit anbelangt, ruft sich diese unter den vorgenannten Schlagworten bestimmte Bilder in Erinnerung und versieht diese Schlagworte mit Konnotationen, die namentlich negative Auswirkungen auf das von der "Krise" heimgesuchte System (u. a. Unternehmung) in sich bergen, und dies, gleichviel ob solche in der Presse als "Krisen" gebrandmarkten Fälle aus gängiger, theoretischer Sicht rechtmässig oder nicht rechtmässig als solche bezeichnet werden. Sofern Krisen durch die Presse an die Öffentlichkeit gelangen - und die Gefahr laufen Systeme/Unternehmen in einer durch den Strukturwandel der Öffentlichkeit zunehmend transparenteren Welt -, werden sie nun auch von den externen Teilöffentlichkeiten als solche wahrgenommen.

Krisen sind heutzutage eigentliche Reputationskrisen, die neue Anforderungen an die Unternehmen stellen. Dass diese Aspekte heute für die Unternehmen immer wie wichtiger werden, zeigen neben einer steigenden und beobachtbaren Skandalierung von Unternehmen auch die zunehmende Problematisierung der Unternehmenskommunikation in der Literatur und die Konjunktur von Begriffen wie Kommunikationsmanagement, Krisenmanagement etc. Nimmt man sich bestehenden Theoriefragmenten rund um die Krisenmanagement- und die Kommunikationsthematik an, fällt auf, dass sich die verschiedensten Domänen in Begriffsklaubereien und Managementformen verrennen. Man spricht unter anderem von Begriffen wie Störfall, Risiko, Konflikt, Krise, Katastrophe mit ihren jeweiligen Managementformen und versucht verzweifelt Ordnung in das praktische Chaos bei Krisenlagen zu bringen. Dabei scheint die Komplexität solcher Situationen künstlich eher noch komplexer gemacht zu werden, anstatt zu erkennen, dass in modernen Gesellschaften heute alles eine Frage des Umgangs und wohl auch des Vertrauens ist. Die entscheidenden zwei Fragen müssen lauten: Können Unternehmen mit Krisen leben und glauben interne und externe Teilöffentlichkeiten an das Unternehmen? Ist das Vertrauen der Stakeholder erst verloren, dann ist besagte Unternehmung tatsächlich in einer Lebenskrise, die die Existenz derjenigen im worst case vernichtet. Damit dies nicht geschieht, braucht es die Erkenntnis, dass drohende Reputationskrisen heute durch ein modernes Krisenmanagement angegangen werden müssen, das sich präventiv besonders mittels eines gezielten Issuesmanagements, mittels einer generellen Medienbeobachtung und darauf abgestützt ganz besonders mittels einer wohlüberlegten Kommunikation auszeichnet.

Kurzfassung (englisch)



Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Gross, Peter (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Imhof, Kurt (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Wirtschaftswissenschaften

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


31.03.2003

Erstellungsjahr (yyyy)


2003

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


2756

Quelle



PDF-File


dis2756.pdf

Dokumentverknüpfung


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