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Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


In Kunst investieren: Motive und Strategien des Kunstsammelns in transgenerationaler Perspektive

Titel (englisch)


Investing in art: Motives and strategies of collecting from a transgenerational perspective

Autor/Autorin


Jay von Seldeneck, Kilian

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


30.04.1979

Geburtsort


Berlin

Matrikelnummer


00646091

Schlagwörter (GND)


Kunst; Sammeln; Generation

DDC (Dewey Decimal Classification)


Sozialwissenschaften - 300

Freie Stichwörter (deutsch)



Freie Stichwörter (englisch)



Kurzfassung


Vita brevis, ars longa (Seneca)
Kunstsammler stehen mehr denn je im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wenn es um Analysen der Kunstwelt geht. Waren es früher Kritiker Kunstvereine und Museumsdirektoren, die die Entwicklung eines Künstlers massgeblich beeinflussen konnten, ist diese Machtposition heute mehr und mehr den Sammlern zuteil geworden. Eine Verschiebung von einem Galerien-Kritiker-System, welches sich im 19. Jahrhundert etabliert hatte, hin zu einem Galerien- Sammler-System (Schultheis) wird in jüngerer Vergangenheit konstatiert. Die Weitergabe von Kunstsammlungen wird in der bisherigen Forschung allerdings vernachlässigt. Diese beschäftigt sich fast ausnahmslos mit Sammlungen als distinktiven Monumenten der kulturellen und gesellschaftlichen Bedeutung lebender Sammler und weniger mit der Frage, was nach dem Tod des Sammlers passiert. Dabei ist diese Frage gerade bei Kunstsammlungen von hoher Relevanz, handelt es sich doch um symbolische Güter, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen und deren Markt ganz eigenen Spielregeln unterliegt – anders als beispielsweise ein vererbtes Aktiendepot. Zudem wird der materielle Reichtum eines einzelnen Sammlers angesichts der Begrenztheit des eigenen Lebens häufig über die eigene Generation hinaus konzipiert. Die bisher vorliegenden Sammlertypologien nehmen zwar die grundsätzliche Disposition einzelner Sammlertypen genau in den Blick, klammern aber die Transmission weitgehend aus. Warum gelingt es einigen Sammlerfamilien, ihr Patrimonium weiterzugeben und zu perpetuieren? Gibt es begünstigende Faktoren bei der Interaktion zwischen den Generationen? Mit diesen Fragestellungen habe ich mich an einige exponierte Sammler gewandt und sie anhand von Interviews zu diesem Themenfeld befragt. In der Familienmoral gehört es zur Ethik der Gerechtigkeit zwischen den Generationen, dass man der nächsten Generation mindestens so viel vererbt, wie selbst ererbt wurde (Pitrou). Geerbt wird dabei nicht allein die physische Kunstsammlung. Erst der Blick auf das mit den ererbten Kunstwerken verbundene symbolische, kulturelle, ökonomische und soziale Kapital (Bourdieu) offenbart wichtige Motive und Strategien transgenerationalen Sammelns, die in der Forschung bisher noch keine oder wenig Beachtung gefunden haben. Die wichtigsten Erkenntnisse aus allen Sammler-Interviews werden nach Themenbereichen sortiert und gegliedert. Daraus abgeleitet werden Idealtypen transgenerationaler Sammler definiert, um der bisher vernachlässigten Reproduktion symbolischen Kapitals angesichts der zeitlichen Begrenztheit menschlichen Lebens Anerkennung und Definition zu geben.

Kurzfassung (englisch)


Vita brevis, ars longa (Seneca)
Researchers are more and more focusing on collectors when analyzing the art market. The long-standing power of critics and museum directors and curators, who in former times were deciding about artist careers, has vanished – and this position has been taken by elitecollectors with close to unlimited funding. Therefore, a shift from a gallery-critics-system established in the 19th century towards a gallery-collector-system (Schultheis) has lately been stated. However, the transmission of collections has been neglected in the academic research of the field. Current publications are almost exclusively dealing with collections as distinct monuments of living collectors - thus not taking a transgenerational perspective. At the same time, this angle is highly relevant for art collections as they are symbolic goods with very peculiar market dynamics – different from, say an equity portfolio being passed on to the next generation. What is more, the material wealth of a single collector is often times projected beyond his or her own generation. Established typologies of collectors take a rather general look at the disposition of different types of collectors, but are not really including the ex-post perspective and transmission in their typologies.
Why are some collector-families in a position to pass on and perpetuate their patrimony? Are there factors that help generations to interact? I took these questions to some highly exposed collectors and interviewed them. In the morals of a family it is seen as just and fair to leave at least as much to the next generation as one has received (Pitrou). And it is not only about inheriting a physical art collection. Taking the cultural, symbolic, economic and social capital into account that comes with the collection (Bourdieu) reveals important motives and strategies of transgenerational collecting that have so far only had little or no repercussion in the academic world. The most fundamental insights from all interviews will be sorted by topic and clustered. From there, ideal types of collectors will be defined, to reflect on this neglected dimension which will at one point be relevant to every collector.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schultheis, Franz (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Wuggenig, Ulf (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Organisation und Kultur (DOK)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


18.09.2017

Erstellungsjahr (yyyy)


2017

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4666

Quelle



PDF-File


dis4666.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 08/14/2017 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]