Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


Determinants of Student Success and Student Choices in Higher Education

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Fricke, Hans Dietrich Ulrich

Unter Mitarbeit von


Grogger, Jeffrey (Prof. PhD); Lechner, Michael (Prof. Dr.); Steinmayr, Andreas (PhD)

Geburtsdatum


23.03.1984

Geburtsort


Wildeshausen

Matrikelnummer


11614724

Schlagwörter (GND)


Bildungsökonomie; Sport; Humankapital

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)



Freie Stichwörter (englisch)


Higher education; major choice; tuition fees; consumption; sports; performance; DiD; heterogeneous treatment effects

Kurzfassung


Diese Dissertation kombiniert vier Studien im Bereich der Bildungsökonomie und der Programmevaluation. Ziel der Dissertation ist es, zu analysieren, wie unterschiedliche Faktoren studentische Leistung und Entscheidungen in höherer Bildung beeinflussen. Sie soll das Verständnis über Studiengebühren, Universitätssport und Studienfachwahl fördern und letztlich zu einer informierten Politikgestaltung in der höheren Bildung beitragen. Alle Kapitel achten besonders auf die Identifizierung kausaler Effekte. Die Dissertation nutzt institutionelle Gegebenheiten der Universität St. Gallen, die sich für experimentelle und quasi-experimentelle Forschungsstrategien anbieten.

Das erste Kapitel präsentiert neue methodische Überlegungen, die für Studiengebührevaluation genutzt werden. Es leistet ebenfalls einen eigenständigen Beitrag zur Literatur über kausale Inferenz. Das Kapitel diskutiert Identifizierung anhand von Difference-in-Differences (DID) Ansätzen mit mehreren Treatments. Obwohl solche Situationen häufig in der angewandten Forschung auftreten, haben sie kaum theoretische Aufmerksamkeit erhalten. In diesem Kapitel werden zwei wichtige Erkenntnisse erläutert und ihre Auswirkungen auf prominente Beispiele diskutiert. Erstens: die Studie zeigt, dass eine angemessene Anwendung der Common Trend Annahme für den Vergleich von zwei Treatments die Möglichkeit der Effektheterogenität für mindestens eines der beiden Treatments einschränkt. Angesichts des nicht-zufälligen Treatmentstatus ist es unwahrscheinlich, dass diese Annahme in den meisten Anwendungen zutrifft. Zweitens: der Vergleich von zwei Treatments mit DID Strategien identifiziert unter bestimmten Bedingungen den tiefst möglichen absoluten Wert eines Average Treatment Effects on the Treated zwischen einem der beiden Treatments und der hypothetischen Situation ohne Treatment, selbst wenn die Homogenitätsannahme verletzt wird. Diese Bedingungen sind plausibel in Anwendungen, bei denen Treatments geordnet sind, oder sich in ihrer Intensität unterscheiden.

Das zweite Kapitel untersucht, wie eine Erhöhung der Studiengebühren Studienleistungen beeinflusst, insbesondere Noten und die Wahrscheinlichkeit, das Studium innerhalb der Regelstudienzeit zu beenden. Es untersucht weiter, wie die Studierenden die erhöhten Kosten finanzieren, um mögliche Kanäle zu untersuchen, wie sich die erhöhten Kosten auf Studienleistungen auswirken könnten. Während in den vergangenen Jahrzehnten die meisten OECD-Länder Studiengebühren erhöht wurden, ist erstaunlich wenig über ihre Auswirkungen auf Studenten bekannt. Dieses Kapitel liefert drei Ergebnisse. Erstens: die geschätzten Effekte auf Abschluss in Regelstudienzeit, die gesammelten Kreditpunkte, und Noten sind nahe Null und insignifikant. Zweitens: Umfragedaten deuten darauf hin, dass die Studierenden keine Kredite aufnehmen können oder wollen. Drittens: die Studierenden kompensieren die Erhöhung der Gebühren mit einer Verringerung der Konsumausgaben.

Das dritte Kapitel untersucht, wie die Auseinandersetzung mit einem Studienfach die Studienfachwahl von Studierenden beeinflusst (gemeinsam mit Jeffrey Grogger und Andreas Steinmayr). Die Wahl des Studienfachs ist ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkterfolg von Studierenden. Wenn Studierende ihr Studium beginnen, haben sie unvollständiges Wissen über mögliche Studienfächer und darüber, wie gut sie zu den Fächern passen. Die Möglichkeit, verschiedene Studienbereiche zu erkunden, ist eine Rechtfertigung für die späte Spezialisierung im Studium. Allerdings gibt es keine schlüssige Evidenz dafür, dass die Studienfachwahl durch die Auseinandersetzung mit bestimmten Fächern beeinflusst wird. In diesem Kapitel wird analysiert, ob eine unfreiwillige Auseinandersetzung mit Volkswirtschaftslehre oder Recht die Studienfachwahl von Studierenden mit einer Präferenz für Betriebswirtschaftslehre beeinflusst. Wir nutzen quasi-zufälligen Kontakt mit den Fächern Volkswirtschaftslehre und Recht im ersten Jahr an der Universität St. Gallen: Einige Studierenden müssen eine Forschungsarbeit in diesen Fächern schreiben, während andere ihre Arbeit in Betriebswirtschaftslehre schreiben. In diesem Kapitel finden wir zwei Ergebnisse. Erstens: das Fach der Arbeit erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Studierende das entsprechende Studienfach wählen. Zweitens: die Effekte unterscheiden sich zwischen Studentinnen und Studenten. Das heisst, der Effekt für Volkswirtschaftslehre wird von Studenten getrieben, während der Effekt für Recht nur für Studentinnen zu finden ist.

Das vierte Kapitel untersucht, ob Universitätssport Studienleistungen beeinflusst (gemeinsam mit Michael Lechner und Andreas Steinmayr). Universitätssport ist ein fester Bestandteil des universitären Lebens in vielen Ländern. Allerdings sind diese Angebote teuer und werden vor allem aus universitären Mitteln finanziert, die auch für andere Aktivitäten wie Lehre oder Forschung ausgegeben werden könnten. Bisher haben noch keine Studien glaubhafte Evidenz dafür vorgelegt, dass diese Angebote zum Bildungserfolg der Studierenden beitragen. Um diese Forschungslücke zu füllen, führten wir eine experimentelle Studie an der Universität St. Gallen durch. Wir boten zufällig ausgewählten Studierenden in zwei Kohorten finanzielle Anreize an, am Universitätssport teilzunehmen. In der ersten Kohorte erhöhen die Anreize die Sportteilnahme und verbesserten die Durchschnittsnoten deutlich. In der zweiten Kohorte hatten die Anreize einen schwächeren Effekt auf Sportteilnahme und keinen signifikanten Einfluss auf Noten. Umfragedaten deuten darauf hin, dass die Studierenden Sport abseits vom Campus mit Universitätssport ersetzten. Dadurch verbringen die Studierenden möglicherweise mehr Zeit in Vorlesungen, was die positiven Noteneffekte erklären konnte.

Kurzfassung (englisch)


This thesis combines four papers in the fields of economics of education and program evaluation. The goal of this thesis is to analyze how different factors influence student performance and choices in higher education. It aims to advance the understanding of tuition fees, on-campus recreational sports and exercise, as well as major choice, and to ultimately contribute to an informed discussion about policy making in higher education. All chapters pay special attention to the identification of causal effects. The dissertation exploits institutional features of the University of St. Gallen, which lend themselves to a variety of experimental and quasi-experimental research strategies.

The first chapter presents a new methodology that will be used in the context of the evaluation of tuition fees but also makes a stand-alone contribution to the causal inference literature. It discusses identification based on difference-in-differences (DiD) approaches with multiple treatments. While such situations are frequent in applied research, they have not received much theoretical attention. This chapter provides two key insights and discusses their implications in prominent examples. First, it shows that an appropriate adaptation of the common trend assumption underlying the DiD strategy for the comparison of two treatments restricts the possibility of effect heterogeneity for at least one of the treatments. Given the non-random treatment assignment, this assumption is unlikely to hold in many applications. Second, under certain conditions, the DiD estimate comparing two treatments identifies a lower bound in absolute values on the average treatment effect on the treated compared to the unobserved non-treatment state, even if effect homogeneity is violated. These conditions are plausible in applications in which treatments are ordered or differ in intensity.

The second chapter analyses how an increase in tuition fees influences student achievement, particularly on-time graduation and performance. It further explores how students finance increased costs and sheds light on possible channels by which costs might affect student achievement. While in past decades most OECD countries have increased tuition fees, surprisingly little is known about its impact on students. This chapter provides three main results. First, the estimated effects on on-time graduation, credits earned and performance are close to zero and insignificant. Second, survey data suggest that students are credit constrained, and third, students compensate the increase in fees with a reduction in consumption spending.

The third chapter investigates how being exposed to a field of study influences students' major choices (joint with Jeffrey Grogger and Andreas Steinmayr). The choice of major is an important determinant of the labor market outcomes of students. When students start college, they have imperfect knowledge about possible majors and about their individual match quality. The possibility to explore different fields of study is one justification for late specialization. However, there is no conclusive evidence that student major choices are affected through exposure to different fields. This chapter analyzes if involuntary exposure to economics or law influences the major choices of students with a preference for business. We exploit quasi-random exposure to the field of economics or law in the first year of studies at the University of St. Gallen: Some students have to write a research paper in these fields, while others write their paper in the field of business. This chapter finds two main results. First, the field of the paper significantly increases the probability that students choose the respective major. Second, the effects are heterogeneous according to gender. That is, the effect for economics is driven by male students, while the effect for law is largely driven by female students.

The fourth chapter investigates the role of on-campus sports and exercise on achievement (joint with Michael Lechner and Andreas Steinmayr). On-campus recreational sports and exercise are an integral part of university life in many countries. However, these amenities are costly and mainly financed out of university funds, which could also be spent on other activities such as teaching or research. Yet no studies have provided credible evidence that these polices contribute to students' educational attainment. To fill this research gap, we implement an experimental study at the University of St. Gallen. We randomly provide students in two cohorts with financial incentives to participate in on-campus sports and exercise. In the first cohort the incentives increased on-campus sports frequency and improved average grades significantly. In the second cohort the incentives had a weaker effect on sports frequency and no significant effect on grades. Survey data suggests that students substitute off-campus activities with on-campus activities. As a result, students seem to spend more time in class, which could explain the positive grade effects.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Lechner, Michael (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Bettinger, Eric (Prof. PhD)

Erweitertes Diss. Komitee


Eugster, Beatrix (PhD)

Fachgebiet


Economics and Finance (PEF)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


19.09.2016

Erstellungsjahr (yyyy)


2016

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4575

Quelle



PDF-File


dis4575.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 08/22/2016 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]