Metadaten







Promotionsordnung


PromO94

Kumulative Dissertation



Titel


Die Steuerung von Landesbetrieben nach § 26 LHO

Titel (englisch)


The Control of Landesbetriebe

Autor/Autorin


Fellrath, Götz

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


26.06.1974

Geburtsort



Matrikelnummer


00647248

Schlagwörter (GND)


Deutschland; Neues Steuerungsmodell; Landesbetrieb

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Landesverwaltung; Verwaltungsreform

Freie Stichwörter (englisch)


New Public Management

Kurzfassung


Landesbetriebe sind eine besondere Organisationsform der Landesverwaltungen, die, wie in dieser Arbeit nachgewiesen werden konnte, eine zunehmende Bedeutung innerhalb des Verwaltungsaufbaus erfahren. Sie werden als Instrument zur Verwaltungsmodernisierung eingesetzt, da diese Einrichtungen zwar rechtlich unselbstständig, organisatorisch jedoch von der Landesverwaltung abgesondert sind und somit dem Gedanken der grösseren Eigenständigkeit und dezentralen Budgetierung entsprechen. Diese Einrichtungen sollen verstärkt nach wirtschaftlichen Prinzipien handeln. Ein Element für die Realisierung dieses Anspruchs ist die Organisation der Steuerung. Ihr widmet sich das Forschungsinteresse dieser Arbeit. Wie und durch wen die Landesbetriebe in Deutschland gesteuert werden, welche Instrumente und Organisationsformen zum Einsatz kommen und welche Akteure an der Steuerung beteiligt sind, wurde auf Basis des akteurszentrierten Institutionalismus untersucht.
Zur Schaffung einer ausreichenden Datenbasis wurde eine Erhebung dazu durchgeführt, welche Landesbetriebe in Deutschland bestehen. Bis dato existierte keine vollständige Auflistung. In dieser Arbeit, deren Ergebnisse auf 71 Interviews mit Landesbetriebsleitungen basieren, konnte nachgewiesen werden, dass die Steuerung der Landesbetriebe so heterogen ist wie ihre Aufgaben. Allerdings sind die Unterschiede in der Steuerung nicht auf die Aufgabenstellung oder Staatstätigkeit zurückzuführen. Gleichartige Landesbetriebe weisen teils völlig unterschiedliche Steuerungsmuster auf, während sich bei Landesbetrieben trotz unterschiedlicher Aufgabenstellung auch ähnliche Steuerungsmuster zeigen. Der einzig nachweisbare Zusammenhang liegt in der Grösse der Landesbetriebe. Je grösser die Landesbetriebe sind, desto intensiver sind die Kontakte mit der vorgesetzten Behörde und desto geringer sind die Handlungsfreiheiten dieser Landesbetriebe.
Die festgestellten Unterschiede und fehlenden Zusammenhänge lassen sich auf den geringen Umfang der rechtlichen Regelungen zurückführen. Im Verhältnis zu den kommunalen Eigenbetrieben, die oftmals als Äquivalent zu den Landesbetrieben benannt werden, ist der rechtliche Rahmen vage. Dieser Freiraum der Gestaltung wurde durch die handelnden Akteure sehr unterschiedlich genutzt. Inwieweit diese Freiräume der Gestaltung positiv zu bewerten sind, muss mit dem Hinweis auf die fehlende Kongruenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit hinterfragt werden. Der Anspruch an die Landesbetriebe, freier und wirtschaftlicher zu handeln, wird durch die umfassenden direkten Eingriffe und eine geringe Freiheitsgewährung durch die vorgesetzten Ministerien teilweise konterkariert. Die fehlende Kongruenz ist jedoch kein Beleg für das Scheitern der Landesbetriebe, sondern vielmehr für die mangelnde Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für die Landesbetriebe durch die handelnden Akteure des politisch-administrativen Bereichs.

Kurzfassung (englisch)


A "Landesbetrieb" is a particular kind of organization within in the administration on the federal state level in Germany. They are organizationally but not legally separated from the governmental administration. Landesbetriebe are a means for the modernization of the public administration as proven in this research. In comparison to the core parts of administration, they enjoy more freedom and are meant to operate as a private company, albeit not being legally privatized. This type of organization can be compared to the concept of "agencification" as such elements like decentralization and budgeting apply to both.
One element of this parallelism is the structure of control through government and parliament. This structure constitutes the core focus of this research, which addresses the questions of how Landesbetriebe are controlled, respectively steered and of who takes part in this process of control. The theoretical foundation for this academic analysis is the actor-centered institutionalism, introduced by Renate Manytz and Fritz W. Scharpf.
The basis for this research had to be provided for, as no complete list of these Landesbetriebe existed so far. The results show that about 160 of these organizations exist on the state level and that they have been erected for all functions of government. More than 80% of the existing Landesbetriebe have only been established after 1995. The research comprised of 71 interviews with leaders of Landesbetriebe, demonstrating that the structure, the means, and processes of control are as diverse as the tasks they fulfil. However, no uniform pattern could be found. Neither the task, nor any other characterization gives an indication of how the process of control is structured and who is participating in this control of these organizations. Size is the only indicator allowing some deduction concerning the intensity of control. In general the bigger, the more direct control mechanisms can be proven.
This diverse picture can be related to the degree of legal regulation, which is rare compared to other types of organizations within the public administration. Therefore it can be concluded that actors have used this lack of regulation individually, which leads in many cases to a high intensity of direct control and interference in the delivery process of the Landesbetriebe. This contradicts the aim of erection, which promised more freedom and possibilities to act independently. These findings do not prove the failure of the concept; much rather they show that more consistent regulation is essential to give the Landesbetriebe more freedom to act and at the same time maintain necessary influence for the government and the parliament.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schedler, Kuno (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Bogumil, Jörg (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Wirtschaftswissenschaften

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)



Erstellungsjahr (yyyy)


2008

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


3615

Quelle



PDF-File


dis3615.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 11/13/2009 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]