Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Gerechtigkeit als historischer Experimentalismus : Gerechtigkeitstheorie nach der pragmatistischen Wende der Erkenntnistheorie

Titel (englisch)


Justice as Historic Experimentalism : Justice Theory after the Pragmatic Turn in Epistemology

Autor/Autorin


Festl, Michael Geronimo

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


30.09.1980

Geburtsort


Starnberg, Germany

Matrikelnummer


07605488

Schlagwörter (GND)


Gerechtigkeit; Erkenntnistheorie; Pragmatismus

DDC (Dewey Decimal Classification)


Philosophie und Psychologie - 100

Freie Stichwörter (deutsch)



Freie Stichwörter (englisch)


Justice; Epistemology; Pragmatism

Kurzfassung


In der vorliegenden Arbeit soll die These mitsamt den sich aus ihr ergebenden Konsequenzen etabliert werden, dass die Disziplin Gerechtigkeitstheorie durch Entwicklungen in der Disziplin Erkenntnistheorie in dem Sinne beeinflusst wird, dass erstere sich von letzterer Anregungen im grundsätzlichen methodischen Vorgehen holt. Diese These soll sowohl unter Bezug auf allgemeine Argumente plausibilisiert als auch durch eine Rekonstruktion gerechtigkeitstheoretischer Ansätze aus erkenntnistheoretisch informierter Perspektive am konkreten Material belegt werden. Eine Konsequenz, die sich aus dieser These ableiten lässt, ist die Vorhersage, dass die beiden bis anhin vorherrschenden Paradigmen innerhalb der Gerechtigkeitstheorie - Neoaristotelismus und Neokantianismus - nur schwer in der Lage sein werden, ihre jeweilige Schwäche, nämlich Kulturrelativismus respektive leeren Universalismus, zu überwinden, weil diese Schwäche eine notwendige Folge aus ihrer Anlehnung an die ihnen jeweils zugrunde liegende Erkenntnistheorie darstellt und somit auf basaler Ebene der Theorie verortet ist. Eine andere Konsequenz besteht darin, dass es auf Basis dieser These möglich wird, zwei aktuelle, bislang aber nur selten miteinander assoziierte gerechtigkeitstheoretische Ansätze, die sich beide gegen die vorherrschenden Paradigmen wenden - nämlich der Ansatz Amartya Sens und derjenige Axel Honneths -, als ein und derselben philosophischen Theorietradition zugehörig auszuweisen: dem Pragmatismus. Unter explizitem Anschluss an selbige Theorietradition sollen diese beiden gerechtigkeitstheoretischen Ansätze zudem zu einem Ansatz weiterentwickelt werden, der als "Gerechtigkeitstheorie als historischer Experimentalismus" bezeichnet wird. Der Beitrag der vorliegenden Arbeit besteht somit zum einen darin, einen Blick auf die Disziplin Gerechtigkeitstheorie freizumachen, der durch die Trennung der Philosophie in eine sogenannte praktische, u.a. die Gerechtigkeitstheorie umfassende Philosophie und eine sogenannte theoretische, u.a. die Erkenntnistheorie umfassende Philosophie bisher weitgehend verstellt war, und zum anderen in der Explikation eines gerechtigkeitstheoretischen Ansatzes, der neueste Entwicklungen innerhalb der Disziplin Gerechtigkeitstheorie aufnimmt und weiterführt.

Kurzfassung (englisch)


The following work is supposed to establish the thesis, with its consequences, that the discipline justice theory is influenced by developments in the discipline epistemology in the sense that the former is stimulated by the latter when it comes to its basic methodology. This thesis will be rendered plausible by a general argumentation as well as by a reconstruction of approaches in justice theory from a standpoint that is acquainted with epistemology. One consequence deducible from this thesis is the prediction that the two currently controlling paradigms in justice theory - neo-Aristotelianism and neo-Kantianism - will have trouble overcoming their respective flaw, namely cultural relativism and empty universalism respectively, because this flaw is a necessary outcome of the epistemology they respectively rest upon and is, as such, located at the most basic level of the theory. Another consequence is that, based on this thesis, it becomes feasible to lay bare that two recent approaches in justice theory which have hitherto been rarely juxtaposed against each other and which are both built in opposition to the controlling paradigms - namely the approach of Amartya Sen and the one of Axel Honneth -, share a common philosophical tradition: pragmatism. Furthermore, by drawing an explicit connection to this tradition, these two approaches in justice theory will be developed into a distinct approach which will be called "justice as historic experimentalism". The contribution of this work is, thus, to be found, for one thing, in allowing a glimpse on justice theory which has been widely blocked up to now by the presumption of a far-reaching dichotomy between a so called practical philosophy encompassing, inter alia, justice theory and a so called theoretical philosophy encompassing, inter alia, epistemology, and, for another thing, in the creation of an approach in justice theory which incorporates and further develops latest advances in this discipline.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Thomä, Dieter (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Honneth, Axel (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Organisation und Kultur (DOK)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


16.09.2013

Erstellungsjahr (yyyy)


2013

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4144

Quelle



PDF-File


dis4144.pdf

Dokumentverknüpfung


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