Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Die Europäische Bürgerinitiative nach dem Vertrag von Lissabon : Rechtsdogmatische Analyse eines neuen politischen Rechts der Unionsbürger

Titel (englisch)


The European Citizens Initiative after the Treaty of Lisbon : Doctrinal analysis of a new political right of the Union citizens

Autor/Autorin


Hieber, Thomas

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


01.09.1981

Geburtsort


Esslingen am Neckar

Matrikelnummer


09601931

Schlagwörter (GND)


Europäische Bürgerinitiative

DDC (Dewey Decimal Classification)


Recht - 340

Freie Stichwörter (deutsch)


Europäisches Bürgerbegehren; Europäische Union; EU; Unionsbürger; politische Beteiligung; Demokratie; Partizipation; Unionsbürgerschaft

Freie Stichwörter (englisch)


European Union; European citizens initiative; democracy; participation; union citizenship

Kurzfassung


Mit dem Vertrag von Lissabon wurde die Europäische Bürgerinitiative neu in die europäischen Verträge aufgenommen. Gleichberechtigt zum Rat und zum Europäischen Parlament können nun nach Art. 11 Abs. 4 EUV eine Million Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, die aus einer erheblichen Anzahl von Mitgliedstaaten stammen, die Initiative ergreifen und die Europäische Kommission auffordern, im Rahmen ihrer Befugnisse geeignete Vorschläge zu Themen zu unterbreiten, zu denen es nach Ansicht jener Bürgerinnen und Bürgern eines Rechtsakts bedarf, um die Verträge umzusetzen. Damit wird das Inventar der politischen Beteiligungsmöglichkeiten für die Unionsbürgerinnen und Unionsbürger um ein neues politisches Recht ergänzt. Sie können nun aktiv die politische Agenda der Europäischen Kommission mitbestimmen und die Öffentlichkeit in Europa auf ihre Anliegen aufmerksam machen.
Die Verfahren und Bedingungen für die Bürgerinitiative wurden in der VO (EU) Nr. 211/2011 vom 16. Februar 2011 festgelegt. Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung am 1. April 2012 steht die Bürgerinitiative nun den Unionsbürgern zur Verfügung. Um dieses Recht effektiv ausüben zu können, müssen die Unionsbürger einen Bürgerausschuss bilden und ihre geplante Bürgerinitiative bei der Kommission registrieren lassen. Wenn sichergestellt ist, dass es sich um ein ernsthaftes Anliegen handelt, das in die Zuständigkeit der Kommission fällt und nicht gegen die Werte der Union verstösst, haben sie zwölf Monate Zeit, um eine Million Unterstützer aus mindestens einem Viertel der Mitgliedstaaten für ihr Anliegen zu finden. Gelingt ihnen das, werden die Organisatoren der Bürgerinitiative im Europäischen Parlament angehört und die Kommission hat drei Monate Zeit, um über ihr weiteres Vorgehen zu entscheiden.
Noch nie wurde in einem politischen Raum mit so vielen Bürgern und so vielen unterschiedlichen Sprachen und Kulturen die Möglichkeit zur transnationalen direktdemokratischen Beteiligung gegeben. Die Praxis wird zeigen, ob diesem politischen Experiment Erfolg beschieden sein wird.

Kurzfassung (englisch)


The Treaty of Lisbon introduced the European Citizens' Initiative into the European Treaties. On an equal footing with the Council and the European Parliament one million citizens who are nationals of a significant number of Member States may take the initiative of inviting the European Commission, within the framework of its powers, to submit any appropriate proposal on matters where citizens consider that a legal act of the Union is required for the purpose of implementing the Treaties. The Citizens' Initiative adds a new political right to the opportunities for political participation in the European Union. Citizens will have a real say on the political agenda of the European Commission and may raise public awareness in Europe for their concerns.
The provisions for the procedures and conditions required for a Citizens' Initiative have been layed down in Regulation (EU) Nr. 211/2011 of 16 February 2011.
Since the entry into force of this regulation on 1 April 2012 the Citizens' Initiative has become available for the citizens of the Union. In order to exercise this right, citizens need to form a committee and must register the proposed Citizens' Initiative with the European Commission. Only if it is ensured that the proposed Citizens' Initiative pursues serious concerns falling under the competence of the Commission and not violating the values of the Union, Citizens have a maximum of one year to collect one million signatories that come from at least one quarter of Member States. If they do so,
organisers shall be given the opportunity to present the Citizens' Initiative at a public hearing in the European Parliament and the Commission has to set out within three months the action it intends to take.
Never opportunity has been given for transnational direct democratic participation in a political space with so many citizens and so many different languages and different cultures. Time will tell whether this political experience will be rewarded by success.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Odendahl, Kerstin (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Heselhaus, Sebastian (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Rechtswissenschaft (DLS)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


18.02.2013

Erstellungsjahr (yyyy)


2013

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4087

Quelle



PDF-File


dis4087.pdf

Dokumentverknüpfung


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