Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Arbeitsverweigerung (tunejadstvo) in der Sowjetunion 1961-1991 : juristische Theorie, soziale Praxis und kulturelle Repräsentation

Titel (englisch)


Refusal to work (tuneyadstvo) in the Soviet Union 1961-1991 : legal codification, social practice and cultural representation

Autor/Autorin


Lastovka, Tatiana

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


16.02.1980

Geburtsort



Matrikelnummer


07602634

Schlagwörter (GND)


Sowjetunion; Arbeitsverweigerung; Strafrechtstheorie; Alltagskultur; Gesellschaft; Geschichte 1961-1991

DDC (Dewey Decimal Classification)


Sozialwissenschaften - 300

Freie Stichwörter (deutsch)


Sowjetische Alltagskultur; Recht und Gesellschaft unter Chruschtschow und Breschnew

Freie Stichwörter (englisch)


Soviet Union; everyday culture; refusal to work; legislation; society

Kurzfassung


Im Jahr 1961, auf dem Höhepunkt der Entstalinisierung, wurde Art. 209 ("Tunejadstvo") "Über die Verschärfung des Kampfes gegen Personen (Schmarotzer, Nichtstuer und Parasiten), die gesellschaftlich nützliche Arbeit verweigern und eine asoziale, parasitäre Lebensweise führen" in das sowjetische Strafgesetzbuch aufgenommen. Das vorliegende Forschungsprojekt will das Phänomen Arbeitsverweigerung (tunejadstvo) erstmals aus einer kulturhistorischen Perspektive untersuchen. In der Anwendung der Gesetze gegen die Arbeitsverweigerung spiegelt sich die "Gouvernementalität" (Foucault) des "entwickelten Sozialismus", der sich durch eine zwischen Liberalisierung und Repression schwankende Kontrolle des individuellen Verhaltens auszeichnete. Die Dissertation baut auf den Ergebnissen interdisziplinärer Untersuchungen zur sowjetischen Alltagskultur auf. Ausgewertet wird vor allem folgendes Quellenmaterial: 1. Gerichtsurteile, juristische Kommentare sowie Urteilstatistiken 2. literarische und publizistische Texte sowie Kinofilme 3. Ego-Dokumente, Memoiren und Interviews.
Die Arbeit zielt auf eine differenzierte Diskursanalyse der poststalinistischen Arbeitsethik, die ein zentrales ideologisches Moment der spätsowjetischen Regelkultur bildet. Die zu erwartenden Erkenntnisse werden das traditionelle Bild einer stagnierenden sowjetischen Gesellschaft in den Jahren 1961 bis 1991 erweitern und korrigieren: Das Erkenntnisinteresse richtet sich auf Grenzen und Möglichkeiten individueller Lebensstile in einer ideologisch hypertrophierten Kultur.

Kurzfassung (englisch)


Refusal to work (tuneyadstvo) in the USSR (1961-1991): Legal Theory, Social Practice and Cultural Representation. The PhD thesis is focused on the phenomenon of "refusal to work" as an instrument of the late soviet ideological politics and ideology, as well as its cultural representations. The dissertation's chapters trace the emergence of this concept, its necessity for the weakening soviet regime and its internal contradictions that would limit the usage of this concept, as well as its ideological, legal, political and cultural consequences.
The main difference between Stalinist and the following periods in the history of the soviet society lays in the methods of "governmentality" (Foucault): from openly repressive (totalitarian) to disciplinary ones. This change happening from the late 1950s to the 1960s, had created a new enemy figure - tuneiadets (a loafer). Thanks to ideological and cultural media, it emerged as a concept, broad enough to embrace various forms of social/political/cultural deviations: from moral to political.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schmid, Ulrich (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Leiderman, Mark (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Organisation und Kultur (DOK)

Sprache


RUS

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


17.09.2012

Erstellungsjahr (yyyy)


2012

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4058

Quelle



PDF-File


dis4058.pdf

Dokumentverknüpfung


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