Metadaten







Promotionsordnung



Kumulative Dissertation



Titel


Die Europäische Zentralbank

Titel (englisch)


The European Central Bank

Autor/Autorin


Fang, Paul

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum



Geburtsort



Matrikelnummer



Schlagwörter (GND)


Europäische Zentralbank

DDC (Dewey Decimal Classification)


Recht - 340

Freie Stichwörter (deutsch)


EZB

Freie Stichwörter (englisch)


ECB

Kurzfassung


Die Diskussion über eine europäische Wirtschaftsintegration begann in den 50er Jahren. Allerdings wurden damals noch keine konkreten Vorhaben für eine gemeinsame europäische Währungspolitik gefasst. Erst im Jahr 1969 trafen die europäischen Staats- und Regierungschefs die Entscheidung, stufenweise eine Wirtschafts- und Währungsunion in Europa zu errichten. Auch die Schaffung eines Europäischen Zentralbanksystems war in diesem Zusammenhang vorgesehen. Es sollten aber noch viele von heftigen Diskussionen der Mitgliedstaaten um den richtigen Weg in der Währungspolitik geprägte Jahre vergehen, bis schliesslich 1986 in der Einheitlichen Europäischen Akte die Umsetzung des Binnenmarktprogramms beschlossen und in weiterer Folge 1992 der Vertrag von Maastricht unterzeichnet wurde, dessen wichtigstes Ziel die Schaffung einer Wirtschafts- und Währungsunion in drei Stufen war.
Die letzte, dritte, Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion wurde am 1. Januar 1999 mit der Einführung des Euro als gemeinsame europäische Währung umgesetzt. Zum gleichen Zeitpunkt übertrugen erstmals in der Geschichte der europäischen Integration die nationalen Zentralbanken die geld- und währungspolitische Entscheidungskompetenz auf das System der Europäischen Zentralbanken und die bereits 1998 gegründete Europäische Zentralbank.
Die EZB als operativer Pfeiler des ESZB, das auch die nationalen Zentralbanken umfasst, übernimmt seither alle klassischen Zentralbankfunktionen. Das vorrangige Ziel der EZB bei der Durchführung der europäischen Geld- und Währungspolitik ist die Sicherung der Preisstabilität. Andere Aufgaben zur Unterstützung der Wirtschaftspolitik der Mitgliedsstaaten dürfen nur insofern wahrgenommen werden, als sie die Sicherung der Preisstabilität nicht gefährden. Die Europäische Zentralbank verfügt über zahlreiche geldpolitische Instrumente, die sie im Rahmen einer „Zwei-Säulen-Strategie“ einsetzt, welche sowohl wirtschaftliche als auch monetäre Analysen zur Beurteilung der Entwicklung der Preisstabilität umfasst. Im Hinblick auf die Sicherung der Preisstabilität kommt der Unabhängigkeit der EZB eine entscheidende Bedeutung zu. Ihre Beschlussorgane, der EZB-Rat und das Direktorium, müssen die geldpolitischen Entscheidungen völlig weisungsfrei und ohne Beeinflussung durch die Mitgliedstaaten oder die Organe der Gemeinschaft treffen können. Diese Unabhängigkeit der EZB ist im Primärrecht der Gemeinschaft verankert. Zahlreiche Bestimmungen gewährleisten, dass die EZB sowohl institutionell als auch funktionell, personell und finanziell autonom ist. Diese Unabhängigkeit ist nicht unumstritten, muss sie doch im Lichte des Demokratieprinzips, wonach hoheitliche Gewalt einer Kontrolle unterliegen muss, gerechtfertigt sein. Diese Legitimation der weit reichenden Autonomie der EZB ist unter mehreren Aspekten gegeben: So ist die Unabhängigkeit im EG-Vertrag verankert, der seinerseits auf nationaler Ebene durch demokratisch gewählte Parlamente ratifiziert worden ist. Zudem ist die EZB den politischen Instanzen der Gemeinschaft zur Rechenschaft verpflichtet und unterliegt uneingeschränkt der Kontrolle durch den Europäischen Gerichtshof, vor welchem die EZB geklagt werden kann.
Trotz umfangreicher rechtlicher Absicherung der Unabhängigkeit der EZB verbleiben diesbezüglich einzelne Schwächen. Diese vermochten aber die Autonomie der EZB bisher nicht zu beeinträchtigen, obwohl sie in der Vergangenheit zu einigen Versuchen der Mitgliedstaaten führten, Einfluss auf die EZB zu nehmen. Die Europäische Zentralbank etablierte sich als verlässliche währungspolitische Instanz und sicherte bisher erfolgreich die Preisstabilität in der EU.

Kurzfassung (englisch)



Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Kokott, Juliane (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Zäch, Roger (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Rechtswissenschaft

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


23.10.2006

Erstellungsjahr (yyyy)


2005

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


3209

Quelle



PDF-File


dis3209.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 10/24/2006 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]