Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


Essays in Macroeconomics and Monetary Policy

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Kienzler, Daniel

Unter Mitarbeit von


Fritz, Johannes; Schmid, Kai Daniel (Dr.)

Geburtsdatum


28.04.1982

Geburtsort


Blaubeuren

Matrikelnummer


08615619

Schlagwörter (GND)


Makroökonomie; Geldpolitik; Wirtschaftstheorie

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Arbeitsmarktfriktionen; Finanzmarktfriktionen; DSGE Modelle; Hysterese-Effekte

Freie Stichwörter (englisch)


Macroeconomics; monetary policy; labour market frictions; financial frictions; DSGE models; hysteresis effects

Kurzfassung


Die Dissertation besteht aus drei eigenständigen Aufsätzen im Bereich der Makroökonomie. Jeder Aufsatz behandelt ein unterschiedliches Thema, und zwar (i) die Beeinflussung des Produktionspotenzials durch die Produktionslücke, (ii) Langzeitarbeitslosigkeit und Fähigkeitsverluste sowie (iii) vom Verschuldungsgrad abhängige Bankfinanzierungskosten. In jedem Aufsatz werden die jeweiligen Implikationen dieser Sachverhalte für die Geldpolitik untersucht.

Im ersten Aufsatz (gemeinsam mit Kai D. Schmid) beschreiben wir ein Konjunkturmodell, in dem das Produktionspotenzial, im Gegensatz zum neukeynesianischen Standardmodell, Hysterese-Effekten unterliegt. Das bedeutet, dass das Produktionspotenzial von der Produktionslücke (der Abweichung der tatsächlichen Produktion vom Produktionspotenzial) beeinflusst wird. Dieser Mechanismus hat im Zuge der jüngsten Rezession an Bedeutung gewonnen, da viele Wirtschaftsforscher und Politikinstitutionen die negativen Auswirkungen des wirtschaftlichen Abschwungs für das Produktionspotenzial betont haben. Wir vergleichen Simulationsergebnisse unseres erweiterten Modells mit Ergebnissen des Standardmodells. Die Berücksichtigung von Hysterese-Effekten ermöglicht eine stärkere Amplifikation von und eine persistente Reaktion der Produktion nach geldpolitischen Schocks. Dies steht in Einklang mit US-amerikanischen Daten. Stabilitäts- und Wohlfahrtsanalysen legen eine stärkere Berücksichtigung der realwirtschaftlichen Aktivität in der geldpolitischen Zinsregel nahe wenn Hysterese-Effekte in die Analyse miteinbezogen werden.

Im zweiten Aufsatz dokumentiere ich stilisierte Fakten zur Langzeitarbeitslosigkeit in einigen europäischen Ländern. Ich entwickle ein neukeynesianisches Konjunkturmodell mit Arbeitsmarktfriktionen und Fähigkeitsverlusten während der Arbeitslosigkeit und zeige, dass das Modell die empirischen Beobachtungen nachbilden kann. Die Berücksichtigung von Fähigkeitsverlusten hilft dabei, Volatilitätsmuster von makroökonomischen Variablen, eine negative Abhängigkeit der Einstellungswahrscheinlichkeit von der Arbeitslosigkeitsdauer sowie das Verhalten des Anteils der Langzeitarbeitslosigkeit an der gesamten Arbeitslosigkeit an Wendenpunkten des Konjunkturzyklus zu erklären. Optimale Geldpolitik unter Einbeziehung von Fähigkeitsverlusten erlaubt eine höhere Inflationsvolatilität nach Produktivitätsschocks, um durch eine niedrigere Volatilität von Langzeitarbeitslosigkeit den Verfall von Fähigkeiten zu reduzieren und somit Konsumverluste abzufedern. Auf diese Weise berücksichtigt optimale Geldpolitik die Auswirkungen von Fähigkeitsverlusten, welche private Akteure nicht mit einbeziehen wenn sie Einstellungs- und Entlassungsentscheidungen treffen.

Der dritte Aufsatz (gemeinsam mit Johannes Fritz) befasst sich mit der Rolle von Bankfinanzierungskosten in der Transmission von Geldpolitik. In letzter Zeit haben geldpolitische Entscheidungsträger die Vermutung geäußert, dass der geldpolitische Kurs nicht störungsfrei an die Bankfinanzierungskosten und somit an die Kreditsätze für die Realwirtschaft übermittelt wird. Dieses Szenario kann von herkömmlichen makroökonomischen Modellen nicht abgebildet werden. Wir entwickeln ein neukeynesianisches Konjunkturmodell mit einer variablen Differenz zwischen Bankfinanzierungskosten und dem Zinssatz der Zentralbank. Das Vorzeichen und die Größe dieser Differenz hängt von der Verfassung der Bankbilanzen ab, welche wiederum von abnehmendem Eigenkapital der Banken im Zuge von Kreditausfällen in wirtschaftlichen Abschwüngen beeinflusst wird. Dieser Modellrahmen erlaubt es uns Szenarien zu analysieren, in denen die Transmission der Geldpolitik in dem Sinne gestört ist, dass Änderungen der Zentralbankzinsen nicht vollständig an die Bankfinanzierungskosten weitergereicht werden. Die Auswirkungen dieser Störungen auf makroökonomische Variablen sind klein bei Schocks, die dem realen Sektor entspringen und eine endogene Minderung des Eigenkapitals von Banken auslösen, jedoch beträchtlich bei einem direkten Schock auf das Eigenkapital von Banken. Eine optimale Zinsregel der Zentralbank unter Berücksichtigung von verschuldungsgradabhängigen Bankfinanzierungskosten impliziert eine Zinssenkung (Zinserhöhung) bei strafferen (lockereren) Bankfinanzierungskonditionen.

Kurzfassung (englisch)


The dissertation consists of three self-contained essays in macroeconomics. Each essay deals with a different topic, namely (i) the influence of the output gap on potential output, (ii) long-term unemployment and skill loss, and (iii) leverage-sensitive bank financing costs. For each topic, implications for monetary policy are examined.

In the first essay (joint work with Kai D. Schmid), we present a business cycle model where - contrary to the basic New Keynesian model - potential output is subject to hysteresis. That is, potential output is influenced by the output gap (the deviation of actual output from potential output). This mechanism has gained relevance in the course of the recent recession as many researchers and policy institutions have stressed the negative implications of the economic downturn for the development of potential output. We contrast simulation outcomes of the model with hysteresis to those of the basic model. Taking hysteresis into consideration allows for a stronger amplification of and a persistent output response after monetary shocks. This is in accordance with US data. Stability and welfare analyses suggest a more prominent role for economic activity in the central bank's interest rate rule if hysteresis effects are taken into account.

In the second essay, I document stylised business cycle facts about long-term unemployment in several European countries. I develop a New Keynesian business cycle model featuring labour market frictions and skill loss during unemployment and show that the model succeeds in reproducing the empirical observations. I find that the skill loss mechanism helps to explain volatility patterns across macro-economic variables, negative duration dependence, and the behaviour of the long-term unemployment proportion among total unemployment around business cycle turning points. Optimal monetary policy in the presence of skill loss allows for a higher volatility of inflation after productivity shocks to reduce skill deterioration and mitigate consumption losses by means of a lower volatility of long-term unemployment. In this way, optimal monetary policy takes into account the skill loss mechanism that private agents do not consider when they make hiring and firing decisions.

The third essay (joint work with Johannes Fritz) is about the role of bank financing costs in the transmission of monetary policy. Recently, policy makers in Europe have conjectured that the monetary policy stance is not transmitted undisturbed to bank financing costs and hence to lending rates for the real economy. This scenario cannot be described by conventional macro-economic models. We present a New Keynesian model with a variable spread between bank financing costs and the central bank's policy rate. The sign and size of this spread depends on balance sheet conditions in the banking sector. The balance sheet conditions, in turn, can be influenced by deteriorating bank net worth arising from loan losses in economic downturns. This setup allows us to study scenarios in which the transmission of monetary policy is impaired in the sense that policy rate movements are not fully passed on to bank financing costs. The effects of this impairment on aggregate variables are small for shocks that emanate in the real sector and endogenously trigger a deterioration in bank net worth but sizable for a direct shock to bank net worth. An optimal policy rule in the presence of leverage-sensitive bank financing costs requires a decrease (increase) in the policy rate in response to tightening (easing) bank financing conditions.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Söderlind, Paul (Prof. PhD)

Korreferent/Korreferentin


Merkl, Christian (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Economics and Finance (PEF)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


15.09.2014

Erstellungsjahr (yyyy)


2014

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4284

Quelle



PDF-File


dis4284.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 07/31/2014 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]