Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Power at work : the discursive construction of power relations in multilingual organizations

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Gaibrois, Claudine

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


22.12.1971

Geburtsort


Basel

Matrikelnummer


91723072

Schlagwörter (GND)


Mehrsprachigkeit; Vielfalt; Macht; Organisationsforschung; Diskursanalyse

DDC (Dewey Decimal Classification)


Sozialwissenschaften - 300

Freie Stichwörter (deutsch)


Sprachenvielfalt; Diversität; Machtbeziehungen; Handlungsmächtigkeit

Freie Stichwörter (englisch)


Linguistic diversity; multilingualism; diversity; power relations; agency; Organization Studies; discourse analysis

Kurzfassung


Mit Mehrsprachigkeit in Zusammenhang stehende Machtdynamiken haben in der Organisations- und Managementforschung eine gewisse Aufmerksamkeit erhalten. Doch die Erfahrungen der Mitarbeitenden bezüglich der Konsequenzen von sprachlicher Diversität für Machtbeziehungen standen selten im Zentrum. Diese Dissertation hat diese Fragestellung anhand einer vergleichenden empirischen Studie untersucht, die sich auf Interviews mit Mitarbeitenden von zwei in der Schweiz basierten Unternehmen stützt. Die Wahl von zwei sehr unterschiedlichen Firmen - ein multinationaler Konzern und ein Schweizer Unternehmen - hat es zudem ermöglicht, die Rolle des Englischen in Machtaspekten von Sprachenvielfalt zu erforschen. Die Studie stützt sich auf ein relationales, handlungszentriertes Verständnis von Macht, das von Foucaults späten Schriften angeregt ist.

Anhand des diskurspsychologischen Konzepts des interpretativen Repertoires habe ich zunächst die in den Interviews gesammelten Schilderungen in sechs interpretative Repertoires über das Erfahren von Kommunikation in mehrsprachigen Organisationen eingeteilt. Dann habe ich die aus diesen Repertoires entstehenden Positionen zur Selbst- und Fremdpositionierung herausgearbeitet. Zuletzt habe ich die Implikationen dieser Subjektpositionen für individuelle und kollektive Handlungsspielräume sowie Formen der Schaffung von Handlungsmächtigkeit untersucht.

Meine Ergebnisse stützen die Schlussfolgerung der Mehrsprachigkeitsforschung, die Sprachkenntnisse als fundamental für individuellen Einfluss, Zugang zu Information und Partizipation interpretiert. Meine Studie bestätigt auch, dass sprachliche Diversität sich mit anderen Diversitätskategorien wie organisationaler Funktion ("blue" vs. "white collars") und "nationalem Status" (Migrantinnen und Migranten vs. Expats) kreuzt. Gleichzeitig fanden sich Formen der Schaffung von Handlungsmächtigkeit, die ein Gegengewicht zu den temporär stabilisierten Hierarchien des Handlungsspielraums, welche oft mit Sprachkenntnissen in Zusammenhang stehen, schaffen. Mit Bezug aufs Englische bestätigen meine Ergebnisse jene Forschung, der dessen Rolle in mehrsprachigen Organisationen als ambivalent interpretiert. Meine Studie kommt wie diese zum Schluss, dass die Nutzung der globalen lingua franca als "gemeinsame Plattform" Partizipation erleichtert, aber gleichzeitig Personen, die nicht Englisch sprechen, ausschliesst.

In bezug auf die sich auf Foucault stützende Organisationsforschung leistet diese Studie einen Beitrag zu einer eher neuen Forschungsrichtung, die sich - gestützt auf noch wenig beachtete Werke von Foucault - auf Handlungsmächtigkeit konzentriert. Mit der Untersuchung einer Vielfalt von Formen der Schaffung von Handlungsmächtigkeit auch jenseits von Widerstand, den Foucault zu analysieren vorschlug, trägt diese Dissertation dazu bei, die Forschung zur Schaffung von Handlungsspielräumen voranzubringen.

Keywords:
Sprachliche Diversität; Organisationen; Machtbeziehungen; Handlungsmächtigkeit; Foucault

Kurzfassung (englisch)


Aspects of power dynamics related to multilingualism have received some attention in organization and management studies. But employees' experience of the implications of linguistic diversity for power relations have rarely been the focus. This dissertation examined this question through a comparative empirical study. I interviewed employees of two Swiss-based companies in order to grasp a broad variety of organizational members' perspectives on political dimensions of communicating in a linguistically diverse context. The choice of two very different organizations - a multinational and a Swiss firm - furthermore made it possible to investigate the role of English on power aspects of linguistic diversity. I based my study on a relational, agency-focused notion of power inspired by the late writings of Foucault.

Using the discursive psychological notion of interpretative repertoire, I first grouped the accounts collected in the interviews into six interpretative repertoires on experiencing communication in multilingual organizations. I next examined the subject positions evolving from these repertoires that people adopted to position themselves and others. Finally, I studied the implications of these subject positions for individual and collective scopes of action and forms of agency creation.

My findings support conclusions of research on multilingualism which emphasize that language skills can be interpreted as fundamental for individual influence, access to information and participation. Based on the important role of language skills, findings also confirm that linguistic diversity intersects with other diversity categories such as organizational function (blue vs. white collars) and "national status" (migrant vs. expatriate). At the same time, I identified in both companies forms of agency creation which aim at counterbalancing the temporarily stabilized hierarchies of agency which are often related to language skills. With respect to English specifically, my findings support research which has interpreted the role of English in multilingual organization as ambivalent. They confirm that using the global lingua franca as a "common platform" facilitates participation, but, at the same time, that it excludes non-English speakers.

With respect to Foucauldian research in Organization Studies, this study contributes to a rather new line of research, which based on Foucault's underexplored writings focuses on agency. By studying a variety of forms of agency creation beyond resistance, which was what Foucault suggested to analyze, this study contributes to advancing inquiry on creating space for agency.

Keywords:
Linguistic diversity; organizations; power relations; agency; Foucault

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Steyaert, Chris (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Nentwich, Julia (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Organisation und Kultur (DOK)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


16.02.2015

Erstellungsjahr (yyyy)


2014

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4351

Quelle



PDF-File


dis4351.pdf

Dokumentverknüpfung


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