Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


Essays on Risk-Based Capital Standards, Group Regulation, and the Measurement of Model Uncertainty in the Insurance Industry

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Siegel, Caroline Franziska

Unter Mitarbeit von


Braun, Alexander (Dr.); Schmeiser, Hato (Prof. Dr.); Wagner, Joel (Prof. Dr.)

Geburtsdatum


30.12.1983

Geburtsort


Bad Cannstatt

Matrikelnummer


09618596

Schlagwörter (GND)


Versicherungsbetrieb; Risikomanagement; Solvabilität; Versicherungsaufsicht; Regulierung

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)



Freie Stichwörter (englisch)


Insurance industry; risk management; solvency; group regulation

Kurzfassung


In den letzten zehn Jahren sah sich die Finanzindustrie mehreren Krisen gegenübergestellt. Die Versicherungsaufsicht hat darauf mit einer Revision der bestehenden Regulierungsrahmenwerke reagiert und neue Solvenzmodelle entwickelt und implementiert. Die ökonomische Untersuchung der sich aus den neuen Regelwerken für die Versicherer ergebenden Herausforderungen ist daher eine wichtige und aktuelle Aufgabe. Diese aus vier eigenständigen Forschungsarbeiten bestehende Dissertation ist bestrebt, neue Einblicke in das Forschungsfeld der Regulierung und Solvenzmessung von Versicherungen zu gewähren.
Die erste Arbeit "The Impact of Private Equity on a Life Insurer's Capital Charges under Solvency II and the Swiss Solvency Test" ist eine empirische Performanceanalyse der Anlageklasse Private Equity, welche das Risiko-Rendite-Profil derselben sowie den Einfluss ihrer Beimischung zum Anlageportfolio des Versicherers auf die Kapitalanforderungen unter dem Solvabilität-II-Rahmenwerk der Europäischen Union und dem Schweizer Solvenztest (SST) untersucht. Hierbei geben wir einen Überblick über die Standard-Marktrisikomodelle und schlagen ausserdem einen Ansatz für ein internes Marktrisikomodell vor. Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Assetklasse Private Equity im Vergleich zu anderen Anlageklassen durch die Standardansätze von Solvabilität II und dem SST im Hinblick auf die Kapitalanforderungen trotz einer soliden Performance stark benachteiligt wird. Die beiden folgenden Forschungsarbeiten sind in den Themenbereich der Solvenzmessung von Versicherungsgruppen einzuordnen.
Das Kapitel "Solvency Assessment for Insurance Groups in the United States and Europe - a Comparison of Regulatory Frameworks" stellt einen Überblick und Vergleich dreier innovativer Gruppensolvenz-Rahmenwerke dar. Es behandelt den US-amerikanischen Gruppenansatz der National Association of Insurance Commissioners (NAIC), das Gruppenmodell der Schweiz und den Vorschlag zur Gruppensolvenzregulierung von Solvabilität II. Der Vergleich basiert auf den erst kürzlich von der International Association of Insurance Supervisors (IAIS) in ihrem "Issues Paper on Group-Wide Solvency Assessment and Supervision" aufgestellten Kriterien eines ordentlichen Gruppensolvenzansatzes (siehe IAIS, 2009b). Die Analyse zeigt eine deutliche Überlegenheit der europäischen Gruppenansätze gegenüber dem US-amerikanischen Ansatz auf. Das Schweizer Gruppensolvenzmodell ist hierbei durch seine Erfüllung der Anforderungskriterien besonders hervorzuheben.
Der dritte Teil der Dissertation umfasst die Arbeit "Regulating Insurance Groups: a Comparison of Risk-Based Solvency Models". Darin werden zwei verschiedene Kategorien von Gruppensolvenzmodellen betrachtet und verglichen: Die Kategorie der sogenannten Legal-Entity-Ansätze und jene der konsolidierten Ansätze. Im Hinblick auf die Herausforderungen der regulatorischen Inkonsistenz und der Interdependenzen zwischen Risikoklassen untersucht die Forschungsarbeit – auf theoretischer und numerischer
Ebene – Ausfallrisiken und Kapitalanforderungen, die sich unter den beiden Kategorien von Gruppenansätzen ergeben. Unsere Resultate zeigen, dass ein Gruppenansatz, der ausschliesslich auf konsolidierter Ebene basiert, unter Umständen die Ausfallrisiken in Krisenzeiten unterschätzt. Dagegen erlaubt es die Kategorie der reinen Legal-Entity-Ansätze generell, die Struktur einer Versicherungsgruppe differenziert darzustellen. Diese Gruppenmodelle sind jedoch oft nicht in der Lage, Regulierungsarbitrage aufzudecken bzw. auszuschliessen. Die letzte Forschungsarbeit der Dissertation mit dem Titel "Model Uncertainty and Its Impact on Solvency Measurement in Property-Liability Insurance" stellt eine Studie zum immanenten Modellrisiko von Solvenzmodellen für Nichtlebensversicherer dar. Gestützt auf ein Basissolvenzmodell, analysieren wir die sich durch die Einbeziehung von stochastischen Sprungdiffusionsprozessen sowie linearen und nichtlinearen Abhängigkeiten ergebenden Effekte auf Ausfallrisiken und Kapitalanforderungen. Von einem regulatorischen Standpunkt aus untersuchen wir ausserdem die Möglichkeit der Reduktion der Abweichungen in den Risikokennzahlen, welche durch die unterschiedlichen Modellspezifikationen zustande kommen, indem man die Versicherer zu unterjährigen Finanzberichten verpflichtet. Die Simulationsergebnisse unserer numerischen Analyse deuten darauf hin, dass die Sensitivität der Kapitalanforderungen als Risikokenngrösse unter Umständen das tatsächliche Modellrisiko, dem letztendlich die Versicherungsnehmer ausgesetzt sind, unterschätzt. Zusätzlich zeigen wir, dass die Einführung verpflichtender Zwischenberichte das immanente Modellrisiko von Solvenzmodellen erheblich reduzieren kann.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die US-amerikanischen und Europäischen Solvenzrahmenwerke weiterer Reformen bedürfen. Eine Weiterentwicklung der standardisierten Solvenzmodelle ist vor allem in den Bereichen der Berücksichtigung nicht-linearer Abhängigkeiten, der Harmonisierung nationaler Kapitalanforderungen sowie der Reduzierung von Modellrisiken notwendig. Obwohl die Europäischen Rahmenwerke aus akademischer Sicht dem aktuellen US-amerikanischen Ansatz überlegen scheinen, sollten
diese ihre impliziten Anreizsysteme teilweise überdenken. In diesem Zusammenhang deckt die vorliegende Dissertation bei den Standard-Marktrisikomodellen des Schweizer Solvenztests und Solvabilität II eine unangemessene Behandlung von alternativen Anlageklassen hinsichtlich der Kapitalanforderungen auf. Diese kann ernstzunehmende ökonomische Auswirkungen haben, wie zum Beispiel eine Unterrepräsentation bestimmter Anlageklassen, die ansonsten zur Diversifikation des Anlageportfolios eines Versicherers gut geeignet wären.

Kurzfassung (englisch)


During the last decade, the financial industry has faced several financial crises. Insurance supervisors have reacted by revising the existing regulatory frameworks as well as developing and implementing new solvency models. The economic research of the challenges to the insurance industry arising from these new regulatory systems is therefore an important and contemporary task. This doctoral thesis, which comprises four research papers, seeks to gain new insights into the field of regulation and the solvency assessment of insurance companies.
The first paper "The Impact of Private Equity on a Life Insurer's Capital Charges under Solvency II and the Swiss Solvency Test" is an empirical analysis of the performance of the asset class private equity regarding both its risk-return profile and its impact on an insurer's capital requirements under the Solvency II framework of the European Union as well as Switzerland's Solvency Test. We review the standard market risk models and also propose an approach for an internal model. We show that although the risk-return profile of private equity suggests a solid performance in relation to various other asset classes, the standard approaches of Solvency II and the Swiss Solvency Test overly penalize the asset class in terms of capital requirements.
The following two research papers pertain to the area of solvency assessment for insurance groups.
The paper "Solvency Assessment for Insurance Groups in the United States and Europe - a Comparison of Regulatory Frameworks" is an overview and comparison of three innovative group solvency frameworks: the National Association of Insurance Commissioners approach of the United States, the group structure model of Switzerland, and the Solvency II proposal on group solvency assessment. This comparison is based on the recently established criteria for a thorough group solvency approach of the International Association of Insurance Supervisors' Issues Paper on Group-Wide Solvency Assessment and Supervision (see IAIS, 2009b). Our analysis reveals a superiority of the European frameworks over the U.S. approach. In particular, the Swiss model is able to satisfy most of the reference criteria in full.
The third part of the dissertation contains the paper "Regulating Insurance Groups: a Comparison of Risk-Based Solvency Models". Here, two general classes of group solvency approaches are displayed and compared: the class of legal entity approaches and the class of consolidated approaches. Regarding the challenges of regulatory inconsistency and risk interdependencies, we conduct a theoretical as well as numerical analysis studying shortfall risks and capital requirements under both approaches. Our findings show that a pure consolidated focus is likely to underestimate shortfall risks in times of financial crises, whereas an approach relying on the legal entity viewpoint generally makes it possible to display different group structures but cannot control regulatory arbitrage.
Finally, the last research paper of this dissertation is called "Model Uncertainty and Its Impact on Solvency Measurement in Property-Liability Insurance". It constitutes a study of the model risk immanent in solvency models for property-liability insurers. Based on a basic framework, we analyze the effects of including stochastic jumps, linear, and nonlinear dependencies in a solvency model on shortfall risks as well as the Solvency II capital charges. In addition, we take a regulatory viewpoint, examining the possibility of reducing the deviations in risk measures - that are due to the different model specifications - by requiring interim financial reports. Our simulation results suggest that the sensitivity of capital charges as a risk measure are likely to underestimate the actual model risk to which policyholders are exposed to. Furthermore, we find that mandatory interim reports are able to significantly reduce model uncertainty.
To sum up, the standard approaches of U.S. and European solvency frameworks need additional reforms. Further development of the standard solvency models may be necessary in terms of assessing nonlinear risk dependencies, harmonizing the national capital requirements, and reducing model uncertainty. Although, from an academic perspective, the European frameworks seem superior to the current U.S. approach, they might need to partially reconsider their implicit incentive scheme. In this context, the thesis uncovers an inappropriate treatment of alternative investments in terms of capital charges under the standard market risk models of the SST and Solvency II. This can have severe economic implications such as an underrepresentation of certain asset classes that could otherwise be well suited for diversifying an insurer's asset portfolio.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schmeiser, Hato (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Ammann, Manuel (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Betriebswirtschaftslehre (PMA)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


17.09.2012

Erstellungsjahr (yyyy)


2012

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4046

Quelle



PDF-File


dis4046.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 04/15/2016 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]