Metadaten







Promotionsordnung


PromO94

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Die Schengen-Assoziierung der Schweiz

Titel (englisch)


The Schengen Association of Switzerland

Autor/Autorin


Good, Paul-Lukas

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


31.10.1978

Geburtsort


St. Gallen

Matrikelnummer


98617038

Schlagwörter (GND)


Schweiz; Europäische Union : Assoziierung; Schengener Abkommen

DDC (Dewey Decimal Classification)


Recht - 340

Freie Stichwörter (deutsch)


Schengen; Rechtsetzung; Völkerrechtlicher Vertrag; Justizpolitik; Innere Sicherheit; Übernahmeautomatismus; faktische EU-Mitgliedschaft; Amtshilfe; Rechtshilfe; Aussenverfassung

Freie Stichwörter (englisch)


European Union; domestic policies; partial integration; factual membership

Kurzfassung


Mit der Schengen-Assoziierung vollzieht die Schweiz die Angliederung an Entwicklungen im Rahmen der Europäischen Union im Politikbereich Inneres und Justiz. Dieser Politikbereich hat sich zu einem Schwerpunkt der Tätigkeiten der Europäischen Union entwickelt. Mit grosser Dynamik vertiefen und erweitern die Mitgliedstaaten ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Grenzübertritt (bspw. Visa, Migration, Binnen- und Aussengrenze) und Behördenzusammenarbeit (bspw. Polizeizusammenarbeit, Amtshilfe, Rechtshilfe).
Institutionell realisiert die Assoziierung die Teilintegration der Schweiz in die Europäische Union im Bereich der Schengener Zusammenarbeit. Die Schweiz wird dadurch sektoriell zum faktischen Mitglied der Europäischen Union, wobei die Assoziierung auf völkerrechtlichen Grundlagen basiert und grundsätzlich nach völkerrechtlichen Regeln funktioniert. Der Schweiz ist die weitgehende Mitwirkung in Entscheidungsprozessen der Europäischen Union ermöglicht, wobei es an Einflussmöglichkeiten auf die Kommission und das Europäische Parlament mangelt. Die Assoziierung an die Europäische Union führt im Weiteren dazu, dass europarechtliche Prinzipien, die der Einheitlichkeit und Parallelität der Rechtsordnungen dienen, an Relevanz für die Schweiz gewinnen. Dennoch ist die Schweiz nicht so stark an europarechtliche Vorgaben gebunden wie ein EU-Mitgliedstaat, sondern kann sich auch für Differenz entscheiden, was sich im Übernahmeverfahren zu Weiterentwicklungen des Schengen-Besitzstands zeigt. Die Wahl der Differenz ist aber als Ausnahmekompetenz gestaltet. In den Konfliktmechanismen, die aus einfachen bilateralen Verhandlungen bestehen, zeigen sich schliesslich wieder die völkerrechtlichen Grundlagen der Assoziierung.
Die Schengen-Assoziierung akzentuiert sodann den Reformbedarf des nationalen Verfassungsrechts, das den Prozessen des Zusammenwachsens von Aussen- und Innenpolitik nicht immer gewachsen ist. Neben dem Streben nach substanzvoller demokratischer und föderalistischer Mitwirkung ist insbesondere darauf zu achten, dass die Internationalisierung von Politik nicht zum Abbau rechtsstaatlicher Standards führt. Insgesamt gesehen weist die Schengen-Assoziierung aber einen zukunftsträchtigen Weg im Verhältnis zwischen der Schweiz und der Europäischen Union auf. Die Europäische Union kann einerseits ihre Rechtsordnung auf die Schweiz ausdehnen, währenddem die Schweiz anderseits ihr institutionelles Design, das einzigartig ist, beibehalten kann. Sie hat damit Vorbildcharakter für weitere Zusammenarbeitsbemühungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union.

Kurzfassung (englisch)


With the Schengen Association Switzerland implements an affiliation with the developments of the European Union in the context of domestic policies and justice. These political areas turned out to be one of the key aspects of the European Union´s activities. The member states enlarge and extend their cooperation dynamically concerning cross-border areas (i.e. visa, migration, internal and external border) and the cooperation of authorities (i.e. police cooperation, administrative and mutual judicial assistance).
From an institutional point of view the affiliation leads to a partial integration of Switzerland into the European Union in the field of the Schengen cooperation. Thereby Switzerland becomes a factual member of the European Union sectorally, whereas the Association is based upon and basically works on the principles according to international law. Switzerland may largely contribute to the activities of the European Union, nevertheless there is a lack of scope of influence on the European Commission and the European Parliament. Additionally the affiliation to the European Union leads to a higher relevance of the principles of European law, which go for uniformity and parallelism of the legal systems. But yet Switzerland is not that strictly contracted to the standards of European law as a member state and therefore Switzerland is able to decide for difference, which becomes apparent in the process of acceptance regarding progresses of the Schengen acquis. However the ability to decide differently is meant as an exception. Finally the principles according to international law become apparent in the mechanisms of conflict, which are constituted of simple bilateral negotiations.
Furthermore the Schengen Association accentuates the need of reform of the national constitutional law, which is not always adequate to the merging-processes of domestic and external policy. Among the consideration of having substantial democratic and federalistic cooperation it has to be kept in mind that the political internationalisation does not lead to a reduction of constitutional standards.
Added together the Schengen Association is a promising path in terms of the relations between Switzerland and the European Union. On the one hand the European Union is able to enlarge their legal system to Switzerland, on the other hand Switzerland is able to maintain its unique institutional design. For this reason it is a role model for further efforts of cooperation between Switzerland and the European Union.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Ehrenzeller, Bernhard (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Breitenmoser, Stephan (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Rechtswissenschaft

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


22.02.2010

Erstellungsjahr (yyyy)


2009

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


3722

Quelle



PDF-File


dis3722.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 07/21/2010 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]