Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


Essays on Insurance Management : Performance Analyses of Riester Pension Schemes and Strategic Claims Management

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Mahlow, Nils

Unter Mitarbeit von


Schmeiser, Hato (Prof. Dr.); Wagner, Joel (Prof. Dr.)

Geburtsdatum


27.03.1984

Geburtsort


Buchholz i.d.N.

Matrikelnummer


11622065

Schlagwörter (GND)


Versicherungswirtschaft; Private Altersversorgung; Schadenbearbeitung

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Riester Lebensversicherung; Schaden-Management

Freie Stichwörter (englisch)


Insurance Management; Riester Pension Scheme; Claims management

Kurzfassung


Das Riester Pensionsmodell gehört seit seiner Einführung in Deutschland im Jahr 2002 zu den sehr kontrovers diskutierten Produkten in der Versicherungsindustrie. Hierbei interagieren insbesondere Verbraucherschützer und Kunden auf der einen Seite sowie Versicherer und deren
Interessenverbände auf der anderen Seite mit zunehmender Vehemenz. Diese Diskussionen haben dazu geführt, dass Riester-Produkte in der breiten Öffentlichkeit der deutschen Bevölkerung mittlerweile als wenig attraktiv wahrgenommen werden. Als Argumente hierfür werden überwiegend hohe Produktkosten sowie niedrige Renditen in den jeweiligen Produkten angeführt. Generell werden Investitionen in Riesterprodukte in grossem Umfang durch direkte staatliche Zulagen sowie Steuervorteile unterstützt. Diese staatlichen Subventionierungen hängen insbesondere von der familiären Situation des Investors ab. In meiner Dissertation befassen sich zwei der vier Veröffentlichungen mit dem Riester Pensionsmodell. Hierbei werden sowohl Kosten- als auch Renditebetrachtungen zum einen auf Produktebene (ohne Einbezug von staatlichen Förderungen) und zum anderen aus Kundensicht (unter Einbezug von
staatlichen Förderungen) analysiert. In beiden Arbeiten wird hierfür ein stochastischer Modellrahmen zur Simulation von Kundenkonten verwendet.
In der ersten Arbeit mit dem Titel “A Performance Analysis of Riester Pension Schemes” werden zwei Varianten von Riesterprodukten (Riester Lebensversicherung und Riester Fondsprodukt) mit einem Nicht-Riesterprodukt hinsichtlich Kosten und Renditen verglichen. Ziel der Arbeit ist es, die Vorteile von Riesterprodukten aus makroökonomischer Sicht zu beurteilen, d.h. ohne Berücksichtigung von individuellen staatlichen Zulagen sowie Steuervorteilen für Investoren. Hierzu wird die Ansparphase eines exemplarischen Investors mit einem stochastischen Modell simuliert, welches alle relevanten Kosten- und Renditeparameter enthält. Zur konkreten Berechnung von Kostenquoten und Renditen wird das Modell mit Marktzahlen von Anbietern aus Deutschland kalibriert. Im Ergebnis zeigt sich, dass Riesterprodukte teilweise sehr hohe Kostenquoten haben, was insbesondere im Vergleich zum Nicht-Riesterprodukt
deutlich wird. Darüber hinaus wird ersichtlich, dass Riester Fondsprodukte eine massiv höhere Volatilität als klassische Riester Lebensversicherungsprodukte haben.
In der zweiten Arbeit “Performances of Riester Products from Customers’ Perspectives” wird die Betrachtungsebene auf die von individuellen Investoren verlagert. Ziel ist es, die Vorteilhaftigkeit von Riesterprodukten aus direkter Investorensicht zu beurteilen. Es werden Investorengruppen auf Basis des Deutschen Mikrozensus von 2009 gebildet, wodurch die gesamte deutsche Bevölkerung als potenzielle Riesterinvestoren im Modell betrachtet wird. Hierzu wird das Modell aus der ersten Arbeit um die Rentenphase erweitert und individuelle staatliche Zulagen sowie Steuervorteile für Investoren werden berücksichtigt. Zur Ergebnisanalyse werden unterschiedliche Performance-Kennziffern definiert. Es zeigt sich hierbei, dass die staatlichen Zulagen der wesentliche Treiber für die Vorteilhaftigkeit von Riesterprodukten aus Investorensicht sind.
Der zweite Themenblock meiner Dissertation befasst sich mit dem Schadenmanagement von Versicherungsunternehmen in Deutschland und der Schweiz. Die Bedeutung des Schadenmanagements hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Zuwachs erfahren, da Schadenversicherer aufgrund der sich verschärfenden Wettbewerbssituation unter enormen Kostensenkungsdruck geraten. Der Schadenbereich von Versicherern bildet hierbei natürlicherweise einen wesentlichen Ansatzpunkt, da Schadenkosten etwa 65% aller Ausgaben von Schadenversicherern ausmachen. Trotz der hohen Relevanz des Themenfeldes für die Unternehmen gibt es aktuell nur einen sehr begrenzten Umfang an wissenschaftlichen Arbeiten zum Schadenmanagement. Insbesondere Ausführungen auf Grundlage von empirischen Untersuchungen sind kaum vertreten. Die beiden abschliessenden Arbeiten meiner Dissertation haben daher das Ziel, auf Grundlage einer umfangreichen qualitativen und quantitativen Umfrage unter Versicherern den Status-Quo sowie Ausblicke im Schadenmanagement zu diskutieren.
Die erste Arbeit zum Schadenmanagement “Evolution of Strategic Levers in Insurance Claims Management: An Industry Survey” diskutiert Ziele und Erfolgsfaktoren im Schadenmanagement anhand eines Standardmodells. Das Modell setzt auf dem schon häufig in der Praxis und Literatur verwendeten Schadendreieck mit den Dimensionen Verwaltungskosten, Kundenzufriedenheit und Schadenaufwand auf. Aufgrund unterschiedlicher Interessen von Kunden und Versicherern kommt es häufig zu Zielkonflikten innerhalb dieses Konstrukts. Deren Ursachen und Wechselwirkungen werden in der Arbeit diskutiert. Im zweiten Teil der Arbeit werden 21 Versicherer aus Deutschland und der Schweiz zu relevanten Themen entlang der Dimensionen Verwaltungskosten, Kundenzufriedenheit und Schadenaufwand im Hinblick auf deren aktueller und zukünftiger Bedeutung befragt. Diese Befragung erlaubt neben dem konsolidierten Vergleich von aktueller und zukünftiger Bedeutung der Themen auch die Erörterung von Unterschieden zwischen kleinen und grossen
Versicherern sowie Unternehmen aus Deutschland und der Schweiz. Im Ergebnis identifizieren wir Themengebiete mit zunehmender Bedeutung
im Schadenmanagement. Darüber hinaus stellen wir fest, dass kleine und grosse sowie deutsche und Schweizer Versicherer unterschiedliche Themenschwerpunkte im Schadenbereich sehen.
In der zweiten Arbeit zum Schadenmanagement mit dem Titel “Process Landscape and Efficiency in Non-Life Insurance Claims Management: An Industry Benchmark” wird ein Standard Prozessmodell für Schadenversicherer entwickelt und auf dessen Grundlage ein umfangreiches Benchmarking unter 11 Schadenversicherern aus Deutschland und der Schweiz durchgeführt. Ziel der Arbeit ist es, Aussagen über die Arbeitsweisen von Versicherern im Hinblick auf die zentralen Schadenprozesse abzuleiten. Im Rahmen des Benchmarkings werden hierfür neben Prozesszeiten, Schadenmengen und -höhen auch übergeordnete Themen wie zum Beispiel Personalmengen, Regulierungsvollmachten und Organisationseinheiten betrachtet. Nach unseren Informationen ist dies das erste Benchmarking dieser Art, welches für den deutschsprachigen Versicherungsmarkt durchgeführt wird. Neben dem Benchmarking werden in
der Arbeit durch statistische Methoden zentrale Zusammenhänge untersucht, die zu einem erfolgreichen Schadenmanagement führen.

Kurzfassung (englisch)


A Performance Analysis of Riester Pension Schemes (Abstract):
The offering of the German Riester pension scheme has great implications on the development of the pension system in Germany. Since their introduction in 2002, Riester pension products have been strongly subsidised by the government. Recent political and public discussions hover around the question whether the Riester pension scheme is the right system to be subsidised. The major points of criticism include high product costs, a lack of transparency of the out payments and customer lock-in-effects. In order
to contribute to the quality assessment of the Riester pension schemes, we compare the performance of Riester life insurance contracts and Riester fund contracts with an alternative non-Riester fund investment. Evaluating the development of the policyholder account for the saving periods of the respective products through numerical simulations, we compare the distributions of the policyholder account terminal values. The special focus of our analysis lies on the product performance and the cost structure. The resulting payoff distributions are assessed through financial performance measures. Our findings add quantitative arguments to the discussion whether the German Government supports the right product category within the Riester pension scheme.

Performances of Riester Products from Customers' Perspectives (Abstract):
This paper contributes to the question if selected products from the German Riester pension scheme provide adequate performances to investors. Ten years after the introduction of the Riester scheme in Germany, theorists as well as practitioners are still debating intensively on this question. Special focus in our model framework lies on the impact of governmental transfer payments and tax effects on the product performance. The model introduces performance measures, which separate the effect of governmental transfer payments and of tax effects on overall product performance. Product calculations are based on Riester life insurance and Riester fund products due to their dominant role in the market for Riester products in Germany. For product performance comparisons, a non-Riester ETF product is introduced as a substitute investment. Parameters are chosen along market data from the largest product issuers, which allows us to derive results with practical relevance. The parameterisation of sample investors is done along data from the 2009 German Microcensus. Using Microcensus data allows to cluster the German population and derive Riester performance expectations for these groups.

Evolution of Strategic Levers in Insurance Claims Management: An Industry Survey (Abstract):
This paper discusses competing goals and the current and future importance of success factors in insurance companies' claims management. Strategic levers in claims management have often been discussed solely from the perspective of managing the volume of claims costs, thus neglecting two other factors: The customer satisfaction and the efficiency of the processes. Our analysis of the goals and levers follows a two-step approach and uses new and ad hoc empirical data. First, we utilise the classic triangular representation of the (conflicting) goals in non-life claims management: the optimisation of the internal
claims processes (administration costs), maximisation of the customer satisfaction and the minimisation of claims volumes. This framework is well established in the insurance industry and allows us to structure the discussion of the interdependencies of the different aims, effects on the claims management performance and to introduce a set of underlying goals. Subsequently, we discuss the relevant academic literature in these areas and the latest insights from industry practice. Next, we analyse the current view
of the insurance industry. Our results are supported by a qualitative survey among 22 insurance companies carried out in 2013 in Germany and Switzerland. We derive findings on the current and expected future importance of the selected topics. From our study, managerial implications for improving industry practice can be derived. Our findings are relevant for academics as well as practitioners.

Process Landscape and Efficiency in Non-Life Insurance Claims Management: An Industry Benchmark (Abstract):
In view of the fact that claim payouts account for about 70% of annual direct costs in non-life insurance companies, an optimal claims management environment is of strategic importance. The purpose of this paper is twofold: on the one hand, we introduce a standardized claims management process model and, on the other hand, we apply process benchmarks to various operational parameters. The proposed claims management process landscape comprises current industry standards for claims handling from a theoretical perspective, supported by practice insights from the industry. Our model aims to reflect the most important claims processing activities. The claims handling work flow is structured into five core steps, namely, notification, registration, coverage audit, settlement and closing of the claim. For these core steps, we differentiate between three claim complexity categories and their associated back office levels. In the second part of the paper we assess the industry's claims handling efficiency. We benchmark industry processes with reference to detailed claims management data from 11 insurers in Germany and Switzerland. The benchmarks are based on the previously defined claims management model and are applied separately to the three retail business lines of car, property and liability insurance. We measure claim process times (cycle times) as well as claim quantities and average claim payouts at different levels. Overall, within each business line, more than 30 data points are gathered from each respondent insurer. This allows us to compare the process performance of different insurance companies and to describe significant differences in their process patterns. Furthermore, principal findings are derived from descriptive statistics as well as ad hoc data analyses. The paper seeks to contribute to the discussion of how different insurance companies perform in claims management, and to define best practice. Our findings are relevant to academics and practitioners alike.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schmeiser, Hato (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Eling, Martin (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Betriebswirtschaftslehre (PMA)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


15.09.2014

Erstellungsjahr (yyyy)


2014

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4291

Quelle



PDF-File


dis4291.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 09/16/2014 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]