Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Der Beitrag zum Gemeinwohl: Public Values definieren und legitimieren: Eine Untersuchung am Beispiel des Goethe-Instituts e.V.

Titel (englisch)


Public Value creation: Identification and authorization of Public Value goals: A case study with the Goethe-institute

Autor/Autorin


Schulze, Eric

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


12.06.1980

Geburtsort


Düsseldorf

Matrikelnummer


07614803

Schlagwörter (GND)


Goethe-Institut; Neues Steuerungsmodell; Public Value

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Verwaltungsmanagement; Ermessen; gesellschaftlicher Wertbeitrag; Gemeinwohl

Freie Stichwörter (englisch)


Public Value Management; discretion; New Public Management

Kurzfassung


Der Öffentliche Sektor sieht sich mit anhaltender Kritik hinsichtlich mangelnder Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Effektivität konfrontiert. Die Verwaltungsreformen der letzten 20 Jahre forcierten daher die Einführung privatwirtschaftlicher Controlling- und Steuerungsinstrumente im Rahmen des New Public Management-Ansatzes. Kritiker befürchten, dass die komplexen Wertschöpfungsprozesse des Öffentlichen Sektors durch diese Instrumente nur verkürzt dargestellt werden können. Der Public Value-Ansatz greift hingegen diese Bedenken auf und stellt die ganzheitliche Wertschöpfungsdiskussion in den Vordergrund. Es wird zum unternehmerisch-kreativen Handeln im Sinne der Wertschöpfung (public value creation) aufgerufen. Obwohl beide Konzepte einen manageriellen Zugang zum Öffentlichen Sektor wählen, unterscheiden sie sich deutlich bei der Verantwortung des Managements für die Effektivität im Öffentlichen Sektor. Gemäss dem Verständnis des Public Value-Ansatzes übernimmt ein Public Manager neben der reinen Ausführungsverantwortung ("die Dinge richtig tun") zudem die Aufgabe zu Veränderungsimpulsen, wenn er Chancen zur Verbesserung der Wertschöpfung erkennt ("Die richtigen Dinge tun"). Hierzu gehören das inhaltliche Hinterfragen des eigenen Auftrags, die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft und nicht zuletzt ein Management in Richtung Politik, um das eigene Handeln zu legitimieren.
Diese Forschungsarbeit möchte sich genau diesem Grenzgebiet zwischen managerieller und politischer Rationalität annähern. Sie benutzt den Public Value-Ansatz um über die Definition von Ziel-Public Values die Grundlage für einen Effektivitätsansatz zu gewinnen.
Anhand eines qualitativen, multimethodischen Fallstudienansatzes wird die Forschungsfrage untersucht: Wie können Organisationen im Öffentlichen Sektor ihre Ziel-Public Values definieren und legitimieren? Exemplarisch werden anhand des Goethe-Instituts die Ziel-Public Values der Organisation identifiziert und aus unterschiedlichen Perspektiven evaluiert. Dabei zeigen sich bei den einzelnen Ziel-Public Values erhebliche Unterschiede hinsichtlich Umsetzungsgrad und gesellschaftlichen Rückhalts. Die Untersuchung legt dar, dass die politische Zielvorgabe der jeweiligen Organisation zwangsläufig Freiheitsgrade bei der Ausgestaltung des Auftrags lässt, die in der Verwaltung traditionell mit dem Konstrukt der Ermessenentscheidung im Sinne des Gemeinwohls geschlossen werden. Die Ermessenstradition der Verwaltung kann das Bindeglied sein, das die Rollenbilder des Public Managers vereint und das Handeln jenseits eines effizienten Dienstleisters ermöglicht. Abschliessend wird eine evolutionstheoretische Sichtweise gewählt, um zu zeigen, wie Public Manager neue Public Values unter geschickter Einbeziehung gesellschaftlicher Unterstützung in einem transparenten Prozess politisch legitimieren können.

Kurzfassung (englisch)


The Public Sector is facing an ongoing critique regarding its insufficient effectiveness and efficiency. Administrative reforms in the recent 20 years increasingly implemented for-profit controlling instruments and techniques supported by the guidelines of the academic movement of the New Public Management. Critics argue that traditional for-profit instruments cannot mirror complex value creation processes of the Public Sector. The Public Value approach addresses these concerns and brings a holistic view of value creation to the fore. Public managers should show an innovative and entrepreneurial behavior in order to maximize the public value of their organization. The main difference between the two approaches lies in the responsibility of the management for the outcome of their organization. Management beyond fulfilling the given political order ("doing the things right") requires a steady evaluation of the own value creation and an assessment of the changing needs in the society. Subsequently it needs a political management in order to receive authorization for changes in the value creation portfolio.
This doctoral thesis wants to examine the specific area between managerial and political rationality. It uses the public value approach to discuss the question of effectiveness ("doing the right things") on basis of defined public value goals. A qualitative, multi-method case study design has been chosen to answer the research question "How do organizations in the Public Sector define and legitimate their public value goals?" The research is conducted with the Goethe-Institute for which the intended public value will be derived and evaluated from various perspectives. The research reveals that the given political orders leave significant degrees of freedom and give in consequence responsibilities to the organization to concretize its mandate. It will be shown that this is not a lack in precision but a common administrative challenge that is traditionally answered by discretional authority in administrative science.
In order to maximize the created value the public manager shows an active interest in a transparent dialogue with the controlling political instance, instead of just being an efficient executor. Finally an evolutionary perspective will be taken to show how new public values can be actively promoted by public managers in an transparent process that involves supporting forces in society as well as the official political authorization.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Gomez, Peter (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Meynhardt, Timo (Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Betriebswirtschaftslehre (PMA)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


21.02.2011

Erstellungsjahr (yyyy)


2010

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


3866

Quelle



PDF-File


dis3866.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 05/20/2014 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]