Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


The realm of the family in a corporate world: On the role of family principles for entrepreneurial exit and CSR efforts

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Richards, Melanie Maria

Unter Mitarbeit von


Zellweger, Thomas (Prof. Dr.); Kammerlander, Nadine (Prof. Dr.); Sieger, Philipp (Prof. Dr.); Patel, Pankaj (Prof. Dr.)

Geburtsdatum


03.05.1986

Geburtsort



Matrikelnummer


12600169

Schlagwörter (GND)


Familienbetrieb; Organisationshandeln; Institution (Soziologie); Unternehmernachfolge; Corporate Social Responsibility

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Familienprinzipien; Unternehmensnachfolge; Institutionelle Logiken; Französische Pragmatische Soziologie

Freie Stichwörter (englisch)


Family Principles; Entrepreneurial Exit; Corporate Social Responsibility; Institutional Logics; French Pragmatist Sociology

Kurzfassung


Diese Dissertation beleuchtet Prinzipien, die von der Institution der Familie ausgehen und sich als solche grundlegend von der konventionellen Wahrnehmung der Unternehmenswelt unterscheiden. Basierend auf der institutionellen Logiken Perspektive (Thornton, Ocasio, & Lounsbury 2012) und der französischen, pragmatischen Soziologie (Boltanski und Thévenot, 2006 [1991]), versucht diese Dissertation zu verstehen, welche Auslöser dazu führen, dass sich Akteure auf Familiengrundsätze konzentrieren (anstatt auf alternative Prinzipien) und wie diese Familienprinzipien die Art und Weise prägen, wie Akteure komplexe Unternehmensherausforderungen lösen.

Komplexe Unternehmensherausforderungen treten oft im Kontext von Unternehmensnachfolgen sowie im Zusammenhang mit der sozialen Verantwortung von Unternehmen (CSR) auf. Dementsprechend untersucht der erste Dissertationsbeitrag die Herausforderung, die mit der Bestimmung eines geeigneten Verrechnungspreises in familieninternen Nachfolgen einhergeht. Es wird argumentiert, dass der persönliche und familiäre Hintergrund festlegt, welche Familiennormen in den Sinn kommen wenn Nachfolger Preiserwartungen bilden und daher bestimmen, wie viel Preisnachlass als legitim und angemessen empfunden wird. Insbesondere zeigt dieser Beitrag, dass der Grad des Familienzusammenhalts, die Angst des Nachfolgers vor dem Versagen und die Höhe der Anteilsbeteiligung der Familie wichtige Hintergrundfaktoren sind, da sie die Aufmerksamkeit der Nachfolger auf Familiennormen lenken. Eine Hochschulbildung in Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre schwächen diese Effekte jedoch ab, da sich Nachfolger mit diesem Bildungshintergrund eher auf marktwirtschaftlichen Prinzipien konzentrieren. Dieser Beitrag beruht auf einer Umfrage unter 3293 potentiellen familieninternen Nachfolgern aus 16 Ländern. Der zweite Dissertationsbeitrag untersucht die Herausforderung, die mit der Auswahl eines geeigneten Unternehmensnachfolgers einhergeht. Dieser Beitrag zeigt auf, dass die Präferenz der Übergeber für verschiedene familieninterne und -externe Kandidaten von unterschiedlichen Faktoren abhängt, die die Aufmerksamkeit entweder auf Unternehmens- oder familiäre Ziele lenken. Besonders ausschlaggebend sind in diesem Zusammenhang die bisherigen Erfahrungen des Übergebers, dessen (Aus-)Bildung und ein unterdurchschnittlicher Erfolg des Unternehmens. Diese Studie basiert auf einem Umfrage-basierten Experiment, welches mit 2171 Unternehmern in der Schweiz durchgeführt wurde. Der letzte Dissertationsbeitrag untersucht die Herausforderung, die Legitimität eines Unternehmens zu wahren, welches in moralisch problematisierten Industrien operiert. Insbesondere wird durch quantitative Textanalyse von 64 archivierten Webseiten untersucht, wie Unternehmen in den Kaffee, Tee und Schokoladenindustrien versuchen, sich durch ihre Aussenkommunikation zu legitimieren und wie diese Legitimationsstrategien CSR Entscheidungen beeinflussen. Der Beitrag zeigt auf, dass Unternehmen, die sich auf einen Wortschatz verlassen, der stark mit Familienprinzipien verbunden ist, weniger in Fair Trade Zertifikationen investieren.

Insgesamt verdeutlicht diese Dissertation, dass Akteure häufig Familiengrundsätze heranziehen, um komplexe Nachfolge und CSR Herausforderungen zu lösen. Insbesondere zeigen die drei Dissertationsbeiträge, dass Familiennormen die Preiserwartungen der Übernehmer in familieninternen Nachfolgen beeinflussen, dass Übergeber sich im Allgemeinen auf das Ziel konzentrieren, den Familieneinfluss über Generationen hinweg zu sichern und daher familieninterne Nachfolger über externe Kandidaten bevorzugen auch wenn diese aus Unternehmenssicht nicht die geeignetste Wahl darstellen und dass sich Unternehmen oft auf Familiengrundsätze verlassen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in moralisch problematisierten Industrien zu sichern und so eine Investition in Fair Trade Zertifizierungen umgehen. Diese Erkenntnisse tragen zur Forschung im Bereich von Familienunternehmen, Unternehmensnachfolgen, CSR und Institutionellen Logiken bei und generieren wichtige Erkenntnisse für (Familien-) Unternehmen und politische Entscheidungsträger.

Kurzfassung (englisch)


This dissertation sheds light on principles that derive from the institution of the family, and as such, are fundamentally different from the conventional perception of the corporate world. Drawing on the institutional logics perspective (Thornton, Ocasio, & Lounsbury, 2012) and French Pragmatist Sociology (Boltanski and Thévenot, 2006, [1991]), this dissertation attempts to understand what causes individuals and organizations to focus on family principles (as opposed to alternative principles) and how these family principles shape the ways individuals and organizations resolve complex business challenges.

Complex business challenges often occur in entrepreneurial exits and successions, as well as in the corporate social responsibility (CSR) context. Accordingly, the first dissertation paper explores the challenge of determining an appropriate transfer price in family-internal successions. The paper argues that situational stimuli, notably, level of family cohesion, successors' fear of failure, and the family's equity stake, shape successors' price expectations because they trigger attention to family norms. Higher education in business and economics weakens these effects because successors with these education backgrounds focus more on market principles. Probing a sample of 3,293 potential family-internal successors from 16 countries, this paper finds overall support for its theorizing. The second paper explores the challenge of choosing an appropriate successor when exiting the firm. This paper finds past experiences, education and below-average firm performance to be important factors that affect incumbent entrepreneurs' preferences for different family-internal and external candidates by focusing their attention on either corporate or familial goals. To test its hypotheses, this paper relies on responses to a survey-based experiment, completed by 2,171 incumbent entrepreneurs in Switzerland. The final paper explores the challenge of maintaining legitimacy in morally challenged industries. This paper explores how firms in the coffee, tea, and chocolate industries legitimize themselves on moral grounds, assessed through quantitative text analysis of 64 archival websites. The paper suggests that firms often rely on vocabulary associated with family principles and that frequent reference to family principles is negatively related to firms' investments in fair trade labels.

Overall, the three dissertation papers reveal that individuals and organizations are likely to draw on family principles to resolve complex exit, succession and CSR challenges. Specifically, this dissertation shows that family norms guide price expectations in family-internal successions, incumbent entrepreneurs generally focus on the familial goal of transgenerational legacy creation and thus prefer family-internal successors over external candidates, and organizations often rely on family principles to (re)establish public trust when they operate in morally challenged industries. These insights advance research on family businesses, entrepreneurial exits, CSR and institutional logics and hold important implications for family business owners, entrepreneurs and policy makers.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Zellweger, Thomas (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Fueglistaller, Urs (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Betriebswirtschaftslehre (PMA)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


14.09.2015

Erstellungsjahr (yyyy)


2015

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4418

Quelle



PDF-File


dis4418.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 03/31/2017 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]