Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Das Leben der Künstler : Anerkennungsprozesse und Selbstverhältnisse bildender Künstler am Beispiel der Kunstszene Zürich

Titel (englisch)


The live of Artists : Living conditions and self-image in the field of art

Autor/Autorin


Hanselmann, Felix

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


23.09.1967

Geburtsort


Güttingen und Dübendorf

Matrikelnummer


94908100

Schlagwörter (GND)


Bourdieu, Pierre (1930-2002); Künstler; Habitus; Selbstverständnis; Kunstbetrieb; Milieu; Anerkennung; Karriere; Interview; Zürich

DDC (Dewey Decimal Classification)


Sozialwissenschaften - 300

Freie Stichwörter (deutsch)


Künstlerisches Feld; Künstlerkarrieren; Künstlerinnen; Bourdieu; Theorie des Feldes; Habitustheorie; Lacan; Selbstverhältnis

Freie Stichwörter (englisch)


Field of Art; artistic career; Artist; Bourdieu; field theory; theory of habitus; Lacan; self-affirmation

Kurzfassung


In der vorliegenden Untersuchung wurden der Kontext des Subfeldes der bildenden Kunst erschlossen und Künstlerinnen und Künstler der "Kunstszene Zürich" sowie weitere Akteure wie Galeristen, Kuratoren, aber auch ein Kunstschuldirektor, ein Kulturredaktor und eine Kunsthistorikerin befragt. Die Studie untersucht auf diese Weise zuerst die Dynamik des Feldes und die Funktionen ihrer Akteure. Sie zeigt dann, anhand von fünf Portraits, unterschiedliche Künstlerlaufbahnen und ihre Darstellung aus Sicht der Künstlerinnen und Künstler. Zuletzt untersucht sie den Zusammenhang von Herkunftsmilieu und aktueller Position im Feld.
Es wird sichtbar, dass für die Anerkennungsprozesse im künstlerischen Feld am ehesten der Weg über Kunstschulen und vor allem die staatlich ausgerichteten Förderpreise und Werkstipendien zum Erfolg führen. Noch wichtiger ist aber der Zugang zum richtigen Netzwerk. Die Zugangskontrolle durch die Netzwerke des Feldes und des damit verbundenen Marktes führen dabei dazu, dass nur wenige Künstlerinnen und Künstler ökonomische Gewinne erzielen können. Bourdieu spricht diesbezüglich von einem maxwellschen Dämon. Einige wenige erhalten nahezu alles, alle anderen tendenziell nicht viel. Daran ändert auch das enorme Wachstum des Marktes und mit ihm des Feldes, in den letzten zwanzig Jahren, wenig.
Das Selbstverhältnis der Künstlerinnen und Künstler ist deshalb durch die Konzentration auf die künstlerische Arbeit selbst und von der unmittelbaren Anerkennung im konkreten Umfeld geprägt. Künstlerinnen und Künstler fokussieren darüber hinaus, wenn überhaupt, auf langfristige symbolische Gewinne. Diese sind noch am ehesten wahrscheinlich und realisierbar. Für den Erfolg und die Anerkennung der Wenigen spielen schlussendlich Talent und klassenspezifische, intrinsische Faktoren eine wichtige Rolle. Für solche Künstlerinnen und Künstler aus der Oberschicht sind deshalb, durch ihr milieubedingtes, kulturelles Kapital und durch ihr klassenspezifisches Selbstverhältnis in der Regel mit der Zeit oft sehr gute Positionen im Feld erreichbar. Entsprechende Künstlerinnen und Künstler aus der Mittelschicht scheinen insgesamt am härtesten zu arbeiten und können dadurch ebenfalls häufig gute Positionen im Feld besetzen. Für entsprechende Künstlerinnen und Künstler aus der Unterschicht ist die Produktion von Kunst am deutlichsten an sich ein Gewinn oder sie halten Kunst sogar für etwas, das sie tun müssen. Auch mit dieser Ausgangslage und klassenassoziierten Einstellung können jedoch Positionsgewinne im Feld erzielt werden.

Kurzfassung (englisch)


In this study, the context of the sub-field of visual arts was opened up and artists from the 'Zurich art scene' as well as other players such as gallery owners, curators and also the principal of an art school, a culture editor and an art historian were questioned. In so doing, the study first examines the dynamics of this field and the roles of each player. It then shows, using five portraits, the career paths of various artists and their representation from the artists' perspective. Finally the study examines the connection between their background and their current position in the field.
It is apparent that the most likely route to success in the field of art is through art schools and particularly government-funded scholarships and bursaries. Even more important, however, is access to the right network. Controlling access to the field and its related market through networks results in only a few artists being able to make any sort of economic gain. Bourdieu describes this as a Maxwell's demon. Nearly everything goes to a very few, while all the others tend not to receive much. The tremendous growth in the market, and in this field with it, in the last twenty years has made little difference to this situation.
The self-affirmation of artists is characterised therefore by focus on the artistic work itself and on immediate recognition in a specific environment. Moreover artists focus, if anything, on long-term, symbolic profits. These are, too, probably the most likely and feasible. Ultimately, talent and class-specific, intrinsic factors play an important role in attaining success and recognition. For artists from the upper classes it is as a rule often possible, in the course of time, to achieve very good positions in their field using their environmental assets and their class-specific relationships. The respective middle-class artists seem on the whole to work the hardest and as a result can also often occupy good positions in the field. For those artists from the lower classes, the production of art is clearly a prize in itself, or they even consider art to be something that they have to do. Even with this background and class-related attitude, however, positional advantages can be achieved in the field.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Eberle, Thomas S. (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Schultheis, Franz (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Organisation und Kultur (DOK)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


16.02.2015

Erstellungsjahr (yyyy)


2015

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4352

Quelle



PDF-File


dis4352.pdf

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letzte Änderung: 04/01/2016 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]