Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


nein

Titel


Entwicklung und Gestaltung sektorübergreifender Geschäftsmodellinnovationen für integrierte Mobilitätsdienstleistungen in Städten

Titel (englisch)


Development and design of cross-sector business model innovations for integrated mobility services in cities

Autor/Autorin


Scheuerle, Thomas

2. Autor/Autorin



Geburtsdatum


28.02.1981

Geburtsort


Gaildorf

Matrikelnummer


12605150

Schlagwörter (GND)


Geschäftsmodell; Innovation; Management; Kooperation; Nachhaltigkeit

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Geschäftsmodelle; Kooperationsmanagement; Nachhaltigkeitsmangagement; Nachhaltigkeitsinnovation; sektorübergreifende Kooperation; Mobilitätsplattform; Digitalisierung; Smart City

Freie Stichwörter (englisch)


Business model; sustainability innovation; cross-sectors collaboration; mobility platform; digitalization, smart city

Kurzfassung


In dieser Arbeit wird ein Anwendungsmodell für die Entwicklung und Gestaltung sektorübergreifender Geschäftsmodelle am Beispiel integrierter Mobilitätsdienstleistungen (IMD) in Städten erarbeitet. IMD sind eine wichtige Strategie zur Bewältigung städtischer Verkehrsprobleme. Öffentlicher Personennahverkehr, Car-, Bike- und Ridesharing, Elektromobilität, Taxi, Parkdienstleistungen und zum Teil weitere (städtische) Services werden mithilfe neuer digitaler Technologien angebotsseitig verbunden. So soll eine attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr auf Basis fossiler Brennstoffe geschaffen werden. Für IMD sind aufgrund der Struktur der deutschen Personenmobilitätsbranche Kooperationen von Akteuren aus dem öffentlichen Sektor, dem privatwirtschaftlichen Sektor und dem Dritten Sektor notwendig. Als systemische Nachhaltigkeitsinnovation sind für ihre Verbreitung zudem passende (kooperative) Geschäftsmodelle wichtig. Sie stellen eine Verbindung zwischen Kundenvorteil, Wirtschaftlichkeit für die beteiligten Unternehmen und einer nachhaltigen, stadtverträglichen Mobilität her.
In den drei qualitativen Fallstudien zeigen die führenden deutschen IMD-Geschäftsmodelle in Hannover (Mobilitätsshop), Stuttgart (polygo) und Hamburg (switchh) ähnliche Grundstrukturen, wobei sich die Entwicklungsprozesse teilweise erheblich unterschieden. Ein öffentliches Verkehrsunternehmen agiert in der Regel als Betreiber einer zentralen Plattform. Die weiteren Anbieter aus Privatwirtschaft und Drittem Sektor nutzen sie eher als zusätzlichen Vertriebskanal. In der genauen Ausgestaltung von Zielgruppe, Nutzenversprechen, Wertschöpfungskette und Ertragsmechanik setzen die verschiedenen Anbieternetzwerke allerdings unterschiedliche Akzente. Für die Kunden konnten so einige Vereinfachungen und Vergünstigungen realisiert werden, wobei die Marktdurchdringung der neuen Angebote im Moment noch eher gering ist. Die Geschäftsmodelle erwiesen sich zudem aus Betreibersicht bisher als nicht rentabel. Für die beteiligten Akteure stehen allerdings der Aufbau von Kompetenzen und Netzwerken sowie die strategische Wettbewerbspositionierung in dem sich dynamisch wandelnden Mobilitätsmarkt im Vordergrund. Positive Einwirkungen auf eine nachhaltige, stadtverträgliche Mobilitätsentwicklung sind vor allem langfristig zu erwarten. Durch die öffentlichen Unternehmen werden dabei auch städtische umweltpolitische Überlegungen mit beachtet, die zu deren Investitionsbereitschaft und damit dem Verbleib der Geschäftsmodelle am Markt beitragen. Insgesamt zehn Einflussfaktoren auf den Geschäftsmodellerfolg wurden in den Zielen der beteiligten Partner, deren Fähigkeiten und Ressourcen, Kontextfaktoren sowie der Prozessqualität des Geschäftsmodellentwicklungsprozesses identifiziert. Die Ausprägung dieser Faktoren wird in dem durch die Digitalisierung geprägten Umfeld durch unterschiedliche Sektorhintergründe, aber auch durch Unternehmensgrösse, Industrien, spezifische Unternehmensstrategien und proaktive Individuen beeinflusst.
Diese Befunde sind Grundlage eines Anwendungsmodells für sektorübergreifende IMD-Geschäftsmodelle. Dafür wird der St. Galler Business Model NavigatorTM um eine Nachhaltigkeits- und eine Kooperationsdimension erweitert. Abschliessend werden die Implikation der Resultate für die Forschung zu Geschäftsmodellen und Nachhaltigkeitsinnovationen und die weitere Entwicklung städtischer IMD-Geschäftsmodelle – im Wettbewerb zu überregionalen Anbietern – diskutiert.

Kurzfassung (englisch)


This thesis proposes a management model for the development process and design of cross-sector business models, exemplified by integrated mobility services (IMS) in urban areas. IMS are an important strategy to overcome urban traffic problems. Public transport, car sharing, bike sharing, ride sharing, electro mobility, taxi, parking and in some cases further (urban) services are linked on the supply side by means of digital technology to create an attractive alternative to motorized individual transport based on fossil fuels. Because of the structure of the German personal mobility branch, cooperation between players from the public sector, private market sector and third sector are necessary. Further, business models play a crucial role for the diffusion of IMS as systemic sustainability innovation. They connect customer benefits, profitability for the companies involved, and a positive effect on the development of a sustainable urban transport system.
In three qualitative case studies of the leading German IMS examples in Hannover (Mobilitätsshop), Stuttgart (polygo), and Hamburg (switchh), the business models exhibited similar basic structures. However, the development processes varied considerably. Generally, a public transport company acts as operator of a central platform. Companies from the private and third sector use this platform more as an additional distribution channel. In the precise design of target group, value proposition, value chain and revenue mechanism, the different providers incorporate and emphasize different features, however. The business models realized various simplifications and discounts for the customers, yet the market penetration is still comparably low. Also, the business models are not profitable for the operators up to now. However, the development of competences and networks as well as the strategic positioning in the dynamic mobility market are paramount for the players involved. Positive effects on the development of sustainable urban transport systems are expected on a long-term basis. Public transport companies also consider environmental policies of cities. This contributes to their willingness to invest and therefore to keep the IMD business models on the market. In total, ten influential factors were identified as relevant for the success of the business models, referring to their goals, capabilities and resources, context factors and the quality of the development process. The characteristics of these factors in the digitalization-shaped environment do not only depend on the sector background, but also on company size, industry, specific company strategies and proactive individuals. These findings are the basis for a management model for cross-sector business models for IMS.
The management model extends the St. Galler Business Model NavigatorTM with a sustainability and a cooperation dimension. Summing up, the implications of the results for the research on business models and sustainability innovations as well as the further development of IMS business models – in relation to supra-regional competitors – are discussed.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Dyllick, Thomas (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Grichnik, Dietmar (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Betriebswirtschaftslehre (PMA)

Sprache


GER

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


18.9.2017

Erstellungsjahr (yyyy)


2017

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4692

Quelle



PDF-File


dis4692.pdf

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letzte Änderung: 08/16/2017 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]