Metadaten







Promotionsordnung


PromO07

Kumulative Dissertation


ja

Titel


Essays on Insurance Management : the Theory of Insurance Fraud and Empirical Analyses of Auditing Strategies and Cat Bond Investments

Titel (englisch)



Autor/Autorin


Müller, Katja

Unter Mitarbeit von


Braun, Alexander (Dr.); Hato Schmeiser (Prof. Dr.); Wagner, Joël (Prof. Dr.)

Geburtsdatum


27.08.1986

Geburtsort


Berlin

Matrikelnummer


10619575

Schlagwörter (GND)


Versicherungsbetrug; Moral Hazard; Internes Kontrollsystem; Insurance Linked Securities

DDC (Dewey Decimal Classification)


Wirtschaft - 330

Freie Stichwörter (deutsch)


Revision (Wirtschaft)

Freie Stichwörter (englisch)


Insurance Fraud; Ex Post Moral Hazard; Optimal Auditing; Cat Bonds; Investment Decision; Logistic Regression

Kurzfassung


Ansichten zum Thema Versicherungsbetrug sind stark divergierender Natur. Nicht wenige sehen darin einen Kavaliersdelikt oder eine Gelegenheit, vergangene Prämienzahlungen zusätzlich zu kompensieren. Demgegenüber wird die Rücksichtslosigkeit von vielen verurteilt - insbesondere basierend auf der Erkenntnis, dass die einhergehenden Zahlungen von der Gesamtheit aller Versicherungsnehmer getragen werden. Aus Sicht der Unternehmen ist Versicherungsbetrug eine der zentralen Herausforderungen. Betrugsversuche sind in fast allen Versicherungssparten zu finden und haben jedes Jahr erhebliche Zahlungen zur Folge. In der vorliegenden Dissertation sind zwei der insgesamt vier Forschungsarbeiten dieser Thematik gewidmet. Unser Bestreben ist es, mit Hilfe theoretischer Modellrahmen, Empfehlungen zum Umgang mit Betrugsfällen und -versuchen herzuleiten.

Die erste Forschungsarbeit mit dem Titel "Insurance Claims Fraud: Optimal Auditing Strategies in Insurance Companies" hat zum Ziel, Konditionen herzuleiten und zu analysieren, unter denen sowohl Unternehmen als auch Versicherungsnehmer grundsätzlich bereit sind, ein Vertragsverhältnis miteinander einzugehen. Hierzu betrachten wir aus Sicht des Versicherungsunternehmens die Wahrscheinlichkeit, ein Prüfverfahren einzuleiten, während bei den Versicherungsnehmern die Betrugswahrscheinlichkeit einbezogen wird. Unter der Annahme, dass Betrug tatsächlich stattfindet, werden diejenigen Verhaltenskombinationen ermittelt, die beide Teilnehmer jeweils gewillt sind zu akzeptieren. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Ausprägung dieses Einigungsbereiches insbesondere von der Wahl der Parameter Prämienhöhe und Prüfkosten abhängt. Eine abschliessende Bewertung mit Blick auf eine Gleichgewichtssituation ist lediglich unter Hinzunahme der Markmacht der Parteien möglich.

In der zweiten Arbeit "The Impact of Auditing Strategies on Insurers' Profitability" verabschieden wir uns von der Zielsetzung einer Einigung, und untersuchen die Konfiguration optimaler Kontrollstrategien. Dazu versetzen wir uns in die Lage des Versicherungsunternehmens, unter Berücksichtigung der Teilnahmebedingungen des Versicherten. Die resultierenden Prüfstrategien indizieren, ob ausgehend von der Schadenhöhe eine Überprüfung eingeleitet oder die Meldung direkt abgewickelt werden soll. Zusätzlich erweitern wir unser Modell um die Option einer kontinuierlichen Verhaltensanpassung beider Parteien. Es stellt sich heraus, dass es für den Versicherungsnehmer entgegen der Intuition unvorteilhaft ist, das vermutete Kontrollverhalten des Versicherers zu antizipieren.

Im Zuge unserer Forschung hatten wir mehrfach die Gelegenheit, Interviews mit Versicherungsexperten aus dem Bereich der Betrugsbekämpfung zu führen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass angesichts der umfassenden Präsenz und der wirtschaftlichen Implikationen, adäquate Lösungen für den effektiven Umgang mit Versicherungsbetrug immer wichtiger werden. Der erste Teil dieser Dissertation gewährt einen umfassenden Einblick sowohl in die Thematik als auch die einhergehenden Herausforderungen und legt Vorschläge für geeignete Massnahmen dar.

In Ergänzung zu den modelltheoretischen Ansätzen der ersten beiden Forschungsarbeiten ist der zweite Teil der Dissertation der empirischen Analyse von Versicherungsmärkten gewidmet. Im Zuge der zunehmenden Verfügbarkeit von Daten und Informationen in den vergangenen Jahrzehnten sind empirische Analysen zu einem zentralen Element der Forschung im Bereich Versicherungswirtschaft avanciert. Sie sind als Mittel zur Ergänzung und Verifizierung theoretischer Modelle zu sehen, und können dazu beitragen, zusätzliche Erkenntnisse über zugrundeliegende Prozesse zu gewinnen. Insbesondere mit Blick auf die Erforschung von Verhaltensmustern und Entscheidungsprozessen bietet die Empirie ein breites Spektrum von Verfahren und Methoden an.

Bei der ersten empirischen Forschungsarbeit mit dem Titel "The Identification of Insurance Fraud - An Empirical Analysis" handelt es sich um eine Analyse von Betrugsindikatoren. Ausgehend von einem umfassenden Datensatz geprüfter Schadenmeldungen aus der Motorfahrzeugversicherung eines grossen Schweizer Versicherers werden Faktoren ermittelt, die eine eindeutige Abgrenzung zwischen ehrlichen und betrügerischen Meldungen ermöglichen. Die potenziellen Kriterien sind auf Ebene des Versicherten selbst,
dem Motorfahrzeug, der Police sowie der Schadenmeldung angesiedelt. Unsere Ergebnisse porträtieren betrugswillige Versicherungsnehmer als Personen mittleren Alters mit einer überdurchschnittlichen Anzahl von Schadenfreiheitsjahren und in Besitz von hochpreisigen Fahrzeugen. Insbesondere scheinen sie Betrugsversuche lediglich im Falle von kleinen und mittleren Schäden in Erwägung zu ziehen. Diese Erkenntnisse legen die Vermutung nahe, dass Versicherungsnehmer in der Tat Vermutungen über die bestehenden Kontrollmechanismen anstellen und versuchen, diese zu umgehen.

Die zweite Arbeit im Fokus der Empirie widmet sich dem Investitionsverhalten von Versicherungsunternehmen in Bezug auf Katastrophenanleihen. Unter dem Titel "What Drives Insurers' Demand for Cat Bond Investments? Evidence from a Pan-European Survey" werden potentielle Entscheidungsfaktoren für oder gegen diese Anlageklasse ermittelt. Trotz ihres attraktiven Risiko-Rendite-Profils und Diversifikationspotentials kommen Versicherer lediglich für zehn Prozent der gesamten Nachfrage im Markt auf. Dies wirft die Frage nach möglichen Erklärungen auf. Zu diesem Zweck wurde eine detaillierte Umfrage mit zahlreichen europäischen Erst- und Zweitversicherungsunternehmen durchgeführt. Die statistische Auswertung der Angaben zeigt, dass die Faktoren "Erfahrung und Expertise" in Bezug auf Katastrophenbonds, deren "Kompatibilität mit den Assetmanagementzielen" des Unternehmens sowie die "bestehenden Regulierungsrahmenwerke" einen signifikanten Einfluss auf die Investmententscheidung haben. Unsere Ergebnisse sind für Praktiker und Regulierer von besonderer Relevanz, und können dazu beitragen, aktuelle Investitionsbarrieren zu überwinden.

Ausgehend von einer umfassenden Datengrundlage aus zwei verschiedenen Bereichen des Versicherungsmanagement werden in den letzten beiden Forschungsarbeiten Indikatoren für Betrugsverhalten sowie treibende Faktoren bei der Investitionsentscheidung von Versicherungsunternehmen ermittelt und analysiert. Die Ergebnisse sollten dazu geeignet sein, neue Impulse für die Weiterentwicklung von theoretischen Modellen zu geben.

Kurzfassung (englisch)


The phenomenon of insurance fraud is usually met with an ambivalent attitude as few individuals perceive insurance fraud as a white-collar crime. At the same time, however, many are appalled by the ruthless actions undertaken to scam excessive indemnity payments at the expense of the entire policyholder population. From the insurance company perspective, fraud represents a major challenge which has existed for many years. It can be observed in all classes of insurance and results in a large amount of excess payments each year. In this doctoral thesis, two out of the overall four research papers focus on one particular aspect of insurance economics: developing theoretical models to derive approaches on how to tackle different challenges related to insurance fraud.

The first paper, "Insurance Claims Fraud: Optimal Auditing Strategies in Insurance Companies", presents a theoretical model framework for determining conditions under which both the insurance company and the policyholder are willing to enter into a relationship. Assuming that fraud is indeed present, the aim is to derive an agreement range consisting of all auditing and defrauding strategy combinations that all stakeholders are inclined to accept. Hereby, the behavioral strategies are characterized by the probability of performing an audit or engaging in fraudulent activities respectively. Our findings show that the number of all valid constructs strongly depends on parameters like insurance premiums or the cost per audit. For a final statement with regard to optimality, however, it is necessary to take the participants' market power into consideration.

The following paper, entitled "The Impact of Auditing Strategies on Insurers' Profitability" alters the aspect of agreement and addresses the question of how to optimally configure the auditing strategy from the insurance company perspective. While the aim is to maximize the insurer's objective quantity, we still take the policyholder perspective into consideration to ensure a willingness to adhere to the insurance relationship. Our results evolve around optimal auditing strategies in the form of ranges triggered by the magnitude of a filed claim. Furthermore, we allow for both stakeholders to adapt their behavior by picking up market signals. One of our key findings shows that, against all expectations, it is actually not favorable to try and anticipate the supposedly prevalent auditing strategy from the policyholder point of view.

In connection with our studies, we were given the opportunity to conduct numerous interviews with industry experts from different fraud investigation divisions. In summary, they all agree on the severity of this matter and collectively call for necessary actions to be taken. This dissertation provides a thorough insight into the characteristics and challenges associated with insurance fraud and can help to implement appropriate measures for handling it more effectively in insurance companies.

The first part of the dissertation evolves around theoretical frameworks while in the second part, we set our focus on the analysis of insurance markets. Founded by the increasing availability of data throughout the last decades, empirical research has advanced to become a sought-after approach in the field of insurance economics. It complements theoretical models and can help to promote a deeper understanding for the underlying processes. With regard to behavioral patterns and decision-making, empirical research provides a wide range of methods for unveiling potential indicators and drivers. Based on this line of reasoning, the remaining two research papers of this dissertation pertain to the area of empirical research in the context of insurance markets.

The first paper of this dissertation in the context of market analyses is entitled "The Identification of Insurance Fraud - An Empirical Analysis". It is an empirical analysis of potential fraud indicators with a focus on the automobile sector. Based on a comprehensive data sample from a Swiss insurance company, we identify characteristics which allow for a distinction between legitimate and illegitimate incoming claims. The set of significant determinants comprises variables on the policyholder, vehicle, policy and loss level. Based on our findings, we are able to draw a profile which identifies fraud-prone policyholders as middle-aged individuals having a good driving record and owning high-valued vehicles. It seems worth mentioning that the option to cheat on one's insurance company is solely taken into consideration in the case of small- and medium-sized losses. These results indicate that individuals try to anticipate the supposed auditing strategy to hopefully remain undetected.

Finally, the second paper in the center of empiricism "What Drives Insurers' Demand for Cat Bond Investments? Evidence from a Pan-European Survey" addresses the issue of low demand in cat bond investments from the insurance and reinsurance company perspective in Europe. Despite the asset class' attractive risk-return profile and diversification potential, insurers account for merely ten percent of the current demand in the market, raising the question as to how this observation may be explained. Our comprehensive study reveals that the firm's experience and expertise related to cat bonds, their perceived fit with the asset and liability management goals as well as the prevailing regulatory regime have a significant impact on the companies' decision whether or not to invest in this particular asset class. The results seem to be of high relevance, particularly for practitioners and regulators, and can support further growth of this still relatively small segment of the capital markets.

Founded on a broad data base, the last two research papers of this thesis uncover main indicators for fraudulent behaviour and drivers in the decision-making process of insurance companies related to cat bonds. The results are not only of interest to practitioners, but also provide new insights which may help to advance theoretical models.

Universität


Universität St.Gallen

Referent/Referentin


Schmeiser, Hato (Prof. Dr.)

Korreferent/Korreferentin


Eling, Martin (Prof. Dr.)

Erweitertes Diss. Komitee



Fachgebiet


Betriebswirtschaftslehre (PMA)

Sprache


ENG

Promotionstermin (dd.mm.yyyy)


16.09.2013

Erstellungsjahr (yyyy)


2013

Dokumentart


Dissertation

Format


PDF

Dissertationsnummer


4164

Quelle



PDF-File


dis4164.pdf

Dokumentverknüpfung


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letzte Änderung: 02/14/2014 - Allgemeine rechtliche Informationen - Datenschutz [ Nach oben ]